WLAN-Markt konsolidiert sich
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Im Unterschied zu den meisten anderen Telekommunikationsdiensten stehen bei WLAN-Hotspots weniger die Betreiber selbst als die Zugangs-Anbieter im Vordergrund. Authentisierung und Abrechnung sind die entscheidenden Funktionalitäten, die für den Kunden den WLAN-Anschluss ausmachen, die blosse Übertragungsbandbreite steht im Hintergrund. Der Public WLAN-Markt besteht aus einer Vielzahl von kleinen Hotspot-Betreibern oder Ketten, deren Kerngeschäft meist nichts mit Telekommunikation zu tun haben. Kennzeichnend für die Attraktivität eines Hotspots ist eine wechselnde und dichte Präsenz von WLAN-affinen Nutzergruppen - etwa Geschäftsreisende. Flughäfen, Messegelände, Bahnhöfe, Business Center und Autobahnraststätten sind typische Lokalitäten. Für den Benutzer ist es allerdings nicht wichtig, wer der Hotspot-Betreiber ist, sondern welche Zugangssysteme am Hotspot akzeptiert werden. Dabei kann es sich um Prepaid-Cards oder um Zugänge auf Rechnungsstellung handeln, etwa in Kopplung mit GSM SIM-Karten. Und hier setzt auch die frühe Konsolidierung des Marktes an. "Es werden sich wenige, aber breit akzeptierte Systeme durchsetzen. Für den mobilen WLAN-Anwender muss das ohne technische oder administrative Probleme funktionieren. Daher müssen die konkurrierenden Systeme möglichst schnell eine kritische Masse im Markt erreichen, die es dem Anwender ermöglichen, ohne aufwändige Vorabprüfung von Hotspot-Lokationen seine Geschäftsreisen unternehmen zu können und sich dabei darauf zu verlassen, dass er problemlos einen WLAN-Zugang bekommt", erläutert Michael Sander, Geschäftsführer von TCP Terra Consulting http://www.terraconsult.de in Lindau.
Sind die Prämissen für den WLAN-Anwender leicht zu beschreiben, gestaltet sich das für den Hotspot-Betreiber etwas komplizierter. Er erwartet entweder zusätzliche Einnahmen durch das Hotspot-Angebot oder aber eine höhere Attraktivität für sein Kerngeschäft. Da er aber in der Regel weder Daten-Accounting, Rechnungsstellung für den WLAN-Zugang oder intensives Marketing selbst machen wird, braucht er einen Partner, der ihm erprobte Technik und eine akzeptierte Marke bietet. Und hierfür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Er kann etwa auf jegliche Individualisierung seines Angebots verzichten und gegen eine Umsatzbeteiligung seinen Standort für einen Netzbetreiber zu Verfügung stellen. Dieses Angebot machen Marktführer wie die Deutsche Telekom. Er kann aber auch eine unabhängige Marke auswählen und deren Standard-Paket für Hotspot-Betreiber beziehen. In diesem Fall sind Marke und Preise festgelegt, wie zum Beispiel bei Airnyx. Eine andere Möglichkeit stellt eine konfigurierbare und somit flexible Service-Umgebung da, wie sie unter der Marke Yellex https://www.yellex.com von der Düsseldorfer acoreus AG http://www.acoreus.de angeboten wird. Das Hotspot-Management und die Billing-Lösung lässt dem Betreiber die Tarifhoheit über seinen Hotspot, bietet dabei aber ein übergreifendes Branding. Über ein leicht zu implementierendes, vorkonfiguriertes System kann Yellex gestartet und nach den Vorstellungen des Betreibers individuell angepasst und ausgebaut werden. Ob Prepaid, Postpaid, per Kreditkarte oder über einen existierenden Mobilfunkvertrag, die Yellex-Lösung ist für alle Abrechnungsarten offen.
Nach Ansicht des Brancheninsiders Sander zeugt die aktuelle Übernahme von Airnyx nicht von einer verfehlten Business Planung für WLAN, sondern vom Druck, den der Markt in Richtung frühe Konsolidierung ausübt: "Das ist ein Wettrennen um den Markt. In diesem Fall werden die flexibelsten und schnellsten erfolgreich sein. Mit einem schwachen und dabei nur langsam wachsenden Footprint im Markt ist kein längeres Überleben möglich. Für die Gesamtakzeptanz von Public WLAN ist die Marktkonsolidierung vorteilhaft. Je weniger Systeme den Markt abdecken, umso mehr Nutzen hat der Endkunde davon." Sander erwartet, dass sich Public WLAN in 2005 und 2006 in der Breite durchsetzt. Den Hotspot-Betreibern, so sie das Serviceangebot WLAN aktiv in ihr Portfolio einbinden wollen, empfiehlt er Access-Lösungen mit hoher Flexibilität und Individualisierbarkeit. Nach Sander sind in einzelnen Branchen Synergie-Effekte denkbar, die sich durch das zusätzliche WLAN-Angebot ergeben. Vorbedingung dafür sei aber, dass der Hotspot-Betreiber Tarife und Abrechnung mit seinem Kerngeschäft verknüpfen kann, also über die Tarifhoheit verfügt.
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Datum: 20.01.2005 - 10:39 Uhr
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