KfW-Studie: Osteuropa ist der Zukunftsmarkt des deutschen Mittelstands

KfW-Studie: Osteuropa ist der Zukunftsmarkt des deutschen Mittelstands

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(firmenpresse) - Düsseldorf - Der deutsche Mittelstand ist auf dem Weg nach Osten. Die Länder Mittel- und Osteuropas locken mit starkem Wachstum und günstigen Rahmenbedingungen. Dabei ist es gerade erst zwei Jahre her, dass man mit Blick auf die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) angesichts drohender Billigkonkurrenz die Nase rümpfte. Wie wichtig aber nicht nur die Absatzmärkte in Osteuropa sind, sondern dass diese Länder von grosser Attraktivität für investitionsfreudige deutsche Unternehmen sind, belegt das grosse Engagement deutscher Unternehmen auf den Fachmessen in Moskau, Budapest oder Kiew. Für viele Betriebe ist Osteuropa mittlerweile zum wichtigsten Wachstumsmarkt geworden, berichtete das Unternehmermagazin Impulse http://www.impulse.de im Januar.

Demnach halten über zwei Drittel aller Mittelständler die Märkte im Osten für wichtig oder sehr wichtig, wie ein Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau http://www.kfw.de belegt. Und angesichts dieser Kenntnisse rüsten sich die Messegesellschaften in Polen, Tschechien und Russland für den Ansturm aus dem Westen, der leicht zu begründen ist, so Impulse: "Während das Wirtschaftswachstum im Westen stagniert, erreicht es in Osteuropa Spitzenwerte - allein in Russland im vergangenen Jahr 7,1 Prozent." Dabei seien die deutschen Aussteller grösstenteils sehr zufrieden mit dem Verlauf der Messen, sagen Fachleute und loben die idealen Voraussetzungen: "Auf Messen in Brünn, Warschau oder Moskau sind sie nah an ihren zukünftigen Kunden, ohne dabei ein grosses Risiko einzugehen."

"Der Umbruch in den Ländern Mittel- und Osteuropas und die damit einhergehende Liberalisierung der Märkte gab den Startschuss für stärkere internationale Aktivitäten deutscher Mittelständler", sagt KfW-Vorstandssprecher Hans W. Reich. Der Standort Baltikum beispielsweise bekommt durchweg Bestnoten. Er bietet geringe Arbeitskosten und Sozialabgaben - und vor allem hochqualifiziertes und motiviertes Personal. Insbesondere die baltischen Staaten gedeihen nicht erst seit dem EU-Beitritt prächtig. Denn deren Erfolgsstory beginnt bereits mit ihrer Unabhängigkeit Anfang der neunziger Jahre. Die Wirtschaft wuchs allein in Lettland im Jahr 2004 um 8,5 Prozent, in Litauen um 8,6 und in Estland um 6,2 Prozent. "Mittel- und Osteuropa bietet als Forschungs- und Produktionsstandort durchaus Perspektiven", meint Volker Booten, verantwortlicher Partner für den Bereich Chemicals & Pharma bei PricewaterhouseCoopers in Deutschland http://www.pwc.com/de. Neben Lettland gelte das vor allem für Polen, Ungarn und Tschechien. Diese Länder hätten sich unter anderem am weitesten entwickelt bei der Angleichung des Patentrechts an den EU-Standard.



"Das Wirtschaftswachstum zeigt, wie stark die kleinen und flexiblen Volkswirtschaften von der EU-Aufnahme profitieren. Zudem sind die oft noch stärker als die Aktienkurse gestiegenen Unternehmensgewinne zu bedenken", sagt Jörg Peisert, Geschäftsführer der Düsseldorfer Jörg Peisert und Partner Vermögensmanagement GmbH http://www.jpp-online.com. Das schlage sich auch an der Börse nieder: So ist der Baltix-Index seit Anfang 2000 um sagenhafte 469 Prozent gestiegen. Und im Gegensatz zu vielen alten EU-Staaten sei die Stimmung in den baltischen Ländern gut. Es werde konsumiert, überall gebaut und investiert. Besonders der Aussenhandel floriere. "Allein in Lettland haben mittlerweile hunderte Unternehmen aus der Bundesrepublik investiert", so Peisert, der schon seit Jahren auf die Emerging Markets setzt. Und Lettland gehöre ausserdem zu denjenigen Ländern, deren politische Stabilität Anlegern keine grauen Haare beschere.

Die baltischen Staaten hätten seit ihrer Unabhängigkeit einen "rigorosen Transformationsprozess zur Marktwirtschaft" hingelegt, sagt Claus-Friedrich Laaser, Baltikum-Experte vom Kieler Institut für Weltwirtschaft http://www.uni-kiel.de/ifw/. "In dieser Zeit haben sie es geschafft, sich in die Weltwirtschaft zu integrieren." Mehr als 60 Prozent der Exporte Estlands und Lettlands gehen inzwischen in die EU. Die meisten Volkswirte sehen die baltischen Staaten auch weiterhin auf Wachstumskurs. Der tiefste Schätzwert der Bank Austria-Creditanstalt für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in den kommenden beiden Jahren liegt im Falle Litauens für das Jahr 2007 bei 5,9 Prozent. Auch wenn steigende Löhne und Energiekosten den Unternehmen das Leben erschweren, sollte dieses Umfeld 2006 weitere Gewinnzuwächse erlauben.


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Datum: 16.02.2006 - 12:14 Uhr
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