Die Alternative zum MBA
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Sie ist eines der ehrgeizigsten Gründungsprojekte der letzten Jahre an der Privaten Universität Witten/Herdecke - die Sino-German-School of Governance (SGSG). Nach einer zweijährigen Vorbereitungsphase, finanziell grosszügig unterstützt durch die Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, beginnt sie im Oktober 2006 mit 18 Studierenden die zweijährige Präsenzphase bis zum Masterabschluss in Witten, darunter 16 Chinesen und zwei deutsche Sinologen. Gleichzeitig startet die Kooperation mit der renommierten Central-European-University in Budapest durch die Gründung eines zweiten internationalen Master-Programms, die mit einer Umbenennung zur "Sino-European-School of Governance" einher geht. SGSG-Schirmherrin und NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben: "Gemeinsam mit ihren exzellenten Partnern in China und Europa leistet die Sino-European School of Governance einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen China und Europa."
Mit ihrem bereits erfolgreich gestarteten "Master Program in International Business Management" versteht sich die SGSG "als Partner bei der Personalentwicklung global operierender Unternehmen des Mittelstandes", so Gründungsdirektor Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath. Neben der SGSG wird das Programm getragen durch die Universität Nanjing, die University of International Business and Economics in Beijing und die Zhejiang University. Schwerpunkte sind Internationales Management und - in Witten besonders wichtig - die individuelle Entwicklung von Führungspersönlichkeiten. Damit hebt es sich deutlich von konventionellen MBA-Programmen "von der Stange" ab. Herrmann-Pillath: "Führen heisst, Governance-Probleme zu erkennen und kreative Lösungen entwickeln. Diese Zielsetzung unterscheidet die SGSG grundlegend von Business Schools, die sich eng auf die Erfordernisse geschäftlichen Handelns konzentrieren. Die SGSG will Generalisten ausbilden, die im Alltagsgeschäft bestehen, aber gleichzeitig die Zusammenhänge ihrer Entscheidungen sehen und über kulturelle Grenzen hinweg handlungsfähig sind." Die Sino-European School of Governance versteht sich künftig als eine konzeptionelle Alternative zu rein business-orientierten Eliteschulen in Deutschland.
Der praktische Unterschied beginnt bereits bei der Auswahl: Die Studierenden werden - auch in China direkt vor Ort - mit einem in Witten seit über 20 Jahren praktizierten, Dialog orientierten Verfahren ausgewählt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei nicht nur auf exzellenten Vorleistungen im Studium, sondern auf der Kreativität und dem Verantwortungsbewusstsein der Bewerber. Damit werden vor allem die chinesischen Studenten mit einem völlig andersartigen Studienkonzept konfrontiert, das sie später bestens als eigenverantwortliche und kreative Führungskräfte im europäsch-chinesischen Wirtschaftsleben qualifiziert.
Ungewöhnlich dann auch der weitere Verlauf des Studiums: Jeder Student entwickelt ein individuelles Curriculum im Dialog mit den Dozenten. Grundlage dafür bilden mit den Tutoren abgeschlossene, individuelle Lernverträge und die Praxisprojekte in den Mentorenfirmen. Ausserdem können - je nach Neigung - verschiedene Studienschwerpunkte gewählt werden. Die Ausbildung findet in enger Kooperation mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der UWH statt, die am Ende auch den Titel "Master of General Management" verleiht. Das Programm steht übrigens nicht nur angehenden Ökonomen, sondern auch Sinologen ohne Vorkenntnisse in Wirtschaftswissenschaften offen, die allerdings ein spezielles Vorbereitungsprogramm absolvieren müssen. Lehr- und Arbeitssprache des Studienganges ist Englisch.
Hinzu kommt eine besondere Betreuung der Studierenden: "Wir legen Wert darauf, dass sie für sich einen hohen persönlichen Ertrag aus der Begegnung mit unserem Land ziehen", so Herrmann-Pillath. Dafür gibt es das Center for Cross-Cultural Interaction. Es organisiert Dialog-Prozesse und individuelle Reflektionsangebote. Wichtig auch die enge Beziehung zwischen Theorie und Praxis: Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, während des gesamten Studienganges begleitend in Unternehmen zu arbeiten, die als ihre Mentoren fungieren. Praxisprojekte werden unmittelbar Gegenstand von Studienarbeiten. Jeder Student entwickelt seine persönliche "case study".
Dr. Volker Stanzel, deutscher Botschafter in China erläutert: "Deutschland und China haben einen grossen Bedarf an Führungskräften, die sich auch in beiden Kulturen, also interkulturell, bewegen können. Wer Führung übernimmt, muss auch Regierungshandeln - "Governance" - gestalten können. Genau hiermit befasst sich die Sino-European School of Governance. Sie will in der Tradition der Wirtschaftsfakultät der Privaten Universität Witten/Herdecke Ökonomen auszubilden, die in der Lage sind, Führungspositionen im wirtschaftlichen und politischen Austausch mit China zu übernehmen."
Kontakt: Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath, Tel.: +49-2302-926572, E-mail: chepi@uni-wh.de, Internet: www.sinogermanschool.com
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Datum: 22.08.2006 - 13:10 Uhr
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