"DFB ist von innen verrottet"
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Der Skandal um Robert Hoyzer, der im Verdacht steht, als Schiedsrichter Fussballspiele manipuliert zu haben, muss endlich zu einschneidenden Konsequenzen beim Deutschen Fussballbund (DFB) führen: "Es reicht nicht, wenn einer der Vorstände den Hut nimmt und der Verband danach wieder so weiter wurschtelt wie bisher", sagt der anerkannte Sportökonom Prof. Dr. Bernd Frick von der Universität Witten/Herdecke. Die Verbandsstruktur sei vollkommen unangemessen und müsse einer Radikalkur unterzogen werden, damit der DFB wieder handlungsfähig werden könne. Andernfalls rechnet Frick mit weiteren Skandalen: "Der Verband ist mit seinen Kontrollaufgaben heillos überfordert, weil er eine Organisation hat wie im 19. Jahrhundert."
Eine wirkungsvolle interne Kontrolle finde - so Frick - schon alleine deshalb nicht statt, weil die "in den Startlöchern sitzenden" Nachfolger der heutigen Vorstandsmitglieder bereits seit langem in ihre eigenen Funktionärskarrieren investiert hätten und für den Fall einer umfassenden Organisationsreform befürchten müssen, selbst "überflüssig" zu werden.
Der Inhaber des Reinhard-Mohn-Stiftungslehrstuhls für Unternehmensführung untersucht seit Jahren die Strukturen des deutschen Profifussballs. Nach seiner Einschätzung benötigt der DFB künftig die gleichen professionellen Strukturen, über die auch Wirtschaftsunternehmen verfügt: ein Führungsgremium, in dem jedes Mitglied klare Zuständigkeitsbereiche hat und einen allein verantwortlichen Verbandsgeschäftsführer, "der für alles den Kopf hinhält". Bei entsprechender Aufgabenteilung könne Fehlverhalten so schneller sanktioniert werden. "In einem Unternehmen wäre Gerhard Mayer-Vorfelder längst nicht mehr tragbar", so Frick.
Kontakt: Prof. Dr. Bernd Frick, Tel.: 02302/926-575, mobil: 0172/6530927, E-Mail: bfrick@uni-wh.de
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Datum: 16.02.2005 - 09:27 Uhr
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