Fürstenberg-Performance-Studie 2010: Mitarbeiterprobleme kosten deutsche Unternehmen 262 Milliarden Euro
Hamburg, den 17. März 2010: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland fühlt sich in ihrer Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz eingeschränkt. Zu diesem Ergebnis kommt die Fürstenberg-Performance-Studie 2010 des Hamburger Fürstenberg Instituts in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa.
Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) beziffert die resultierenden Kosten in Folge der reduzierten Produktivität auf insgesamt 262 Milliarden Euro.
In einer repräsentativen bundesweiten Umfrage wurden Arbeitnehmer im November 2009 nach den Auswirkungen von Problemen auf ihre Arbeitsleistung befragt. Im Mittelpunkt der Fürstenberg-Performance-Studie 2010 steht die Frage, welche Beschwerden und Belastungen die Mitarbeiter daran hindern, optimale Leistungen am Arbeitsplatz zu erzielen. Als Gründe für Leistungsminderung am Arbeitsplatz werden arbeitsbezogene sowie private Probleme, psychosoziale Belastungen und körperliche Beschwerden genannt.
63 Prozent geben an, dass ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz um mindestens ein Viertel reduziert ist. Bezogen auf alle Arbeitnehmer in Deutschland bedeutet das eine Leistungsminderung von 15 Prozent. Die daraus resultierenden Produktivitätseinschränkungen kosten die Unternehmen in Deutschland nach Berechnung des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) jährlich 262 Milliarden Euro. Das entspricht 11,54 Prozent des preisbereinigten BIPs von 2008.
Als Hauptgrund werden Probleme am Arbeitsplatz genannt (60 Prozent). Jeder zweite (53 Prozent) gibt psychische Belastungen als Ursache an, etwa ebenso viele (54 Prozent) körperliche Beschwerden. 41 Prozent führen ihre Leistungsminderung auf private und familiäre Sorgen zurück. Das Zusammentreffen von verschiedenen Beschwerden, Problemen und Sorgen führt letztlich dazu, dass neun von zehn belasteten Mitarbeitern sich als nicht voll leistungsfähig einschätzen.
Hauptprobleme am Arbeitsplatz sind mangelnde Wertschätzung, innerbetriebliche Veränderungen und fehlende Leistungsmöglichkeiten. Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter Stress, ein Viertel fühlt sich erschöpft. Bei den körperlichen Beschwerden werden mit Abstand am häufigsten Rücken- und Gliederschmerzen genannt, Kopfschmerzen rangieren auf Rang zwei. Die Sorge um, bzw. die Pflege eines Familienangehörigen stellt den „Spitzenreiter“ unter den familiären Belastungen dar.
Junge Angestellte (bis 29 Jahre) klagen zudem häufiger als alle anderen Altersgruppen über Probleme am Arbeitsplatz, psychische Belastungen und private oder familiäre Sorgen. Die Über-60-Jährigen beschweren sich am wenigsten: ihre Angaben liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt.
Beschäftigte aus dem Handel fühlen sich insgesamt am stärksten belastet und in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt.
„Der Leistungsausfall der Arbeitnehmer in Deutschland und die daraus resultierenden Milliardenkosten unterstreichen die Relevanz des Faktors Mitarbeitergesundheit als volkswirtschaftliche Größe“, so Professor Dr. Thomas Straubhaar vom HWWI.
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