Wenn der Kunde zum Entwickler wird - Unternehmen setzen bei Produktneuheiten auf Open Innovation
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Um die Ergebnisse gewaltiger Marktforschungs- und Marketingmühlen zu verfeinern, setzen mittlerweile viele Firmen auf den Kunden als so genannten Co-Innovator. "Immer mehr Firmen verlassen sich bei der Suche nach Neuerungen nicht auf die eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, sondern zapfen zugleich die Schöpfungskraft der Kundschaft an", berichtete Constantin Gillies in der Financial Times Deutschland http://www.ftd.de. Beim Markenartikler Procter und Gamble http://www.procterundgamble.de etwa gehen demnach bereits zehn Prozent aller Neuprodukte auf externe Ideen, die so genannte Open Innovation, zurück. Zwar sei nicht jeder Kunde auch ein geborener Erfinder, aber Prognosen der britischen Economist Intelligence Unit http://eiu.com bestätigen, dass die wichtigsten Veränderungen in der Geschäftswelt künftig von der Schnittstelle zum Kunden ausgehen werden. Auch Horx hält ein Plädoyer dafür, "einen etwas "wehmütigen" Abschied von der aufgedrehten und künstlichen Sprache des Marketing zu versuchen und sich wieder dem Wesentlichen der Welt zuzuwenden, nämlich dem Menschen, seinen Bedürfnissen, auch seinen Aversionen und seinen unerlösten Bedürfnissen."
"Innovationen zu managen ist ein entscheidender Punkt auf dem Weg zum Erfolg", bestätigt auch Axel Schnell vom Stuttgarter IT-Dienstleister Nextiraone http://www.nextiraone.de. "Ideen für neue Produkte zu entwickeln, sollte systematisch betrieben werden. Dabei sollten nicht nur die Ideen der eigenen Mitarbeiter, sondern auch der Partner und Kunden genutzt werden". Allerdings dürfe man sich nicht auf einseitige Ideen festlegen. "Sie brauchen die innovativen Querdenker genau wie die Vertreter der Kundenmehrheit", sagt Ellen Enkel, Leiterin des Kompetenzzentrums Open Innovation der Universität St. Gallen http://www.item.unisg.ch. Und: "Mit dem Internet ist ein Weg entstanden, den Kunden direkt zu involvieren."
"Open Innovation ersetzt zwar nicht die klassischen Innovationsvorgänge", weiss Frank Piller von der Technischen Universität München http://www.tu-muenchen.de , "das Verfahren optimiert aber die Produktentwicklung." Unternehmen kommen damit auf wirkliche Basisinnovationen und vermeiden zeit- und kostenaufwendige Trial-and-error-Schleifen. Auch Sony http://www.sony.de hat zur Weiterentwicklung der Software für die Play-Station eine Web-Site installiert, auf der Kunden Ideen für neue Spiele entwerfen und diese auch entwickeln können. Kurz nach dem Start waren 10 000 Teilnehmer auf dieser Site aktiv. Und Lego http://www.lego.com bietet Baukästen an, die auf den Konstruktionen namentlich genannter Endkonsumenten entstehen. Deren Entwürfe sammeln die Dänen über ihre Website und lassen sie von anderen Kunden bewerten. Allerdings zeigt sich, dass Kunden auch durch die Aussicht auf höheren Produktnutzen oder die Möglichkeit, sich mit Experten auszutauschen, zur Mitentwicklung angeregt werden. So veranstaltet der Schweizer Aufzugsanlagenbauer Schindler http://www.schindler.ch zwei- bis dreimal im Jahr Kundenworkshops: Hier bewerten Architekten und Generalunternehmer Markttrends, die der weltweit zweitgrösste Hersteller von Aufzügen zuvor identifiziert hat. Obwohl kein Honorar lockt, nehmen Kunden zahlreich teil.
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Datum: 11.07.2006 - 13:22 Uhr
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