Betriebliche Weiterbildung verzichtet oft auf effektives Lerncontrolling
26.07.2005 - 09:56 | 15849
(firmenpresse) - Bonn/Augsburg - Deutsche Unternehmen lassen sich die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter eine Menge kosten. Rund 18 Milliarden Euro werden jährlich investiert, damit das Personal fit bleibt oder fit gemacht wird. Angesichts dieser Zahlen sollte man annehmen, dass der Nutzen der Trainingsprogramme genau überprüft wird. Doch das Gegenteil ist oft der Fall. "Es fehlt ein effektives Lerncontrolling. Einige Personabteilungen sind daran aber vielleicht gar nicht so sehr interessiert. Bei Unternehmen, wo beispielsweise E-Learning zu messbaren Erfolgen geführt hat, hat es auch immer wieder Personalabteilungen erwischt. Mal wurden dort Führungskräfte ausgetauscht, mal wurde die Anzahl der Trainer reduziert", sagt Günter Greff, Inhaber und Vorstand der E-Learn Ag http://www.e-learn.de.
Greff verweist auf die Erkenntnisse von Helmut Heidegger, Partner der Unternehmensberatung McKinsey http://www.mckinsey.at, dass es eine Vielzahl an schwachen Führungskräften und Personalchefs mit Imageproblemen gebe. Heidegger hat 25 Vorstände und Topmanager aus den 50 grössten deutschen Unternehmen befragt und hörte statt neuer Ideen nur altbekannte Klage: Ausufernde und unstrukturierte Trainingsangebote, unprofessionelle Ausbilder, fehlendes Controlling - und das alles bei steigenden Kosten.
"Vor Jahren kam dann das Thema E-Learning auf. Die Personalverantwortlichen in einigen Betrieben waren der Meinung, mit wenig Aufwand das grosse Los ziehen zu können und als fortschrittlich zu gelten. Die damalige Bayerische Vereinsbank und Bertelsmann schenkten den Mitarbeitern Laptops mit Lernprogrammen und hofften, dass der geneigte Angestellte sich das in den heimischen vier Wänden zu Gemüte führt", so Greff. Die Wirtschaft habe Millionen Euro in den Sand gesetzt. Ähnlich wie bei den teuren CRM-Systemen habe man auch beim E-Learning viel Geld investiert, ohne die Akzeptanz bei den Mitarbeitern und den Nutzen für das Unternehmen zu überprüfen.
"Benutzerbarrieren blockieren die erfolgreiche Einführung von E-Learning-Systemen", betont Professor Armin Töpfer von der Technischen Universität Dresden. Greff bestätigt diese Einschätzung. Etliche Berater hätten Pflichtenhefte entworfen, welche die Anwendung der Systeme unnötig komplizierten. Die Nutzer hätten in diesen Fällen mit Boykott und Frustration reagiert. "Unternehmen wie die Versandhäuser Witt und Baur machen vor, wie es richtig geht. Wenn das E-Learn-System erfolgreich eingesetzt worden ist und vor allem von den Mitarbeitern akzeptiert und gerne genutzt wird, dann ist es auch leicht möglich, ein effektives Lerncontrolling durchzuführen", sagt Greff. Die Unternehmensberatung McKinsey rät zu rigorosen Erfolgskontrollen. Wichtig seien individuelle Beurteilungen durch Vorgesetzte oder Tests, die das Wissen der Mitarbeiter regelmässig abfragen.
Die von der E-Learn AG erarbeiteten Module wie der "KnowledgeChecker" oder der "Infocontroller" können solche Wissenstest automatisch generieren und ein Lerncontrolling zum grossen Teil automatisch durchführen. Die Deutsche Börse AG überprüft damit das Wissen ihrer weltweit tätigen Börsenmakler. "Keep it simple lautet das Motto zur erfolgreichen Einführung von E-Learning im Rahmen eines strategischen Blended-Learning-Konzeptes. Controlling ist ein Muss, schliesslich geht es um 18 Milliarden Euro jährlich. Betriebliche Aus- und Weiterbildung ist Chefsache. Das sollte bei diesen Summen selbstverständlich sein", fasst Greff seine Erfahrungen mit der Thematik zusammen.
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