Unternehmen bieten sich konventionellere Möglichkeiten, die eigenen Mitarbeiter an das Haus zu binde
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Unternehmen investieren durchschnittlich mehr als ein Drittel ihres Umsatzes in Mitarbeiter. Da ist es besonders wichtig, die richtigen Leistungsträger zu gewinnen und vor allem langfristig an das Unternehmen zu binden. Emde zeigt auf, dass ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter der Erfolg eines Unternehmens ausbleibt. Und er nennt ein paar Kriterien, die Personalchefs und Vorgesetzte beim Umgang mit dem Humankapital walten lassen sollten. "Stellen Sie von vornherein die richtigen Mitarbeiter ein", rät Emde. Wenn ein Neuzugang zuvor mindestens drei Jahre auf seiner Position gewesen sei, belege dies Kontinuität. Schrauben Sie Ihren eigenen Egoismus etwas runter, so könnte man flappsig Emdes zweite Regel umschreiben. Er legt Führungskräften ans Herz, mit den besten Mitarbeitern an deren Karriereentwicklung zu arbeiten, selbst auf die Gefahr hin, dass sie im eigenen Unternehmen sozusagen "abgeworben" werden oder die Abteilung wechseln. Dies heisst umgekehrt ja auch, dass sich die Chance eröffnet, Leistungsträger aus anderen Teilen des Unternehmens zu gewinnen.
Das Gehaltsargument hält der Kölner Berater für übertrieben. Bei Fussballstars wie Timo Hildebrand geht es oft um viel Geld. Doch meistens sind andere Gründe für einen Vereinswechsel entscheidend: Man will die eigene Karriere voranbringen, fühlt sich im alten Umfeld nicht mehr wohl oder will im Ausland Erfahrungen sammeln. So sei es auch bei den ganz normalen Arbeitnehmern, betont Emde. Meistens ist das Gehaltsargument nur vorgeschoben. In Wirklichkeit brodelt es bei den Mitarbeitern. Oft sind sie mit der Unternehmensführung nicht einverstanden. "Von allen Faktoren, die die Fluktuation beeinflussen, hat die Höhe des Gehalts den geringsten Einfluss", weiss Emde. Auch ein tiefer Griff in die Schatulle - in der heutigen Zeit sowieso zumeist undenkbar - bewegt unzufriedene Mitarbeiter in der Regel nicht, die Stellung zu halten.
Auch bei den Angestellten des Öffentlichen Dienstes und sogar bei Deutschlands Beamten spricht es sich herum: Automatische Beförderung und mehr Geld wegen des höheren Alters oder des Familienstandes dient nicht unbedingt der Motivation. Daher schlägt Emde vor: "Leistungsabhängige Gehaltsanteile üben einen wesentlich grösseren Einfluss auf die Loyalität der Mitarbeiter aus als die tatsächliche Höhe der Vergütung." Variable Gehaltsanteile, das Zulassen von konstruktiver Kritik, die Förderung von Eigenverantwortung und ein regelmässiges Feedback - selbstverständlich verbunden mit Lob oder Tadel - dienen der langfristigen Mitarbeiterbindung. Glück haben Personalchefs zumeist auch, wenn der neue Mitarbeiter von einer bewährten Kraft empfohlen worden ist. Diese Neuzugänge bleiben meistens länger, als wenn sie über eine Stellenanzeige oder eine Personalvermittlung an den neuen Job herangekommen sind. Der VfB Stuttgart war auf jeden Fall erfolgreich: Nach Kevin Kuranyi, Alexander Hleb und Andreas Hinkel konnte der Verein mit Timo Hildebrand jetzt schon den vierten Jungstar und Leistungsträger an sich binden.
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Datum: 09.02.2005 - 16:49 Uhr
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