Melancholie und große Gefühle im Deutschen Literaturfernsehen - Autoren präsentieren ihre Gedicht

Melancholie und große Gefühle im Deutschen Literaturfernsehen - Autoren präsentieren ihre Gedichte aus der "Frankfurter Bibliothek 2010"

ID: 221448

Jede Woche präsentiert das Deutsche Literaturfernsehen (www.deutsches-literaturfernsehen.de) als Literaturforum aktuelle Autorenlesungen. Dabei versteht sich das Deutsche Literaturfernsehen auf die Entdeckung und Darbietung der substantielleren Literaturen, die aus deutscher Sprache erwachsen. Seit dieser Woche präsentieren Claudia Grimm ("Das Licht"), Morgan Maiosi ("Heimkehr"), Jessica Haber ("Wer bist du wirklich?") und Anna Schmaus ("Unsterblich") ihre im "Jahrbuch für das neue Gedicht - Frankfurter Bibliothek 2010" erschienenen Gedichte. Diese Lyrik-Anthologie stellt das volle Spektrum der zeitgenössischen Lyrik vor, in dem sich die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite und Tiefe widerspiegelt.




(firmenpresse) - Claudia Grimm schreibt Gedichte, um auszudrücken, was sie bewegt und was ihr Leben bestimmt. "Das Licht" verfasste die Autorin aus der Sicht eines lyrischen Ichs, das sich bei Nacht auf den Weg zu einem Menschen macht, der ihm viel bedeutet und hierbei sehnsüchtig das Anbrechen des Morgens herbeisehnt. Grimms Verse lassen so eine Atmosphäre entstehen, die den Leser nicht mehr loslässt und die Sehnsucht des Protagonisten am eigenen Leib spüren lässt.

In Morgan Maiosis Gedicht "Heimkehr" tritt ein erzählender Protagonist auf, der Zuflucht bei einer Person sucht, die ihm sehr viel bedeutet. Für eine kurze Zeit darf der Erzähler die Wärme und Geborgenheit des ungenannten "Du" entgegennehmen, bis ihn schließlich die Erkenntnis trifft, dass er hier nicht bleiben kann. Die innere Zerrissenheit der Hauptfigur von "Heimkehr" wird hierbei von Maiosi mitreißend und berührend in Szene gesetzt.

Jessica Haber ist Schülerin und schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr Gedichte, um auszudrücken, was sie berührt und um zu verarbeiten, was in ihrem täglichen Leben geschieht. In "Wer bist du wirklich?" wird eine Person beschrieben, die vor anderen vorgibt, jemand zu sein, der sie nicht ist und hierüber auch noch Hochmut empfindet. Dass eine solche Farce nicht lange gut gehen wird, lässt sich "Wer bist du wirklich?" leicht entnehmen.

Gedichte waren schon seit jeher die Lieblingslektüre von Anna Schmaus aus dem bayerischen Regen. Nach dem Eintritt in den Vorruhestand war es ihr endlich möglich, sich intensiver mit Lyrik zu befassen. Die Autorin schrieb ihr bittersüßes Gedicht "Unsterblich", um ihre Trauer über den Verlust ihr sehr nahe stehender und viel bedeutender Menschen zu lindern. Denn Menschen, die wir lieben und die Gefühle, die wir für sie empfinden, leben in unser aller Herzen weiter, so dass sie in der Tat unsterblich sind.

Informationen zur Frankfurter Bibliothek:

Bereits in der Literarischen Romantik wurde die Idee geboren, Lyrik aus der Mitte der Gesellschaft zu veröffentlichen. Die Wiederbelebung der Lyrik aus dem Geist des Volksliedes durch den Philosophen und Dichter Johann Gottfried von Herder und sein im Jahr 1778/79 erschienes Buch "Volkslieder" führte zu einer breiten Strömung literarischen Schaffens, die das Märchen ("Kinder und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm, 1812/15), das Volksbuch und das Volkslied ("Des Knaben Wunderhorn" von Clemens Brentano und Achim von Arnim, 1806) pflegte und der Idee der dichtenden Volksseele huldigte.



Wenn man auch heute nicht mehr von einer dichtenden Volksseele spricht, so gibt es doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein breites dichterisches Schaffen, das sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. An die ganze Bandbreite und Vielfalt der Dichter wendet sich die "Frankfurter Bibliothek". Alle Autoren, die Gedichte in deutscher Sprache schreiben, können sich mit einem Gedicht um Aufnahme in die große Lyrikanthologie bewerben. Die seit dem Jahr 2000 jährlich erscheinende "Frankfurter Bibliothek" ist der romantischen Idee verpflichtet und beschreibt umfassend die lyrische Kultur unserer Gesellschaft. Der soziologische und wissenschaftliche Aspekt, der in der romantischen Idee von der dichtenden Volksseele enthalten ist und sich in den Bemühungen, Volkslyrik im Buch zu veröffentlichen, manifestierte, ist aktueller denn je.

Die "Frankfurter Bibliothek" ist ein Werk zur Dokumentation deutscher Dichtung und eine Auslese deutschsprachiger Schriftsteller. Sie wird von der Deutschen Bibliothek als Nationalbibliothek Deutschlands nachgewiesen und ist in der Österreichischen Nationalbibliothek sowie in den Staatsbibliotheken zu Berlin, Hamburg und München, in der Schweizerischen Landesbibliothek, in der Französischen Nationalbibliothek und in der weltgrößten Bibliothek, der Library of Congress in Washington, eingestellt. Darüber hinaus ist sie auch ein Informationsmittel für Verlagslektoren, die sich über Autoren und ihre Beiträge zur Gegenwartsliteratur informieren wollen.

Jahrbuch für das neue Gedicht,
Frankfurter Bibliothek 2010
Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH
890 S.
ISBN: 978-3-933800-31-2


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Der Medienmarkt ist gesättigt von den immer neuen Vorstellungen derselben amerikanischen Serienschriftsteller und ihren stark industriell geprägten Produktionen. Das Deutsche Literaturfernsehen versteht sich dagegen auf die Entdeckung und Darbietung der substantielleren Literaturen, die aus deutscher Sprache erwachsen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein Autor, wie Martin Walser, Günter Grass oder Durs Grünbein, bereits sehr bekannt ist oder ob ein Autor gerade sein schriftstellerisches Debüt vorgelegt hat und mit Engagement vorstellt. Das Deutsche Literaturfernsehen (www.deutsches-literaturfernsehen.de) ist ein Forum für neue deutschsprachige Literatur. Die Redaktion fördert insbesondere die Newcomer, von denen der Markt der Zukunft wichtige Impulse zu erwarten hat.



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Datum: 02.07.2010 - 14:45 Uhr
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