Mitbestimmung nützt Standort Deutschland
ID: 19367

(firmenpresse) - Prof. Bernd Frick, Dekan der Wirtschaftsfakultät der Private Universität Witten/Herdecke, bricht in einem Beitrag für das Handelsblatt (Nr. 57/06) eine Lanze für Arbeitnehmer-Mitbestimmung in deutschen Betrieben
Mitbestimmung wird insbesondere von vielen Arbeitgebervertretern immer wieder als ein Standortnachteil für Unternehmen in Deutschland bezeichnet. Deshalb wird die nahe liegende Frage kaum noch gestellt, ob die Mitbestimmung nicht vielleicht sogar ein strategischer Wettbewerbsvorteil ist, den es zu erhalten gilt. Mit Blick auf neuere wirtschaftswissenschaftliche Forschung liegt jedenfalls der Schluss nahe, dass Mitbestimmung dem Standort Deutschland eher nützt als schadet.
Die dazu verfügbaren Studien zum Einfluss von Betriebsräten auf die betriebliche Performance kommen zu sehr differenzierten Ergebnissen: Einem statistisch signifikant positiven Einfluss auf die Arbeitsproduktivität steht ein negativer auf die Arbeitskosten gegenüber; das Investitions- wie das Innovationsverhalten bleiben demgegenüber offenbar völlig unbeeinflusst.
Schon diese Befunde widersprechen deutlich der allgemeinen Klage, bei den in lediglich 15 Prozent deutscher Unternehmen vorzufindenden Betriebsräten handele es sich um "wohlfahrtsmindernde Kartelle" oder gar "rücksichtslose Umverteilungsinstanzen."
Eine grössere Zahl von Untersuchungen zeigt weiterhin, dass in Unternehmen mit Betriebsräten nicht nur arbeitgeberseitige Entlassungen, sondern auch arbeitnehmerseitige Kündigungen sehr viel seltener vorkommen als in vergleichbaren Betrieben ohne Arbeitnehmervertretungen. Offenkundig tragen die Betriebsräte dabei auch den betrieblichen Interessen Rechnung.
Darüber hinaus wird in Unternehmen mit einer aktiven Arbeitnehmervertretung signifikant mehr in die berufliche Erstausbildung und in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert.
Schliesslich wird durch Betriebsräte auch die Akzeptanz innerbetrieblicher Reorganisationsprozesse positiv beeinflusst, so Frick.
Die grosse Mehrheit der Betriebsräte verstehe sich weniger als "Klassenkämpfer", sondern als "verantwortungsbewusste Co-Manager". In der empirischen Wirtschaftsforschung sei die "unkooperative" Arbeitnehmervertretung "eine recht seltene Spezies", betont Frick, der an der Universität Witten/Herdecke den "Reinhard-Mohn-Stiftungslehrstuhl für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und gesellschaftlichen Wandel" inne hat.
Pressekontakt: Dr. Olaf Kaltenborn, Tel.: 02302/926-848;
Prof. Dr. Bernd Frick, Tel.: 02302/926-575, Mail: bfrick@uni-wh.de,
www.uni-wh.de/wiwi
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: olafk
Datum: 28.03.2006 - 11:22 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 19367
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Olaf Kaltenborn
Stadt:
58448 Witten
Telefon: 02302/926-848
Kategorie:
Bildung & Beruf
Meldungsart: bitte
Versandart: bitte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 1204 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mitbestimmung nützt Standort Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Private Universität Witten/Herdecke (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Institut für Finanzmarktforschung und Qualitätssicherung (IFQ) der Universität Witten/Herdecke begrüsst zwölf "Studierende" verschiedener Branchen, die sich berufsbegleitend zu unabhängigen Sachverständigen ausbilden lassen In Deutschland besteht ein gravierendes Defizit an aus
Weniger Gespräche am Krankenbett ...
Wittener Pflegewissenschaftler präsentieren Abschlussergebnisse einer Studie zu Tätigkeiten des Pflegepersonals in Kliniken auf einer Tagung am 8. Dezember 2006 Welchen Einfluss hat die reformierte Krankenhausfinanzierung auf die Tätigkeiten des Pflegepersonals? Mit dieser Frage beschäftigte
Die Zukunft der Medizin ist weiblich ...
Untersuchung der von Studierenden der Universität Witten/Herdecke gegründeten Unternehmensberatung NOHETO! belegt unterschiedliches Therapieverhalten von Ärzten und Ärztinnen Ärztinnen unterscheiden sich in ihrem Therapieverhalten von ihren männlichen Kollegen. Dies ist zentrales Ergebnis e
Weitere Mitteilungen von Private Universität Witten/Herdecke
Wollen Sie 81 Prozent sparen? ...
Berlin - Versuchsteilnehmer einer neuen Seminarmethode sparen 25 Prozent gegenüber späterem Seminarpreis und sogar über 80 Prozent zum Preis des ursprünglichen Intensiv-Seminars ein. Der Trainer für Persönlichkeitsentwicklung und Verkaufsförderung Dietmar Feigenspan, hat ein neues Seminarsys
Freie Fahrt durch die Arbeitswelt mit dem ArbeitsRatgeber ...
Zu allen Arbeitsthemen die wichtigsten Informationen kurz und bündig "Immer Bescheid wissen im Arbeitsleben" ist das Motto der kostenlosen Internet-Plattform http://www.arbeitsratgeber.com. Unter mehr als 120 Stichworten werden rund 400 Institutionen und 1.500 Links aufgeführt, um sch
Firma Mindconsult Haas zeigt alternative Wege der Kundenakquise auf ...
Sie brauchen unbedingt noch einige Kunden in diesem Monat, um Ihre Unkosten zu decken und Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Sie wollen Ihren Umsatz steigern? Es gibt viele kostenintensive Möglichkeiten, um Kunden zu akquirieren: Anzeigen schalten, potentielle Kunden telefonisch kontaktieren, Fly
Kreative Mitarbeiter erzielen mit Ideenmanagement Kostensenkungen in Milliardenhöhe ...
Mehr als 1,2 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen im Jahr 2004 durch die Ideen und Kreativität ihrer Mitarbeiter bereits eingespart. Mit einem systematisch betriebenen Ideenmanagement und effizienten Vorschlagswesen für Verbesserungen lassen sich in jedem Unternehmen erhebliche Kostensenkung




