Job-Tristesse setzt sich im März fort - Neue Vorschläge zur Lösung des ökonomischen Kernübels
31.03.2005 - 12:29 | 14905
(firmenpresse) - Bonn/Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland verharrt weiterhin deutlich über der 5-Millionen-Grenze. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die Zahl der Menschen ohne Job im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 41.000 auf 5,176 Millionen. Doch ein Grund zur Entwarnung ist das nicht. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte, die Abnahme sei wesentlich geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Die Tristesse auf dem Arbeitsmarkt führt zu weiteren Diskussionen, wo die Ursachen der Jobflaute liegen und wie sie zu beheben seien.
In seiner Kolumne für die Netzzeitung http://www.netzzeitung.de schreibt Ralf-Dieter Brunowsky, der "typisch deutsche Missmut trägt beträchtlich Mitschuld an der hohen Arbeitslosigkeit". Glücklich schätzen könne sich nur derjenige, der die Dienstleistungen von ausländischen Bürgern in Anspruch nehmen könne. Brunowsky spricht von der "Servicewüste Deutschland": "Parfümverkäuferinnen feilen sich die Nägel und quatschen lange, bevor sie junge Kunden bemerken." Deutsche bedienten lieber Maschinen als Menschen. "Der Missmut nimmt uns die Kauflust. Es macht keinen Spass, bei einem missmutigen Kellner zu bestellen. Es macht keinen Spass, in einem Laden einzukaufen, der mit unqualifiziertem Personal aufwartet. Stress, Gedrängel, langes Stehen an der Kasse sind ebenfalls Konsumbremsen", kommentiert Brunowsky.
Neben diesen psychologischen Momenten führen jedoch hauptsächlich strukturelle Mängel zu Kaufzurückhaltung und Arbeitslosigkeit. Die Lösungsvorschläge zur Bekämpfung dieses ökonomischen Kernübels glichen oft mehr Flickschusterei und Stückwerk, meint Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de: "In Deutschland hat die Gegenwart oft keine Zukunft mehr. Es wird Flexibilität gepredigt, aber Starre gelebt. Die heimischen Eiertänze über den Kündigungsschutz regen mich auf. Wir brauchen eine generelle Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Gefragt sind aber Taten, nicht die x-te Debatte. Die Politik sollte verstärkt Zeitarbeit zulassen. Befristete Arbeitsverträge sind die richtige Antwort auf momentane Probleme am Arbeitsmarkt. Warum sollte sich jemand nicht für drei, sechs oder neun Monate eingliedern lassen in ein Unternehmen, in die dortige Arbeitsorganisation und trotzdem über ein anderes Vergütungsmodell und ein anderes Sozialmodell verfügen."
Die mit grossem Brimborium verkündete Lockerung des Kündigungsschutzes für Firmen mit weniger als 20 Arbeitnehmer habe nicht viel gebracht. Auch wenn Flexibilität kein Patentrezept sei, führe der völlige Verzicht darauf doch zu einem grossen Teil zu den horrenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland.
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