Getreidepreise explodieren und Brot wird teurer
Die diesjährige Getreideernte wird unter dem weltweiten Bedarf liegen. Dabei sind die Ernteerträge innerhalb der EU nicht einmal schlecht. Denn nach Miteilung der Europäischen Kommission dürfte die diesjährige Getreideernte im Mittelwert der letzten fünf Jahre liegen. Aber außereuropäisch sind die Ernten zum Teil deutlich niedriger. Auch die Einschätzungen des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM), dass weltweit eine mengenmäßig weit unterdurchschnittliche Getreideernte heranwächst, scheinen sich zu bewahrheiten. Nationale und internationale Experten revidieren ihre Prognosen immer weiter nach unten. Die ersten Weizenernten aus Deutschland liegen bis zu 15 Prozent unter den Vorjahreswerten. Für eine qualitative Einschätzung ist es noch zu früh. Aber der wetterbedingt verzögerte Erntefortschritt beeinträchtigt in zunehmendem Maße die Qualitäten.
Auf der gesamten nördlichen Hemisphäre hat bereits die Getreideernte eingesetzt. Fast allerorts ist von Ernteeinbußen die Rede. Während in Kanada und Teilen Südosteuropas starke Regenfälle und Überschwemmungen im Frühjahr die Weizenbestände geschädigt haben, bedrohen in Russland, Kasachstan, Teilen der Ukraine und im Nordwesten der EU die anhaltende Trockenheit und die große Hitze die Ernte. Der Internationale Getreiderat geht nun von einer Weizenernte aus, die um 26 Millionen Tonnen unter dem Vorjahr liegt. All diese Nachrichten haben zu einem explosionsartigen Anstieg der Getreidepreise geführt. "Die Entwicklung ähnelt der im Ausnahmejahr 2007. Seinerzeit haben sich die Getreidepreise binnen kürzester Zeit mehr als verdoppelt", erinnert sich der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling.
An der europäischen Warenterminbörse in Paris hat der Weizenpreis Anfang dieser Woche die Marke von 210 Euro je Tonne überschritten. Die Getreidepreise haben sich damit seit Jahresbeginn um etwa 80 Prozent erhöht. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht absehbar, zumal die Wetterprognosen eine zügige Ernte nicht erwarten lassen und so weiteren Spekulationen Nahrung geben. Dennoch ist in Deutschland keine Gefahr einer Unterversorgung, weil für den Fall von schlechten Ernten Getreidereserven von mehr als 500.000 Tonnen in speziellen Lagerhallen auf Vorrat liegen.
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Datum: 06.08.2010 - 09:47 Uhr
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