Mittelstand ist bei Urheberrechtsverletzung am meisten gefährdet
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Mittelstand ist bei Urheberrechtsverletzung am meisten gefährdet
Intellectual-Property-Problematik in China kostet deutsche Unternehmen jährlich Milliarden
München, 23. Februar 2006 - Verstösse gegen die Intellectual-Property-Rechte sind immer wieder ein aktuelles Thema. Im Zentrum dieser Diskussionen befindet sich vor allem China - wie auch im jüngsten Fall eines möglichen Technologiediebstahls beim deutschen Transrapid-Konsortium. Trotz Bemühungen der chinesischen Regierung zum Schutz des geistigen Eigentums ist eine spürbare Verbesserung bisher noch nicht festzustellen. Besonders ernst zu nehmen ist die Intellectual-Property-Problematik bei technologiekritischen Produkten. Hier besteht auch für China-erfahrene Unternehmen in der Zusammenarbeit mit dortigen Geschäftspartnern das grösste Risiko, dass zentrales geistiges Eigentum verloren geht. "Es sind bei weitem nicht nur die Grossunternehmen, die die Produktpiraterie fürchten müssen," erklärt Marc Staudenmayer von der Unternehmensberatung ARAIA, "vielmehr hat für die Mittelständler der Verlust des geistigen Eigentums die nachhaltigsten Folgen. Ihre Produkte sind so erfolgreich, dass sie kopiert werden, die Unternehmen selber sind aber oft nicht in der Lage, sich dagegen entsprechend zu verteidigen", so Staudenmayer. Aktuell wird der durch die Produktpiraterie entstehende Schaden auf ungefähr 600 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Zwar ist die Zahl der Strafverfahren auf Grund von Urheberrechtsverletzungen in letzter Zeit stark gestiegen, meist sind es aber grosse Unternehmen, die davon profitieren. Der Nutzen für den Mittelstand ist weitaus geringer.
Das Motiv für ein Engagement in China ist neben den möglichen Einsparungen in Beschaffung oder Produktion vor allem die Hoffnung darauf, an der Erschliessung dieses riesigen Marktes teilzuhaben. "Das Risiko, in China nicht dabei zu sein, ist grösser, als das Risiko dabei zu sein," hat Heinrich von Pierer die Stimmung einmal treffend zusammengefasst. China-Investitionen dürfen allerdings nicht übereilt getätigt werden, sondern müssen sorgfältig vorbereitet werden. Von Anfang an muss den Unternehmen bewusst sein, dass durch den möglichen Transfer von geistigem Eigentum langfristig die Existenz eines Unternehmens geschädigt werden kann. Längst werden in China nämlich nicht mehr nur einfache Konsumgüter nachgeahmt, sondern mehr und mehr auch aufwendige Investitionsgüter. Technologien, die mehrere Jahre Forschungs- und Entwicklungsaufwand benötigt haben, werden mitunter in China in einigen Monaten nachgebaut. Damit entsteht die Situation, dass nicht mehr nur die ursprünglichen Hersteller den Markt bedienen, sondern auch Unternehmen, die sich dessen geistigen Eigentums bemächtigt haben. Diese Problematik wird noch dadurch verschlimmert, dass die kopierten Produkte anschliessend nicht nur in China vertrieben werden, sondern oftmals auch exportiert werden.
"Trotz der Gefahren des Technologiediebstahls wäre es jedoch überaus fahrlässig, Aktivitäten in China aus diesen Gründen pauschal auszuschliessen", unterstreicht Staudemayer. Es gilt jedoch, überstürzte Aktionen zu vermeiden. "Bei sorgfältiger Planung durch landeskundige Experten lassen sich viele Risiken von vornherein ausschliessen. Grundsätzlich sollten die Unternehmen sorgfältig darüber nachdenken, welches Know-how geschützt werden muss und wo man Verluste hinnehmen kann." Bestimmte Produkte sollten besser nicht ins Land gebracht werden. Vor allem muss überleget werden, wie man mit den lokalen Entwicklungsinstituten zusammenarbeitet. Dies ist zwar oft Bedingung für ein Engagement, es ist aber genau zu prüfen, wie weit der Technologietransfer gehen kann. Eine Lösungsmöglichkeit sind "Franchising-Verträge", die mit lokalen Partnern abgeschlossen werden. Die chinesischen Partner werden so in die Lage versetzt, für einen bestimmten Markt oder ein bestimmtes Marktsegment das Know-how der Kooperation zu nutzen und unter eigenen Namen zu vermarkten. Gleichzeitig verpflichten sie sich im Gegenzug, auf den übrigen Märkten nicht tätig zu werden.
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ARAIA ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung mit Fokus auf Supply Management. Unter dem Namen MASAÏ 1996 gegründet, basiert der Erfolg von ARAIA auf umfassenden Beratungsleistungen für die ganze Bandbreite des Supply Management. Von der strategischen Analyse bis zur vollständigen Implementierung von Lösungen bietet ARAIA weit reichendes Know-How in Spend Transparency, Strategic Purchasing, Compliance Management und Operational Procurement. Dabei kann ARAIA auf eine langjährige Expertise in Change Management, Design / Redesign To Cost oder Lean Manufacturing zurückblicken. Hauptsitz von ARAIA ist München, daneben unterhält die Unternehmensberatung Niederlassungen in Köln, Hamburg und Warschau und verfügt über Sourcing Büros in China, Süd-Korea, Indien, Polen, Türkei und Tunesien.
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