VANGUARD-Hauptversammlung: neuer Vorstand gesteht ein, das Unternehmen in die Nähe der Insolvenz geführt zu haben
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Berlin, 6. Juli 2009. In der außerordentlichen Hauptversammlung der VANGUARD AG, welche vom neuen Management einberufen worden war, um eine Halbierung des Grundkapitals anzuzeigen, gestand der Vorstandsvorsitzende Jörg Menten ein, Insolvenzgefahr durch eine Fehlentscheidung herbeigeführt zu haben. Des weiteren gab der Aufsichtsrat die Erlaubnis zum Datendiebstahl zu.
Jörg Menten ließ mindestens grob fahrlässig den Betrag von 5 Mio. Euro zurücksenden, welcher durch einen von Julius Bär initiierten Investmentfonds zur Verfügung gestellt worden war. Dieser Fond wurde noch vom alten Vorstandsvorsitzenden Robert Schrödel für Investitionen angeworben. Hierdurch ergab sich die akute Gefahr einer Insolvenz. Zur Begründung gab Menten mit beiläufigen Worten an: „Ich denke, das könnte man auch unter Fehler abhaken.“
Diesen Betrag von 5 Mio. Euro bezahlte jedoch später die Santo Holding GmbH zum doppelten Zins, mit kürzerer Laufzeit belegt und mit der Option versehen, dieses Darlehen bei der nächsten Hauptversammlung in Stückaktien zu je 1 Euro umwandeln zu können.
Robert Schrödel: „Dies ist ein weiterer Trick der neuen Gesellschafter Baigo Capital (gehört zu Sal.Oppenheim) und der Santo Holding GmbH (gehört zu den Hexal-Gründern Thomas und Andreas Strüngmann), um rasch über die 75%-Grenze zu kommen, die restlichen Aktionäre zu entmachten und die feindliche Übernahme mittels einer baldigen Kapitalerhöhung abzuschließen.“
Anwesende Aktionäre kündigten an, dieses Vorgehen anzufechten.
Weiterer wichtiger Punkt der vorgebrachten Fragen an den Aufsichtrat waren mehrere unterschiedliche Fälle von Datendiebstahl. Über 10 Mitarbeitern waren kurz nach der Abberufung Robert Schrödels die Festplatten von Computern mit privaten Datensätzen entfernt und in mindestens einem Fall bisher nicht zurückgegeben worden. Das Management bezeichnete den Datendiebstahl als „Sicherung“ und bestätigt im Auftrag des Aufsichtsrats gehandelt zu haben.
Robert Schrödel hat am 5. Juni 2009 deshalb Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Vorstand und Aufsichtsrat von VANGUARD gestellt. Die Ermittlungen werden unter dem Aktenzeichen 5WIJS1745/09 geführt.
Letztes Thema der Hauptversammlung war ein von Beratern der VANGUARD AG in Dokumenten benanntes „Projekt 75“, welche beschreiben, wie die qualifizierte Mehrheit der neuen Gesellschafter zu Lasten anderer Aktionäre sicher zu stellen sei.
Dies sei ein weiteres Indiz für die Manipulation des jetzigen Vorstandes und des Aufsichtsrates, sagt Schrödel.
Weitere Informationen: www.kapitalpiraten.de
VANGUARD wurde durch die Aufbereitung von Einwegmedizinprodukten in OPs zu einem der lukrativsten Investments der deutschen Gesundheitsindustrie. Investoren wie z. B. die Harald Quandt Family Trust GmbH erzielten enorme Renditen.
Die VANGUARD AG (1998 von Robert Schrödel gegründet) ist Marktführer für systemische technologiebasierte Lösungen in Krankenhäusern und berät über 1.500 Kunden in Europa. Das Unternehmen beschäftigt mehr 2.000 Mitarbeiter. Unternehmenssitz der AG mit über 40 Tochterunternehmen ist Berlin.
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Datum: 06.07.2009 - 22:45 Uhr
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