Berndt-Studie operiert mit Phantasiezahlen
ID: 16780
"Deutschlands führende Drogeriemarktunternehmen haben mit grösstem Befremden zur Kenntnis genommen, dass die ‚Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt’ (AGVU) auf ihrem jüngsten Orientierungstag eine Plattform für nicht nachvollziehbare Behauptungen gegen Drogeriemarktunternehmen geboten hat. Mitglied der AGVU ist u.a. die DSD AG, stellvertretender Vorsitzender der AGVU ist der DSD-Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Erich Greipl. Aus Sicht der grossen Drogeriemarktunternehmen in Deutschland operiert die auf der AGVU-Veranstaltung präsentierte Studie von Berndt & Partner mit Phantasiezahlen und gipfelt in abwegigen, die Rechtslage verkennenden Schlussfolgerungen.
Presseberichten zufolge kommt die ‚in Kooperation mit der AGVU erstellte Untersuchung’ von Prof. Dieter Berndt zu dem Ergebnis, dass die von Selbstentsorgern zu erbringende Ent-sorgungsleistung durch die geringen Mengen zurückgenommener Verpackungen in Drogeriemärkten zu einem erheblichen Teil nicht erfüllt wird’. Die dadurch angeblich notwendige Erbringung ‚von zusätzlichen Entsorgungsleistungen’ führe zu einer Kostenverlagerung in Höhe von rund 60 Mio. Euro pro Jahr zu Lasten der Kommunen und der Beitragszahler Dua-ler Systeme’.
Für Deutschlands führende Drogeriemarktunternehmen bleibt rätselhaft, wie Prof. Berndt zu diesem Ergebnis kommt. Bedauerlicherweise weigern sich sowohl die AGVU als auch das Beratungsunternehmen des Prof. Berndt, die Studie an die betroffenen Unternehmen herauszugeben. Die Ergebnisse der Untersuchung erscheinen dadurch nebulös, die Methoden bleiben intransparent und entziehen sich einer detaillierten fachlichen Erörterung.
Wer dieses Vorgehen nötig hat, wirft kein gutes Licht auf die eigene Arbeit. Die blendet nämlich in unverständlicher Kenntnisarmut die Tatsache aus, dass die von der Studie betroffenen Drogeriemarktunternehmen als Selbstentsorger in einer Gemeinschaft die gleichen durch die Verpackungsverordnung vorgegebenen Erfassungs- und Verwertungsquoten, mithin die gleichen umweltpolitischen Standards wie so genannte duale Systeme erfüllen müssen. Dass die Drogeriemarktunternehmen diese Vorgaben in der Tat erfüllen, bescheinigen ihnen unabhän-gige vereidigte Sachverständige sowie die zuständigen Behörden seit Jahren nach intensiven und umfangreichen Prüfungen. Der Bundesrat hat erst vor wenigen Wochen in einem Be-schluss zur Änderung der Verpackungsverordnung dieser gemeinschaftlichen Pflichtenerfüllung Rechnung getragen.
Die von Prof. Berndt darüber hinaus unterstellte ‚Kostenverlagerung’ von rund 60 Millionen Euro ist eine Phantomgrösse. Die Behauptung verrät Unkenntnis über die Pflichten dualer Systeme und deren Erfüllungspraxis. So ist bekannt, dass die marktbeherrschende DSD AG die von ihr beauftragten Entsorgungsunternehmen lediglich für eine ‚Punktlandung’ einschliesslich eines zehnprozentigen
‚Sicherheitszuschlages’ bei der Erfüllung der vorgeschriebenen Erfassungs- und Verwertungsquoten vergütet. Diese Quoten beziehen sich nicht auf eine absolute Menge von in Verkehr gebrachten Verkaufsverpackungen, sondern nur auf die bei der DSD AG tatsächlich lizenzierten Verpackungen. Es ist also für duale Systeme unerheblich, ob sie ihren Pflichten durch die Entsorgung der bei ihnen oder bei Dritten lizenzierten Verpackungen genügen. Gleiches gilt im Übrigen für Selbstentsorgeer.
Es liegt nicht fern zu vermuten, dass Prof. Berndts wenig überzeugende Ergebnisse seiner ein-drucksvollen Wandlungsfähigkeit geschuldet sind. Vor Jahren gebärdete er sich dem Bericht eines Mediendienstes zufolge als scharfer Kritiker der DSD AG, für die er nun Krokodilstränen vergiesst. Der von ihm organisierte und von der PVC-Industrie finanzierte ‚Ökotisch Berlin’ habe Thesen gegen das Kunststoffrecycling, Plädoyers für die Müllverbrennung und von ihm selbst erarbeitete Studien über ‚die horrenden Kosten des Grünen Punktes’ proklamiert.
Deutschlands grosse Drogeriemarktunternehmen betrachten den inzwischen eingetretenen Wettbewerb bei der Entsorgung gebrauchter Verkaufsverpackungen als immensen Fortschritt gegenüber der seinerzeitigen Monopolsituation. Die führenden Drogeriemarktunternehmen haben die Chance ergriffen, durch die Teilnahme an einer im Vergleich zu dualen Systemen kostengünstigeren, aber die gleichen Umweltstandards erfüllenden Selbstentsorgerlösung im Sinne ihrer preis- und umweltbewussten Kunden zu handeln. In diesem Sinne handeln die grossen Drogeriemarktunternehmen auch, wenn sie durch die Teilnahme an der von der Fa. BellandVision organisierten Selbstentsorgergemeinschaft die Einführung des ökologisch und ökonomisch vorteilhaften BELLAND®Materials fördern und unterstützen. Dieses innovative Material vereint die hervorragenden Anwendungseigenschaften von Kunststoffen mit den be-währten Recyclingeigenschaften von Papier. Das werkstofflich voll recycelbare BEL-LAND®Material kann auf der gleichen Veredelungsstufe wie das Ausgangsmaterial immer wieder verwandt werden. Durch das Recycling werden beträchtliche Einsparungen von Erdöl und Veredelungsenergie und damit bei den Materialkosten für Verpackungen erzielt. Dadurch werden nachhaltige Verbesserungen auch für den Verbraucher realisiert."
Ansprechpartner:
Jost Vielhaber,
BellandVision GmbH
Büro Berlin,
Tel. 030 / 28045797,
Email: jost.vielhaber@bellandvision.de
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Datum: 20.10.2005 - 13:12 Uhr
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