DIHK-Präsident Braun: Schule muss berufsorientierter werden
05.04.2005 - 11:23 | 14934
(firmenpresse) - Bonn/Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) http://www.diht.de fordert radikale Veränderungen bei der Lehrerausbildung. Dies teilte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun heute bei einem Pressegespräch in Berlin mit. Dies sei um so dringender, da jeder fünfte Jugendliche in Deutschland die Schule nur bedingt ausbildungsreif verlasse und fast jeder zehnte keinen regulären Abschluss schaffe. Braun betonte den Zeitdruck, unter dem die nötigen Reformen stehen. Selbst wenn bereits zum Wintersemester 2005 mit den ersten Schritten begonnen würde, könnte man die Früchte der Reformbemühungen erst in zehn Jahren ernten. Berufsorientierung gehört nach Einschätzung des DIHK ebenso zum Studienplan wie ein Praktikum in der Wirtschaft. Ein Referendariat solle zugunsten eines Berufseinstiegs mit Hilfe von Mentoren entfallen. Zudem sei ständiges Weiterlernen im Arbeitsalltag unerlässlich.
Michael Müller, Geschäftsführer der Neusser a & o-Gruppe http://www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de, schliesst sich den Forderungen nach einer stärkeren Berufsorientierung der Ausbildung an. "Davon kann die Wirtschaft - und damit die gesamte Bevölkerung - nur profitieren. Unternehmensgründungen fangen nämlich im Kopf an. Schon in der Schule muss die Grundlage für eine Kultur der Selbstständigkeit gelegt werden. Verschiedene Forschungen zeigen auf, dass die unterschiedlichen Wachstumsraten der entwickelten Volkswirtschaften zu einem Drittel auf unterschiedlich ausgeprägtes Unternehmertum zurückzuführen sind." Pädagogik mit dem Rohrstock sei allerdings nicht gefragt, so Müller. Er verweist auf das Schulprojekt Junior, bei dem im Unterricht ein reales Unternehmen gegründet und geführt wird: "Gute Lehrer schulmeistern und moralisieren nicht. Sie versuchen, wichtige Lehr- und Lerninhalte in spielerischer Form zu vermitteln. Wirtschaft und Unternehmertum machen Spass: Das sollte die Botschaft sein." Selbstverständlich dürfe der Unterrichts- und Ausbildungsbetrieb nicht völlig durchökonomisiert werden. Aber davon sei man in Deutschland weit entfernt. "Mit irgendwelchen Drohkulissen und Horrorgemälden von Schulen, die völlig in den Dienst der Wirtschaft genommen zu werden drohen, sollen selbst zaghafte Reformen abgewürgt werden," sagt der Neusser Unternehmer.
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