(firmenpresse) - 2.575 Mediziner im letzten Jahr ohne ärztliche Tätigkeit
Die Ärztestatistik des Landes Brandenburg lässt auf den ersten Blick positiv stimmen: Im Jahr 2006 lebten 313 Mediziner mehr in dem Bundesland, als es noch 2005 der Fall gewesen ist. Doch dieser Anstieg ist in erster Linie dem Bereich der Mediziner ohne ärztliche Tätigkeit geschuldet, wie die Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) bekannt gibt.
Von 10.634 Ärztinnen und Ärzten in Brandenburg sind 8.059 berufstätig und 2.575 ohne ärztliche Tätigkeit. Bei letzteren ist der Anstieg der im Ruhestand lebenden Mediziner um 228 Frauen und Männer besonders auffällig. „Die meisten Ärzte verlassen Brandenburg, weil sie im Ausland auf bessere Arbeitsbedingungen hoffen. Fest steht: Wenn diese Mediziner zur Rente wieder nach Deutschland kommen, dann sind sie nicht mehr Teil des Berufslebens. Die gute medizinische Ausbildung, die diese hier genossen haben, wird systematisch ins Ausland transferiert - und die Entwicklung wird durch die Auswirkungen der neuen Gesundheitsreform weiter forciert werden“, erklärt der Präsident der LÄKB, Dr. Udo Wolter.
Ein kleiner Lichtblick ist dagegen der Zuwachs an Assistenzärzten in brandenburgischen Krankenhäusern. Hier arbeiteten Ende 2006 insgesamt 2.935 Kollegen, während es im Jahr davor nur 2.863 waren. „Das sehe ich als ein gutes Zeichen, weil damit vielen vor allem jungen Medizinern eine Chance gegeben wird, sich weiterzubilden“, betont der Chirurg aus Neuruppin.
Im ambulanten Bereich gibt es mit 35 eine leichte Steigerung von Ärzten, wie auch im stationären Sektor aufgrund der zunehmenden Zahlen für Assistenz- und Oberärzte. Letztere zeigen einen Anstieg von 22 im Vergleich zu 2005. Dagegen ging die Zahl der Mediziner in Behörden beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts in Brandenburg um 27 auf 261 Ärzte zurück.
Die gesamte Ärztestatistik 2006 sowie die Übersichten zu den vergangenen Jahren sind auf der Internetseite der LÄKB unter www.laekb.de einsehbar.
Hintergrund:
Im vergangenen Jahr konnte die Landesärztekammer Brandenburg 1.049 Zugänge an Ärzten und Ärztinnen nach der jeweiligen Haupttätigkeit verzeichnen, wobei 669 von diesen allein im stationären Bereich zum Einsatz kamen. Dem gegenüber stehen 736 Abgänge - 498 davon wiederum in den Krankenhäusern. Auf einen brandenburgischen Arzt fielen letztes Jahr zirka 241 Einwohner.
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