Peter Sloterdijk kritisiert „Herausholmentalität“ des Staates und fordert Umstellung von Zwangssteuer auf Philanthropie
Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „enorm“ erwartet der Philosoph mehr gesellschaftlichen Wohlstand durch einen Umbau des Steuersystems in Richtung einer freiwilligen Abgabenkultur

(firmenpresse) - Hamburg, 07. September 2010 – Der Philosoph Peter Sloterdijk sieht in einem Umbau des heutigen Steuersystems in Richtung einer freiwilligen Geberkultur die Chance auf ein wohlhabenderes Gemeinwesen. Wir er in einem Interview mit dem am Donnerstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin „enorm“ (EVT 09.09.10) sagt, fehle vielen Menschen „das Gebergefühl, weil die Demokratie nicht bei ihnen angekommen ist. Und zwar deswegen nicht, weil ihnen im Augenblick ihrer stärksten Anteilnahme am Gemeinwesen, nämlich beim Zahlen von Steuern, die vollkommene Fremdbestimmung widerfährt.“
Sloterdijk kritisiert gegenüber „enorm“, dass die Mitte zum permanenten Geben genötigt werde, ihr eine angemessene Artikulation ihres Geberseins jedoch versagt bleibt, „weil sie zu einer Art von Zwangsphilantropie auf monatlicher Basis genötigt wird, die rein mechanisch erfolgt.“ Statt einer Danksagung im Namen des Gemeinwesens sei „die Atmosphäre geschwängert von dem Verdacht, dieser Steueruntertan hätte noch mehr geben können, wenn man ihn besser überwacht und stärker ausgepresst hätte.“ Diese „Herausholmentalität“ verdecke nach Worten des Professors für Philosophie und Ästhetik, dass die Abgaben des Bürgers „durchaus keine Schulden des Bürgers beim Staat sind, sondern vielmehr Gaben, die auf der Grundlage staatsbürgerlicher Anteilnahme erbracht werden – obschon bisher überwiegend in aufgenötigter Form.“
Das heutige Finanzwesen verkörpert seiner Ansicht nach vor- und nachdemokratische Zustände. „Wir gehen einerseits zurück in die absolutistische, spätfeudale Fiskalität, indem der Staat einseitig nimmt, ohne zu argumentieren.“ Andererseits bewegten wir uns angesichts „wahnwitziger Staatschulden“ in die Fiskalität eines postdemokratischen Gemeinwesens „bis hin zur Enteignung der Ungeborenen.“
Sloterdijk räumt gegenüber „enorm“ ein, dass es für seine Forderungen bislang keinen empirischen Beweis gibt: „Auf dem Zeichenbrett scheint alles möglich. Wir bräuchten Prototypen von Gesellschaften, die den Versuch unternehmen, vollständig von Zwangssteuer auf Philantropie umzustellen.“
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Über „enorm“
Das neue Wirtschaftsmagazins „enorm“ stellt die Themen Social Entrepreneurship, ethisches Wirtschaften und ökosoziale Marktwirtschaft in den Mittelpunkt. Die Zeitschrift erscheint viermal im Jahr auf Deutsch und Englisch. „enorm“ wird vom Social Publish Verlag herausgegeben, einem Hamburger Verlags-StartUp, das selbst nach Social-Business-Grundsätzen arbeitet
(www.enorm-magazin.de).
Frank Plümer
Pressesprecher „enorm“
c/o plümer)communications
Hoheluftchaussee 40a
D-20253 Hamburg
Tel. 040 35 70 13 50
E-Mail: presse(at)enorm-magazin.de
Datum: 07.09.2010 - 18:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 253725
Anzahl Zeichen: 2307
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Meldungsart: Interview
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 07.09.2010
Diese Pressemitteilung wurde bisher 661 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Peter Sloterdijk kritisiert „Herausholmentalität“ des Staates und fordert Umstellung von Zwangssteuer auf Philanthropie"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
enorm Wirtschaftsmagazin (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hamburg, 15. Dezember 2010 – Nach einem erfolgreichen Start im Frühling 2010, führt das Wirtschaftsmagazin „enorm“ (www.enorm-magazin.de) im kommenden Jahr erstmals Schwerpunktthemen ein: Alle vier für 2011 geplanten Ausgaben des Magazins für nachhaltiges Wirtschaften richten ihren Fokus j
Bewusst und konsumorientiert: Wirtschaftsmagazin „enorm“ veröffentlicht Resultate seiner ersten Leserbefragung ...
Hamburg, 30. November 2010 – Das neue Wirtschaftsmagazin „enorm“ (www.enorm-magazin.de) hat soeben die Resultate seiner ersten Leserbefragung veröffentlicht. Demnach interessieren sich mehr als drei Viertel der Leser des Magazins für soziales Wirtschaften besonders für Natur- und Umweltschu
Korruption bei Großprojekten: Transparency International hofft auf Durchbruch in Deutschland ...
Hamburg, 10. November 2010 – Wie das Wirtschaftsmagazin „enorm“ in seiner am Donnerstag neu erscheinenden Ausgabe (EVT 11.11.10) berichtet, begegnet die deutsche Wirtschaft dem Integritätspakt von Transparency International (TI) mit wachsendem Interesse. Mit dem Integritätspakt bekämpft die
Weitere Mitteilungen von enorm Wirtschaftsmagazin
DGAP-News: Cytos Biotechnology präsentiert an der Jahrestagung 2010 der 'European Respiratory Society' in Barcelona, Spanien ...
Cytos Biotechnology AG / Schlagwort(e): Sonstiges 07.09.2010 17:45 Veröffentlichung einer Medienmitteilung --------------------------------------------------------------------------- Schlieren (Zürich), Schweiz, 7. September 2010 - Cytos Biotechnology AG (SIX:CYTN) gab heute bekannt, dass PD D
DGAP-News: Yukon-Nevada Gold Corp.: Neues Explorationsteam auf Jerritt Canyon beginnt mit einem Paukenschlag ...
Yukon-Nevada Gold Corp. / Schlagwort(e): Zwischenbericht/Sonstiges 07.09.2010 17:44 --------------------------------------------------------------------------- Neues Explorationsteam auf Jerritt Canyon beginnt mit einem Paukenschlag Vancouver, British Columbia, Kanada. 7. September 2010. Yukon-N
Hannover Rück emittiert erfolgreich Hybridanleihe ...
Hannover Rück / Hannover Rück emittiert erfolgreich Hybridanleihe verarbeitet und übermittelt durch Hugin. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. Hannover, 7. September 2010: Die Hannover Rück hat heute über ihre Tochtergesellschaft
IDL wächst international ...
Hessischer Softwarespezialist gründet Tochtergesellschaft in Frankreich Schmitten, 7. September 2010 – Die Unternehmensgruppe IDL, Spezialist für Softwarelösungen und Beratung im Umfeld Business Performance Management mit Hauptsitz in Schmitten bei Frankfurt/Main, weitet ihre internationale




