US-Investoren: Deutschland gewinnt an Attraktivität
16.03.2006 - 14:11 | 19156
(firmenpresse) - Berlin - Mehr als 30 Prozent der US-Unternehmen in Deutschland planen Neueinstellungen, 44 Prozent wollen 2006 mehr investieren und 72 Prozent der Befragten bewerten den Regierungswechsel in Berlin positiv. Diese Ergebnisse einer Umfrage unter 150 US-Investoren stellten die Amerikanische Handelskammer in Deutschland http://www.amcham.de und The Boston Consulting Group (BCG) http://www.bcg.de heute, Donnerstag, auf einer Pressekonferenz in der deutschen Hauptstadt vor. Deutschland ist mit 120 Milliarden Euro Investitionen und 850.000 direkten Arbeitsplätzen ein Zentrum der US-Investitionen in Europa und hat gegenüber Grossbritannien an Attraktivität gewonnen.
Die amerikanischen Investoren können das Jahr 2005 als Erfolg verbuchen: 58 Prozent der US-Unternehmen konnten ihren Umsatz steigern, 76 Prozent erwarten auch 2006 weiteres Wachstum. 36 Prozent der Befragten gaben an, ihre Bewertung des Wirtschaftsstandorts Deutschland habe sich in den vergangenen zwölf Monaten verbessert. Anfang 2005 äusserten nur 22 Prozent diese Meinung. "So gute Noten wie in diesem Jahr hat der Standort noch nie bekommen", sagte Fred B. Irwin, Präsident der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany). In Deutschland sei ein neuer Optimismus zu verspüren. So beurteilen 72 Prozent der Befragten den Regierungswechsel als positiv.
Bei Kompetenzzentren, die auf Marketing, Vertrieb und Entwicklung ausgerichtet sind, liegt Deutschland mit 54 Prozent sogar deutlich vor dem Konkurrenten Grossbritannien, der auf nur 26 Prozent kommt. Die Bilanz für den Arbeitsmarkt fällt jedoch gemischt aus: Den 31 Prozent der Unternehmen, die Neueinstellungen planen, stehen 28 Prozent gegenüber, die 2006 weiter abbauen wollen. Besorgniserregend fällt auch die Bewertung des Forschungsstandorts aus: Vier von fünf Pharmaunternehmen geben der Forschung und Entwicklung "Made in Germany" nur schlechte Noten. Selbst in der traditionell starken Automobilbranche wollen nur 25 Prozent der Zulieferer und Hersteller ihre F&E-Aktivitäten in Deutschland ausbauen.
"Die an sich erfreulichen Ergebnisse der Umfrage untermauern die Forderung des deutschen Mittelstands, dass die Bundesregierung das Reformtempo deutlich erhöhen muss", so Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de. "Der Optimismus der amerikanischen Investoren kann auch wieder ganz schnell abflauen. Die Regierung in Berlin wäre gut beraten, wenn sie die derzeitige gute Stimmung bei den potentiellen Investoren und den Bürgern dazu nutzt, die nötigen Reformen bei der Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik sowie beim Bürokratieabbau jetzt zügig anzupacken. Wir müssen darauf achten, dass wir als Forschungsstandort nicht weiter zurückfallen und sich die positive Stimmung auch in mehr Jobs niederschlägt."
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