ADHS: Fakten und Mythen rund um den Zappelphilipp
Vorurteil 1: ADHS wird von zu viel Zucker/Phosphat/Süßstoffen/Farbstoffen verursacht
Nach dem heutigen Kenntnisstand ist bei ADHS der Stoffwechsel von Botenstoffen (vor allem Dopamin und Noradrenalin) im Nervensystem genetisch bedingt gestört. Dadurch können die Kinder sich schlechter konzentrieren und haben einen größeren Bewegungsdrang. Die These, dass sich mit Ernährung die Erkrankung beeinflussen lässt, gilt als wissenschaftlich widerlegt. Bisher nicht belegbar ist auch die Theorie, dass bestimmte Farbstoffe die Hyperaktivität von Kindern fördern.
Vorurteil 2: ADHS-Kinder sind nur schlecht erzogen
Richtig ist, dass Erziehungsprobleme ADHS verstärken, aber nicht dafür verantwortlich sind. Ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von ADHS ist die psychotherapeutische Behandlung, die auch ein Elterntraining umfasst. Eltern lernen dabei unter anderem, konsequent auf der Einhaltung von Regeln zu bestehen. ADHS-Kinder brauchen auch noch mehr als andere Kinder einen festen Tagesablauf. Zur Abgrenzung von ADHS und Erziehungsproblemen kann ein Gespräch mit einem Kinder- und Jugendpsychiater wertvolle Hinweise liefern.
Vorurteil 3: ADHS ist eine Modediagnose
Richtig ist, dass die Anzahl der ADHS-Diagnosen in den letzten Jahren gestiegen ist. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Krankheit nicht häufiger auftritt, sondern lediglich zunehmend aufmerksamer wahrgenommen wird. Etwa 3 bis 10 Prozent aller Kinder zeigen Anzeichen von ADHS, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungsgraden. Dabei sind Jungen etwa drei bis vier Mal häufiger betroffen als Mädchen. Die Diagnose ADHS wird von einem verantwortungsvollen und kompetenten Arzt nur gestellt, wenn andere Krankheiten oder Faktoren ausgeschlossen werden konnten.
Vorurteil 4: Medikamente stellen ADHS-Kinder ruhig und verändern die Persönlichkeit
Richtig ist, dass die eingesetzten Medikamente den gestörten Stoffwechsel im Gehirn wieder normalisieren und damit die Konzentration fördern und die Hyperaktivität senken. Sachgemäß werden die Arzneimittel gemeinsam mit einer Psychotherapie eingesetzt. Vor der Verordnung wird der Arzt sorgfältig Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen. Untersuchungen haben gezeigt, dass ADHS-Kinder, die mit Medikamenten behandelt werden, später seltener unter Suchterkrankungen leiden. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Therapie mit Psychostimulantien später zu psychischen oder neurologischen Störungen führt.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das Arztbewertungsportal jameda.de ist eine Beteiligung der TOMORROW FOCUS AG und des FOCUS Magazin Verlags. Ärzte, Heilberufler sowie Patienten können umfassend von jameda.de profitieren. Patienten haben die Möglichkeit, aus bundesweit über 450.000 Adressen, den passenden Arzt, Heilberufler, die passende Klinik, Apotheke oder den Optiker in ihrer Nähe zu finden, zu bewerten und weiterzuempfehlen. Die Bewertungen der jameda User, kombiniert mit den Informationen aus den FOCUS-Ärztelisten, erleichtern die Auswahl des geeigneten Arztes enorm. Andererseits bietet jameda Ärzten, Heilpraktikern und vielen anderen Spezialisten aus dem Gesundheitswesen eine hochwertige Online-Plattform, um ihre Praxis vorzustellen und umfassend über ihr Leistungsspektrum zu informieren.
jameda GmbH
Barbara Bonleitner
Klenzestraße 57b
80469
München
presse(at)jameda.de
089/2000 185 85
http://www.jameda.de
Datum: 24.08.2010 - 12:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 246527
Anzahl Zeichen: 3235
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Barbara Bonleitner
Stadt:
München
Telefon: 089/2000 185 85
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Meldungsart:
Anmerkungen:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 518 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"ADHS: Fakten und Mythen rund um den Zappelphilipp"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
jameda GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Gesundheitswesen ist bereit für KI: Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von jameda.* Nur noch 20% aller Befragten lehnen KI in der Versorgung ab, während Patienten sie zunehmend erwarten – vor allem, wenn mehr Zeit zur Sprechstunde bleibt. Ärzte möchten mi
DMEA 2025: jameda und medatixx präsentieren Partnerschaft für nahtloses Terminmanagement ...
Deutschlands größte Arzt-Patienten-Plattform und einer der führenden Anbieter für Praxissoftware verbinden ihre Anwendungen zur integrierten Terminvergabe in bis zu 30.000 Praxen. Dort dürfte die neue Partnerschaft nicht nur für Entlastung am Empfang sorgen, sondern auch Patienten eine gezielt
Zahlen, bitte: Rettet Künstliche Intelligenz die ambulante Versorgung? ...
Trotz Honorar-Erhöhung um 1,7 Milliarden Euro: Niedergelassene Ärzte in Deutschland blicken sorgenvoll in die Zukunft.* Und doch gibt es ein Versprechen, dass die Freude an der eigenen Praxis zurückbringen soll: Künstliche Intelligenz. Was KI heute für ausgewogene Arbeitszeiten leistet und wie
Weitere Mitteilungen von jameda GmbH
Valplast IADR-Studie der Universitäten Köln, Erlangen und Marburg ...
Auf dem diesjährigen IADR Kongress in Barcelona präsentierten die deutschen Universitäten Köln, Erlangen und Marburg ihre neuesten Untersuchungen zum Werkstoff Valplast. Unter der Führung von Dr. Hubert C. Roggendorf wurde die Patientenzufriedenheit zweier Formen der Interimsversorgung verglich
Ernährungs- und Trainingsplan nach Maß - Ganzkörperscan liefert wertvolle Informationen für Sportler und Reha-Patienten ...
München, 24. August 2010 – Der menschliche Körper setzt sich aus Zellen, außerhalb der Zelle gelegenem Gewebe sowie Fett zusammen. Gerät jedoch der Anteil an Muskel- und Fettgewebe aus der Balance, kann dies negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit haben. Mit Lunar i
Meniskusriss und Meniskus Probleme vorbeugen, erkennen und behandeln ...
Als Meniskus bezeichnet man in der Anatomie einen scheibenförmigen Knorpel in einem Gelenk, z.B. Kniegelenk. Der Meniskus ist ein elastisches Gewebe und dient der Vergrößerung der Auflagefläche und Kraftübertragung zwischen Gleitfläche von Ober- und Unterschenkel. Es gibt sowohl einen Innenmen
Laktoseintoleranz: Betroffene Schwangere sollten Versorgung mit Vitamin D beachten ...
15 Prozent Laktoseintoleranz in Deutschland Von einer Laktoseintoleranz sprechen Mediziner, wenn dem menschlichen Organismus das Verdauungsenzym Laktase fehlt oder Laktase nur in geringem Umfang im Körper produziert wird. Diese Menschen können Nahrungsmittel nicht verdauen, die Laktose enthalte




