Versicherte wollen zurück zur Beitragsautonomie / Umfrage bestätigt Entscheidung der Politik gegen Kopfpauschalen / Votum für individuelle Tarife
05.07.2010 - 16:00 | 222482
(ots) - Während die Politik die Krankenkassen zu einer Tariferhöhung verdonnern und die Obergrenze für Zusatzbeiträge lockern will, verlangen die Versicherten eine Rückkehr zur Beitragsautonomie. Dies ist Ergebnis einer Internetumfrage der BKK24.
Neben der geplanten Anhebung des Einheitsbeitrags auf 15,5 Prozent sollen zur Finanzierung des Milliardendefizits Zusatzbeiträge kassiert werden, was viele Versicherte nicht akzeptieren. DAK und KKH haben dadurch zusammen 300.000 Mitglieder verloren. Die Kunden wechseln zur BKK24 und anderen Anbietern, die trotz gleicher oder besserer Leistungen keinen Zusatzbeitrag verlangen.
Die BKK24 Umfrage lieferte dazu ein klares Votum. 79,6 Prozent wollen, dass die Krankenversicherungen ihre Beiträge selbst festlegen und nach Einkommen berechnen. Dann kann jeder Kunde Preis und Leistung vergleichen und seine Entscheidung treffen. Zusatzbeiträge und Kopfpauschalen werden abgelehnt. Nur jeder fünfte verspricht sich Vorteile von einem für alle Erwachsenen gleich hohen Kassentarif. Ähnlich wie sein Kollege Ingo Kailuweit von der KKH hält Schütte den Zusatzbeitrag für zu kompliziert. "Wir verursachen jede Menge Verwaltungsaufwand, um das Geld einzuziehen." Deshalb werde die BKK24 so lange wie irgend möglich darauf verzichten. Erfahrungen anderer Kassen zeigen, dass jeder vierte Kunde den Zusatzbeitrag gar nicht erst überweist und Mahnkosten entstehen.
Für die BKK24 zählt deshalb der per Umfrage ermittelte Willen ihrer Kunden. "Unsere Mitglieder wollen die Beitragsfreiheit zurück haben", weiß der Vorstand. Jede Kasse solle also wieder so viel verlangen dürfen, wie sie für die eigenen Leistungs- und Verwaltungsausgaben braucht. "Die Versicherten laufen nur weg, wenn das Verhältnis von Preis und Leistung nicht stimmt." Weil die weiter umstrittene Erhöhung des Einheitsbeitrages nicht kostendeckend wäre,
sollen auch die Leistungen auf den Prüfstand. "Das ist das Gegenteil dessen, was die Reform einmal wollte." Der Wettbewerb würde weiter eingeschränkt, weil man immer weniger Zusatzangebote für die Gesundheitsvorsorge machen könne.
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