Schrottreaktor Biblis B noch länger am Netz - GRÜNE: Profitinteressen für RWE wieder wichtiger als Sicherheit
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Schrottreaktor Biblis B noch länger am Netz - GRÜNE: Profitinteressen für RWE wieder wichtiger als Sicherheit
Mit "Empörung und Wut" reagiert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf die Verlängerung der Laufzeit des Schrottreaktors Biblis B, der eigentlich im Januar 2011 abgeschaltet werden sollte. Gestern wurde bekannt, dass der Betreiber RWE auf Biblis B eine Reststrommenge von 8.100 Gigawattstunden von seinem stillgelegten Reaktor Mülheim-Kärlich übertragen hat. "Dadurch kann einer der ältesten Reaktoren Deutschlands möglicherweise noch bis 2012 am Netz bleiben. Wir finden es unerträglich, wie RWE die Abschaltung seiner Schrottreaktoren in Biblis immer weiter hinauszögert - auf Kosten der Sicherheit unserer Bürger", kritisiert Tarek Al-Wazir, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN, das Gebaren des Energieriesen. "Dabei liegt der letzte Störfall in Biblis noch nicht einmal eine Woche zurück." Vergangenen Freitag war durch eine Unterbrechung der Stromversorgung für einige Zeit das Notfallsystem ausgefallen.
"Durch das Runterfahren der Kraftwerke, verlängerte Revisionen und nun durch die Übertragung von Reststrommengen wird der vereinbarte Abschalttermin immer weiter hinausgezögert. Gleichzeitig wollen der Bundesumweltminister Röttgen und die schwarz-gelben Koalitionen in Berlin und Wiesbaden den Energiekonzernen noch längere Laufzeiten ermöglichen. Wie viele Milliardengewinne will die Bundesregierung den Energieriesen eigentlich noch schenken?" Durch den Weiterbetrieb der alten, abgeschriebenen Atomkraftwerke verdiene RWE täglich eine Million Euro.
"Für uns zeigt das erneut: Die Bundesregierung muss endlich mit der Entmachtung des Energieoligopols beginnen. Die Profitinteressen einzelner Konzerne dürfen nicht mehr länger wichtiger sein als die Sicherheit der Bürger."
Davon ganz abgesehen, seien Laufzeitverlängerungen für die Energieversorgung Deutschlands überhaupt nicht mehr notwendig. Die Erneuerbaren Energien haben Deutschland inzwischen zum Stromexportland gemacht. "Und wohin sollen wir mit dem täglichen wachsenden Atommüllberg? Darauf hat Schwarz-Gelb keine Antwort, will aber Laufzeiten verlängern. Verrückter geht es nicht mehr."
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Datum: 04.08.2010 - 16:17 Uhr
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