Nokia und das Ende der kostenpflichtigen Navigation – App-Economy prägt die Gerätewelt
Mit den kostenlosen Navigationsdiensten, die Nokia für
Smartphones startet, werden nach Expertenmeinungen einige
Geschäftsmodelle ins Wanken geraten. Mit dem Vorstoß setzt
der finnische Handyhersteller nicht nur zum Großangriff auf die
mit Google Maps ausgestatten Smartphone-Konkurrenz an,
sondern bringt auch die Hersteller von Navigationsgeräten in
Verlegenheit
Smartphones startet, werden nach Expertenmeinungen
einige Geschäftsmodelle ins Wanken geraten. Mit dem
Vorstoß setzt der finnische Handyhersteller nicht nur zum
Großangriff auf die mit Google Maps ausgestatten
Smartphone-Konkurrenz an, sondern bringt auch die
Hersteller von Navigationsgeräten in Verlegenheit. „Vor
zwei Jahren war Nokia ader Kauf des Kartenherstellers
Navteq noch 5,1 Milliarden Euro wert. Bis gestern sollte die
Nutzung der Karten Jahr für Jahr 60 Euro kosten. Jetzt sinkt
der Preis auf null. Denn Nokia will sich den Markt für die
mobile Navigation nicht von Google kaputtmachen lassen,
einem Unternehmen, das mit seinem eigenen Handy samt
Betriebssystem ohnehin kräftig im Revier von Nokia wildert",
kommentiert der FAZ-Redakteur Carsten Knop. Das
hervorragende Kartenmaterial und die starke Marktposition
bei Handys mit GPS-Satellitenempfang seien für Nokia
eine günstige Basis. „Das Ziel ist es, künftig noch mehr
hochwertige, teurere Handys zu verkaufen. Als
Kollateralschaden bleiben die Hersteller von
Navigationsgeräten wie Tomtom oder Garmin am
Wegesrand", meint Knop.
Insgesamt deckt die Nokia-Lösung Karten für 180 Länder
und in 46 Sprachen ab. Für 74 Länder ist eine Auto- und
Fußgängernavigation inkludiert, in ausgewählten Regionen
haben Nokia-Kunden zudem kostenlosen Zugriff auf
aktuelle Verkehrsinformationen. Neben 3D-
Gebäudeansichten in mehr als 200 Städten werden im
Fußgängermodus auch Wege und Abkürzungen durch Parks
und Fußgängerzonen berücksichtigt. Schon bisher hat
Nokia diese Dienste über seine Ovi-Plattform angeboten.
Nokia geht davon aus, dass sich der Navigationsmarkt
nahezu verdoppeln wird. „Wir rechnen bis Jahresende mit
rund 50 Millionen Kunden, die unsere Navigationslösung
auf ihren Nokia-Mobiltelefonen nutzen werden", erklärt
Nokia-Sprecherin Barbara Fürchtegott gegenüber
pressetext. Die Entwicklung der vergangenen Jahre habe
gezeigt, dass sich die Navigation auf dem Weg zum
Massenmarkt befinde. „Indem wir unsere Navigationslösung
kostenlos anbieten, schaffen wir wichtige neue Impulse für
weitere spannende Innovationen und Kooperationen mit
unseren Entwicklungspartnern. Die Verknüpfung von
physischen Aufenthaltsorten mit sozialen Kontexten ist ein
besonders spannendes Feld", sagt Fürchtegott.
Nach Ansicht des After Sales-Spezialisten Peter
Weilmuenster, Vorstandschef des ITK-Dienstleisters Bitronic,
werde die Gerätewelt immer mehr von der so genannten
App-Economy geprägt: „Entsprechend müssen die
Ingenieure umdenken. Nicht mehr die Technik steht im
Vordergrund, sondern die vielfältigen
Nutzungsmöglichkeiten über schlaue Anwenderprogramme.
Selbst die reine Funktion des Navigierens erlebt
Metamorphosen. So werden lokalbasierte Services immer
wichtiger. Ob bei Kaufentscheidungen, Preisvergleichen,
Restaurantempfehlungen oder der Ortung des
Freundeskreises", prognostiziert Weilmuenster, Autor des
Service-Blogs.
Die Nokia-Lösung kann vorerst auf zehn Nokia-Smartphones
wie etwa dem N97 mini, 5800 XpressMusic, E72 und dem
E55 genutzt werden, soll ab März 2010 aber
standardmäßig auf den neuen GPS-fähigen Smartphones
mit ausgeliefert werden. Eine vollständige und aktuelle
Übersicht aller Navigations-kompatiblen Geräte findet sich
auf http://www.nokia.com/maps.
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Gunnar Sohn
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Datum: 24.01.2010 - 19:24 Uhr
Sprache: Deutsch
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Freigabedatum: 24.01.2010
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