Klärschlamm auf der IFAT ENTSORGA 2010: Viele Wege für ein inhomogenes Produkt
- Starker Unterschied zwischen Rückstandsmaterial aus kommunalen oder industriellen Kläranlagen
- Vielfältige Verwertungsstrategien innerhalb Deutschlands, aber auch im europaweiten Vergleich
- IFAT ENTSORGA 2010 präsentiert die gesamte Bandbreite der technologischen Behandlungs-, Nutzungs- und Entsorgungsmöglichkeiten
Im Jahr 2008 wurden in Deutschland rund 2,1 Millionen Tonnen Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen entsorgt. Knapp 53 Prozent davon landeten in Verbrennungsanlagen, etwa 29 Prozent fanden als Dünger den Weg in die Landwirtschaft und gut 16 Prozent wurden kompostiert oder dienten dem Landschaftsbau sowie der Rekultivierung von Bergbauhalden und industriellen Altstandorten. Die Deponierung von Klärschlamm ist in Deutschland nur noch mit Sondergenehmigungen zulässig, der Deponierungsanteil betrug demnach im Jahr 2008 lediglich 0,1 Prozent.
Bei diesen Mittelwerten darf nicht übersehen werden, dass das Verhältnis von thermischer zu stofflicher Verwertung zwischen den einzelnen Bundesländern stark variiert. Während zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern 86 Prozent des Klärschlamms in die Landwirtschaft flossen, dominierte die thermische Entsorgung unter anderem in Berlin mit 100 Prozent, in Hamburg ebenfalls mit 100 Prozent und in Baden-Württemberg mit knapp 87 Prozent.
Einen aktuellen Überblick über die Lage und die Entwicklungstendenzen der Klärschlammentsorgung in Europa gibt eine Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Studie des deutschen Trend- und Marktforschungsinstituts trend:research. In ihrer Prognose gehen die Analysten von einer europaweiten Zunahme der energetischen Verwertung von bis zu 50 Prozent aus.
Hier einige Hinweise auf in der Studie herausgearbeitete, länderspezifische Entwicklungen:
In der Schweiz ist seit Herbst 2008 die landwirtschaftliche Düngung mit Klärschlamm verboten. Seither geht der Stoffstrom fast ausschließlich in die Verbrennung.
Dänemark plant, aus der "bodenbezogenen Klärschlammverwertung" sukzessive auszusteigen. Nach Einschätzung der trend:research-Experten bieten sich dort den Herstellern von Monoverbrennungsanlagen in Zukunft gute Marktchancen.
In den ost- und südeuropäischen Staaten wird in den nächsten Jahren das Aufkommen an kommunalem Klärschlamm durch den zunehmenden Anschluss an effektive Kläranlagen stark ansteigen. Nach den Erhebungen der Studie lag im Jahr 2008 der Anteil der energetischen Verwertung in Osteuropa durchschnittlich noch unter einem Prozent. Speziell in Polen könnte mit der voranschreitenden Anpassung an das EU-Recht die Mitverbrennung in Müllverbrennungsanlagen (MVA) steigen. Allerdings verzögere sich dort der Bau von neuen MVA durch bürokratische Hemmnisse und Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung.
Die Behandlung von Klärschlamm in all ihren Facetten wird traditionsgemäß auch ein wichtiges Thema auf der internationalen Umweltmesse IFAT ENTSORGA sein. Vom 13. bis 17. September 2010 können auf dem Münchener Messegelände die auf dem Markt angebotenen Komponenten, Systeme und Anlagen rund um den bedeutenden Abfallstoff gesichtet und verglichen werden egal ob es sich um die Eindickung, die Entwässerung und Trocknung, die Verbrennung und Vergasung oder neue stoffliche Verwertungswege handelt.
Auch im Rahmenprogramm der Messe findet sich das Thema "Klärschlamm" wieder: Beim 15. Internationalen Symposium Wasser, Abwasser, Abfall, Energie wird am Nachmittag des 14. September 2010 das "Klärschlammmanagement" in Vorträgen und Diskussionen intensiv beleuchtet.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Über die IFAT ENTSORGA
Mit 2.605 Ausstellern aus 41 Ländern sowie rund 120.000 Fachbesuchern aus 170 Ländern präsentierte sich die IFAT im Jahr 2008 mit neuen Rekordzahlen. Ab 2010 kooperieren die Messe München und der BDE. In diesem Kontext wird die IFAT zur IFAT ENTSORGA, Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Sie findet vom 13. bis 17. September 2010 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Die IFAT ENTSORGA ist die weltweit wichtigste Fachmesse für Innovationen, Neuheiten und Dienstleistungen in den Bereichen Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft.
Über die Messe München International (MMI)
Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in Südamerika. Mit sechs Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa und Asien sowie 64 Auslandsvertretungen, die mehr als 90 messerelevante Länder der Welt betreuen, verfügt die MMI über ein weltweites Netzwerk. Als global tätiges Unternehmen leistet die Messe München International bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit einen wesentlichen Beitrag.
Weitere Informationen unter www.ifat.de
Messe München GmbH
Bettina Schenk
Messegelände
81823
München
bettina.schenk(at)messe-muenchen.de
(+49 89) 949-20243
http://www.ifat.de
Datum: 15.04.2010 - 18:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 189740
Anzahl Zeichen: 3956
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Bettina Schenk
Stadt:
München
Telefon: Tel. (+49 89) 949-20 243
Kategorie:
Energie & Umwelt
Meldungsart:
Anmerkungen:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 361 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Klärschlamm auf der IFAT ENTSORGA 2010: Viele Wege für ein inhomogenes Produkt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Messe München GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Unter der Schirmherrschaft Seiner Exzellenz. Abdulrahman Abdulmohsen A. AlFadley, Minister für Umwelt, Wasser und Landwirtschaft, findet vom 26. bis 28. Januar 2026 die erste IFAT Saudi Arabia im Riyadh Front Exhibition and Conference Center statt. In den Bereichen Abfallwirtschaft, Recycling, Wa
Messe München: Rekordergebnis mit 530 Millionen Euro Umsatz im weltweiten Konzern ...
- Messechefs Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel: Die Messe München hat in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld ihre Stellung als einer der wichtigsten Messeplätze weltweit untermauert - Starke Profitabilität im Kerngeschäft in München und im Konzern bringt Rekordergebnis: 530 Millionen
Internationale Umfrage zur electronica 2024: Verbraucher erkennen hohes Potential für Klimaschutz und Nachhaltigkeit ...
Mit digitalen Technologien können Gesellschaften Nachhaltigkeitszielen wirksam Rechnung tragen. Auch wenn es teils erhebliche Unterschiede in der Akzeptanz und Nutzungsintensität von Smart Home und Smart Mobility gibt, sehen die Verbraucher in Europa, USA und Asien ähnlich hohes Potenzial für de
Weitere Mitteilungen von Messe München GmbH
Der Erfinder ...
Erfinder Haben es nicht leicht in diesen Zeiten, denn von Ihnen wird erwartet dass Sie die Lösungen für alles schon parat haben. Der eine oder andere hat schon Lösungen im Keller und traut sich nicht diese ans Tageslicht zu bringen oder er muss erst mal sehr viel Geld Investieren. Nicht auf der
Erster Carrotmob in Köln: Bürger stärken Klimaschutz aktiv ...
Am kommenden Samstag, den 17. April findet erstmalig ein Carrotmob in Köln statt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bürger. Sie können mit einem Einkauf im „Obst und Gemüse Land“ in der Zülpicher Straße 307 helfen, das Klima zu schützen: 75 Prozent des Tagesumsatzes werden in die klimafreun
Neue Materialien für das Bad ...
Beschlagene Spiegel ade Beschlagene Spiegel nach dem Duschen können in Zukunft ganz einfach verhindert werden: durch die Wand- und Deckenbeschichtung mit feuchtigkeitsregulierenden Naturmaterialien. Im Bad gehören beschlagene Fensterscheiben und Spiegel schon fast zum Alltag. Die meisten haben
ABB und Deutsche Telekom entwickeln Lösungen für das intelligente Stromnetz ...
14.04.2010 Kooperationsvertrag geschlossen Neuer Markt für die Energiebranche Erstes Projekt in T-City Friedrichshafen Der Spezialist für Energie- und Automationstechnik ABB und die Telekomtochter für Informations- und Kommunikationstechnik T-Systems entwickeln künftig Lösungen für int




