Bundesrat begrüßt EU-Pläne zum Krisenmanagement im Bankensektor
ID: 147316
Bundesrat begrüßt EU-Pläne zum Krisenmanagement im Bankensektor
Nach Ansicht der Europäischen Kommission hat die derzeitige Finanzkrise deutlich gemacht, dass es in der EU an einem wirksamen Krisenmanagement für grenzübergreifend tätige Finanzinstitute fehlt. Die aktuelle Krise und insbesondere die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Fortis, Lehman Brothers und den isländischen Banken hätten verdeutlicht, wie schädlich sich das Fehlen eines geeigneten Abwicklungsrahmens auf die Finanzstabilität des gesamten EU-Bankwesens auswirken könne.
Die Kommission schlägt daher eine grundlegende Reform der Regelung und Beaufsichtigung der Finanzmärkte vor, um die Schwachstellen zu beheben, die sich im Laufe der Bankenkrise offenbart hätten.
Trotz ihrer grundsätzlich positiven Haltung zu den Reformplänen machen die Länder gleichwohl deutlich, dass Mittel der Staatshaushalte nicht pauschal für Stützungszwecke im Bankensektor gebunden werden dürften. Auch seien die Überlegungen der Kommission, als "frühzeitiges Eingreifen" vor einer Krise die grenzüberschreitende Übertragung von Vermögenswerten innerhalb einer Bankengruppe einzuführen, wenig zielführend, da es derzeit in der EU sehr unterschiedliche Gläubigerschutz- und Insolvenzregelungen gebe. Ohne vorherige Vereinheitlichung seien erhebliche Nachteile für Gläubiger infolge einer Übertragung möglich, zumal kein Europäisches Konzerninsolvenzrecht existiere.
Die Einrichtung eines Abwicklungsfonds oder eines Einlagensicherungssystems auf EU-Ebene halten die Länder für verfrüht. Solange die Bankenaufsicht in der Union noch nicht einer einheitlichen Struktur unterliege, sollten vorrangig Abwicklungseinrichtungen auf nationaler Ebene zur Verfügung stehen.
Außerdem weist der Bundesrat darauf hin, dass grenzüberschreitend tätige Banken häufig die finanzielle Stütze gut funktionierender nationaler Einlagensicherungs- und Rettungseinrichtungen darstellen. Zum Schutz dieser bestehenden Systeme sei es deshalb wichtig, die Wirkungen neuer europäischer Sicherungssysteme sorgfältig gegenüber den bestehenden nationalen Einrichtungen abzuwägen.
Mitteilung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, den Europäischen Gerichtshof und die Europäische Zentralbank: Ein EU-Rahmen für das grenzübergreifende Krisenmanagement im Bankensektor
URL: www.bundesrat.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 19.12.2009 - 05:06 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 147316
Anzahl Zeichen: 0
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 474 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bundesrat begrüßt EU-Pläne zum Krisenmanagement im Bankensektor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesrat (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Nur einen Tag nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat dem Vermittlungsvorschlag vom 14. Oktober 2015 zur Finanzierung des Regionalverkehrs zugestimmt. Das geänderte Gesetz wird nun dem Bundespräsidenten zur Unterschrift zugeleitet und kann zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Es erhöht die
Stanislaw Tillich zum Bundesratspräsidenten gewählt ...
Der Bundesrat wählte am 16. Oktober 2015 aus dem Kreis der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder seinen neuen Präsidenten. Die Wahl erfolgte nach einer festgelegten Reihenfolge. Turnusgemäß übernimmt in diesem Jahr der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich das Amt von
Bundeszuschuss für Regionalzüge gesichert ...
In dem langjährigen Streit zwischen Bund und Ländern um die Finanzierung des Regionalverkehrs erzielte der Vermittlungsausschuss am 14. Oktober 2015 nach mehrstündigen Beratungen einen Kompromiss. Für das Jahr 2016 erhöht der Bund die so genannten Regionalisierungsmittel auf 8 Milliarden E
Weitere Mitteilungen von Bundesrat
Insolvenzgeldumlage von Krisenentwicklung entkoppeln ...
> Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung der Festsetzung des Umlagesatzes für das Insolvenzgeld 2010 zugestimmt. In einer begleitenden Entschließung bedauern die Länder jedoch, dass vor dem Hintergrund der bestehenden Gesetzeslage die allein von den Arbeitgebern zu finanzierende Inso
Die Entscheidung über Restschuldbefreiung muss 6 Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ergehen, auch wenn dieses noch andauert ...
> Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass über den Antrag auf Restschuldbefreiung nach Ende der Laufzeit der Abtretungserklärung (6 Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens) auch dann von Amts wegen zu entscheiden ist, wenn das Insolvenzverfahren zu diesem Zeitpunkt
Umverteilungsbeschleunigungsgesetz sollte es heißen ...
> Zur Zustimmung des Bundesrates zum "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" erklärt der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE, Dietmar Bartsch: Die Zustimmung zum sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung ist erkauft mit Geld, das die Regierung Merkel gar nich
Acatech-Chef Kagermann fordert visionäre technologische Großprojekte ...
> Der profilierteste Technologieberater der Bundesregierung, Henning Kagermann, fordert, neue "visionäre Großprojekte" gegen die Krise aufzulegen. Auf EU-Ebene sollten dafür die Weichen gestellt werden, sagte der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech)




