Sport, Spass und Spiel und die Ökonomie - Stimuliert die Fussball-WM die Konjunktur in Deutschland?

Sport, Spass und Spiel und die Ökonomie - Stimuliert die Fussball-WM die Konjunktur in Deutschland?

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(firmenpresse) - Bonn/Berlin - Kurz vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland häufen sich die negativen Schlagzeilen. Bei der Vergabe der Eintrittskarten herrscht Chaos und rechtliche Unsicherheit für Sponsoren. Und jetzt sorgte auch noch Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye (SPD) für Aufsehen, als er bestimmte Regionen in den neuen Ländern als äusserst gefährliche Zonen für Ausländer deklarierte. Eine weitere Nachricht dämpft den Optimismus der Wirtschaft im Lande. Von der Austragung der WM seien keine spürbaren Impulse auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zu erwarten, so der aktuelle Wochenbericht 20/2006 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de in Berlin. Auch von den im Vorfeld des Turniers getätigten Investitionen seien keine gesamtwirtschaftlichen Effekte ausgegangen.

Ein Anstieg des privaten Konsums sei nicht zu erwarten. Ebenso dürfe nicht mit grossem touristischen Andrang gerechnet werden, da die WM-Besucher andere Touristen verdrängen könnten. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung http://www.berlinonline.de entpuppt sich das Fussball-Event zu einem "Verlustgeschäft" für die Hotelbranche. Man habe sich zuvor kräftig verrechnet: "Berlin platzt zur WM aus allen Nähten, glaubten alle noch zu Beginn des Jahres. Doch abgesehen von Jugendherbergen und Hostels, die Mehrbettzimmer für junge Reisende anbieten, sind überall noch Zimmer zu haben. In den Tagen zwischen den Spielen betrage die Auslastung bislang nur 60 Prozent.

Einzelne Wirtschaftszweige dürfen jedoch sehr wohl auf einen positiven Anschub hoffen. Trotz der Insolvenz des Goleo-Herstellers Nici http://www.nici.de machten einige Spielehersteller mit Fussball-Produkten gute Geschäfte, schreibt das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de. Bei der Firma Ravensburger http://www.ravensburger.de machen Fifa-Produkte allein rund 3,5 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Und der Tipp-Kick-Hersteller aus Villingen-Schwenningen verkaufte von Januar bis April 2006 schon mehr Spiele, als im gesamten letzten Jahr zusammen. 2005 waren es 100.000 Spiele, 2006 sollen es 250.000 werden.



Zuversicht herrscht auch bei den Anbietern von so genannten Sportwetten. Vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Liberalisierung des Sportwettenmarktes in Deutschland war prognostiziert worden, dass innerhalb eines Jahres rund 30.000 Ladenlokale in Deutschland entstehen könnten. "Natürlich kann der aufstrebende Sportwettenmarkt Deutschlands nicht sofort mit England gleichziehen. Dort gibt es in jeder kleineren Stadt einen Shop, wo die Leute auf Hunde- oder Pferderennen, Fussball oder was auch immer setzen können. Die reichsten Männer auf der Insel haben ihr Geld mit dem Wettgeschäft gemacht. Bei uns gibt es zurzeit an die 2.000 Annahmestellen", schreibt Jörg Peisert, Geschäftsführer der Jörg Peisert und Partner Vermögensmanagement GmbH http://www.jpp-online.com in der aktuellen Ausgabe seines Finanzbriefes, der das Schwerpunktthema Sportwetten hat. Trotz aller politischen und juristischen Unwägbarkeiten sei klar, dass die Uhr nicht mehr zurückgedreht werden kann. "Sportwetten sind auch in Deutschland im Kommen. Natürlich sind noch ausländische Bürger oder Leute mit solchen Wurzeln wettbegeisterter als die Einheimischen. Doch wenn ich mich in der Branche umhöre, dann bekomme ich immer wieder gesagt: Die breit angelegte Berichterstattung in den Medien und die WM haben das Thema so ins Bewusstsein der Menschen gerückt, dass immer mehr auf den Geschmack kommen und kleinere oder grössere Summen ‚aufs Spiel setzen’", so der Düsseldorfer Vermögensberater.
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