Der Internet-Schock - BBC plant für die zweite digitale Welle

Der Internet-Schock - BBC plant für die zweite digitale Welle

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(firmenpresse) - Frankfurt am Main/London/Bonn - Die BBC blickt in die digitale Zukunft und plant radikale Veränderungen, um den Herausforderungen der interaktiven Ära des iPods, des Breitband-Internetzugangs und des zunehmend raffinierten Mobiltelefons gewachsen zu sein. Das berichtet die FAZ. Mark Thompson, Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, habe eine kreative Strategie für die "erstaunlichen, verwirrenden, aufregenden und inspirierenden" Veränderungen der nächsten Jahre bekanntgegeben, die in der für das Jahr 2012 angekündigten Umstellung von analog auf digital gipfeln. Das erfordere ein radikales Umdenken in der Art, wie der Programminhalt konzipiert, in Auftrag gegeben, produziert, verpackt und vertrieben werde, sagte Thompson in einem Vortrag. Man müsse sich auf einen Schock gefasst machen: Die zweite digitale Welle werde viel eingreifender sein als die erste und die Fundamente der traditionellen Medien wegschwemmen.

"Sein Fünfjahresplan sieht die Umstrukturierung der Internetpräsenz mit einem höheren Video-Gehalt vor, grössere interaktive Möglichkeiten, eine neue Suchmaschine, deren Priorität mit dem Schlagwort ‚Auffindbarkeit’ gekennzeichnet wird, sowie besondere Internetportale für Sport, Musik, Essen und Trinken, Gesundheit und Naturwissenschaft. Es soll mehr Blogs und Interaktion mit dem Publikum geben. Der Nachrichtenkanal ‚News 24’, der als Zusatz geführt wurde, soll in den Mittelpunkt rücken und von den namhaften Moderatoren bedient werden, die bislang die traditionellen Sender zierten. Das Zeitgeschehen wird ‚verdaulicher’ gestaltet mit Kurzbeiträgen von fünfzehn Minuten, die ein jüngeres Publikum anziehen und auch von Zuschauern unterwegs empfangen werden könnten", so die FAZ.

Thompson warnte, dass die BBC Gefahr laufe, eine ganze Generation zu verlieren, wenn sie sich dem Wandel nicht anpasse. Die Grundüberholung sei das Ergebnis einer einjährigen Untersuchung, die unter anderem ergeben hat, dass sechzig Prozent der Briten aus der Altersspanne zwischen sechzehn und vierundzwanzig Jahren weniger als drei Stunden in der Woche das Angebot von BBC nutzen und sogar ein Viertel von ihnen keine BBC-Sendung sieht. "Lessons learned", anders kann man nach Ansicht des Internetexperten Michael Sander vom Beratungshaus Terra Consulting Partner http://www.terraconsult.de in Lindau die strategischen Pläne der BBC kaum kommentieren. "Offensichtlich will man sich bei der BBC nicht wie in der Musikindustrie bereits geschehen, auf dem Feld der Strategie von einem Branchenfremden, damals Apple, vorführen lassen. Man will zeigen, dass die eigene Kompetenz ausreicht, sich mit technologischen Paradigmenwechseln kreativ auseinander zu setzen", so die Einschätzung von Sander. " Der Medienkonsument der Zukunft wird mehr Unterstützung bei der Suche und Auswahl des Informationsangebotes nachfragen. Hierbei geht es vordringlich um Convenience und Usability. Es wird noch sehr viel ausprobiert werden müssen, welches die geeigneten Formen sind, um einem taschengeldabhängigen Teenager das richtige Medienangebot ebenso passend zu präsentieren wie einem wohlhabenden Rentnerehepaar", meint Sander. Um diesen hohen Grad an Individualität liefern zu können, müsse ein Sender virtuell werden. Die BBC habe den ersten richtigen Schritt getan.



Arnold Weissmann, Professor für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Regensburg http://www.fh-regensburg.de und Inhaber des Beratungsunternehmens Weissmann & Cie, gelangt zu der Einsicht, dass steigende Informationsflut von den Kunden nicht mehr zu bewältigen ist. "Im Trend liegen daher elektronische Medien, die es erlauben, den Medienkonsum über Präferenzfilter zu steuern", so Weissmann. Nach Analysen der Kommunikationsberaterin Sabine Sohn von der Bonner Agentur nic.pr http://www.nic-pr.de seien die Veränderungen irreversibel: "Die klassischen Medien haben ihr Deutungs- und Vermittlungsmonopol verloren. Das bisher einträgliche Nebeneinander verschiedener Medien löst sich auf", prognostiziert Sohn.

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