Auswirkungen der Überalterung für die Immobilienwirtschaft
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Eine Studie des Berlin-Instituts http://www.berlin-institut.org, die sich auf Daten des Bundesinstituts für Bauwesen- und Raumordnung stützt, blickt in die Zukunft: Nur wenige Regionen können bis 2020 Zuwächse an Menschen und damit an Wirtschaftskraft erwarten, die meisten davon im Süden. Für den Grossteil Deutschlands lautet die Diagnose Stillstand oder Abstieg. Der Teufelskreis: Aus schwachen Regionen wandern die Jungen ab, Betriebe schliessen, Nachfrage und Steuereinnahmen erodieren, noch mehr Aktive ziehen weg. Der Bielefelder Bevölkerungswissenschaftler Professor Herwig Birg: "Erst nach 2020 setzt die Schrumpfung richtig ein, denn dann tritt die geburtenstarke Generation ab, also die Jahrgänge 1953 - 70." Was bedeuten Schrumpfung und Überalterung für die Immobilienwirtschaft? Weniger Erwerbstätige benötigen weniger Büros, und weniger Menschen benötigen weniger Wohnraum. Die Deutsche Bank fragt in einer Studie: "Kann man den Rat zum Hausbauen noch ruhigen Gewissens geben? Oder droht eine schleichende Wertvernichtung?" Wenn die Senioren, gebeutelt von steigenden Abgaben und niedrigen Renten, Aktien und Immobilien verkaufen, um ihren Lebensstandard zu halten, wäre der beste Rat an die Jungen, auf fallende Häuserpreise zu spekulieren und erst bei echten Schnäppchen zuzugreifen. Denn die werden sich später zuhauf bieten.
Klar ist jedenfalls: Die Immobilienmärkte werden sich regional stark spreizen. Mittlere Städte wie Osnabrück, Wolfsburg, Hagen, Stralsund oder Chemnitz verlieren bis 2020 gut 20 Prozent ihrer Einwohner. Da heisst es: Besser heute verkaufen als morgen. "Im Osten Deutschlands ist mit stark sinkenden Bevölkerungszahlen zu rechnen. Zu der demografischen Entwicklung kommt hier auch noch eine überdurchschnittliche Abwanderung, die zum Bevölkerungsrückgang und damit auch zu einer niedrigeren Bewertung des Wohnungsbestands beiträgt", so die Analyse der Düsseldorfer Unternehmensgruppe Investor und Treuhand http://www.investor-treuhand.de. Ballungsräume wie München, Berlin und Köln werden zu den Gewinnern der Binnenwanderung zählen, denn als wirtschaftliche Kerne bieten sie die attraktivsten Arbeitsplätze. In den Problemregionen ist Vorsicht angesagt: "Dort dominiert eine jeweils unterschiedlich gewichtete Mischung aus geringen Geburtenraten, schwacher Kaufkraft, Überalterung oder hoher Ausländerquote. So haben Städte wie Duisburg, Remscheid, Wuppertal in den Innenstädten bald Migrantenanteile von über 40 Prozent. Die jungen Deutschen wandern ab, die Alten bleiben", führt Höfer aus.
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Datum: 16.07.2004 - 14:14 Uhr
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