Zum Verwechseln ähnlich: Attac bringt 'Financial Crimes' in Umlauf
ID: 266381
Zum Verwechseln ähnlich: Attac bringt "Financial Crimes" in Umlauf
Aktive verteilen 120.000 Zeitungen / Weitere 120.000 als Taz- und ND-Beilage
Aktivistinnen und Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac verteilen am heutigen Mittwoch - im Rahmen eines dezentralen Bankenaktionstages von Attac - in mehr als 130 Städten rund 120.000 Zeitungen mit dem Titel "Financial Crimes". Weitere 120.000 Exemplare werden am morgigen Donnerstag der Taz und dem Neuen Deutschland beiliegen. Die Financial Crimes von Attac sieht der bekannten Tageszeitung "Financial Times" auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Doch statt der sonst üblichen tagesaktuellen Berichterstattung finden sich in dem Plagiat geballte Hintergrundberichte über Ursachen und Folgen der Finanzkrise. Die von Großbanken drohenden Gefahren werden ebenso thematisiert wie Alternativen zum unsozialen und ungerechten Kürzungspaket.
Im Editorial schreibt die Redaktion: "Zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise, während in der Welt so viele Menschen hungern wie nie zuvor (?), haben die Finanzeliten nichts Besseres zu tun, als wieder das große Spekulationsrad zu drehen. Und die Regierungen, die dem Spiel andere Regeln geben könnten, haben dem Casinobetrieb bis heute nicht nur zugeschaut, sondern ihn auch noch mit Milliardensummen aus Steuergeldern subventioniert ? Milliarden, die jetzt bei den sozial Schwächsten wieder eingetrieben werden sollen. Angesichts dessen hat sich unsere Redaktion entschlossen, diese Sonderausgabe zu machen."
"Wir möchten unsere Ausgabe nicht als Angriff auf die Financial Times verstanden wissen", sagte die Attac-Aktivistin und Financial-Crimes-Redakteurin Jutta Sundermann. "Vielmehr war uns wichtig, dass unsere Kritik, unsere konkreten Forderungen und der Blick in die Zukunft ein gemeinsames Format finden, in dem sich ernsthafte Analysen und ein Stück satirisch-subversive Schärfe verbinden lassen."
Als Autoren der Attac-Sonderausgabe der Financial Times konnte Attac viele prominente Schreiberinnen und Schreiber gewinnen. Der Journalist und Buchautor Harald Schumann ("Der globale Countdown") kommt unter der Titel-Überschrift "Gemeingefahr Großbanken" zu dem Schluss, dass eine ernsthafte Regulierung des Finanzsektors bisher ein leeres Versprechen geblieben ist ? und ein neuer, noch massiverer Krisenschub bevorstehen könnte. Heribert Prantl, Ressortleiter Politik bei der Süddeutschen Zeitung, stellt fest, dass sich die Dirigenten der Finanzmärkte aus dem demokratischen Miteinander ausgekoppelt haben. Der bekannte Kabarettist Georg Schramm ("Neues aus der Anstalt") bescheinigt den Regierungsparteien Visionslosigkeit, während Ulrike Hermann, Wirtschaftsredakteurin bei der Taz, beschreibt, warum die Verteilungspolitik der Bundesregierung sowohl "ungerecht und ökonomisch unsinnig ist".
Neben Analysen über die Rolle der Deutschen Bank und anderer Finanzkonzerne in der Krise bringt die Financial Crimes unter der Rubrik "Agenda" auch zahlreiche konkrete Vorschläge für Verteilungsgerechtigkeit und ein ganz anderes Finanzsystem ? von der Solidarischen Einfachsteuer über konsequente Regulierung bis zu einem von Grund auf neu zu ordnenden Bankensystem. "Ein anderes Finanzsystem ist möglich", schreiben die Herausgeber, "aber es kann nur wirklich werden, wenn genug Menschen dafür streiten."
Die Ausgabe enthält außerdem satirische Anzeigen, die unter anderem das Milliardengrab Hypo Real Estate, Spekulationen mit Nahrungsmitteln und die Tätigkeiten von Finanzkonzernen in Steueroasen thematisieren.
Nach der erfolgreichen Zukunftsausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit" im vergangenen Jahr ist die Financial Crimes bereits das zweite Produkt aus der Fälscherwerkstatt von Attac ? diesmal allerdings in einer Ausgabe, die nicht aus einer möglichen Zukunft spricht sondern die Gegenwart kritisch beleuchtet. Für die Zeit-Sonderausgabe bekam Attac den Otto-Brenner-Medienprojektpreis 2009 verliehen.
Für Rückfragen und Interviews:
Fabian Scheidler, Financial-Crimes-Redaktion, Tel. 0151-2173 9858
Jutta Sundermann, Financial-Crimes-Redaktion, Tel. 0175- 866 6769
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 29.09.2010 - 15:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 266381
Anzahl Zeichen: 4381
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 239 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zum Verwechseln ähnlich: Attac bringt 'Financial Crimes' in Umlauf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Attac Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Attac und Aktion Agrar gegen Milchüberproduktion und Billigexport von Milchpulver Bestärkt durch die große Demonstration "Wir haben Agrarindustrie satt"!" am Samstag in Berlin, haben das globalisierungskritische Netzwerk Attac und die Aktion Agrar eine Kampagne für faire M
Attac erlegt CETA-Monster ...
Neujahrsaktion gegen Freihandelsabkommen EU-Kanada + Montag, 4. Januar 2016, 11 Uhr + Vor dem Bundestag, Platz der Republik 1, Berlin Aktivistinnen und Aktivisten von Attac erlegen vor dem Bundestag das CETA-Monster. Mit dieser Aktion setzt das globalisierungskritische Netzwerk am kommenden
WTO-Konferenz: USA und EU erhöhen Druck auf Entwicklungsländer - Attac fordert Debatte über Alternativen zur Welthandelsorganisation ...
ac fordert Debatte über Alternativen zur Welthandelsorganisation Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass auch die gestern in Nairobi begonnene 10. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) das Versprechen nicht einlösen wird, die Interessen der Länder des Südens in den Mittelpunkt zu
Weitere Mitteilungen von Attac Deutschland
Autoversicherung darf ohne Zustimmung des Versicherten zahlen ...
Wer in einen Unfall verwickelt wird, hat kein Recht, der eigenen Versicherung zu verbieten, Schadensansprüche der Gegenseite zu regulieren. Laut ADAC kann der Versicherungsnehmer eine Regulierung nur dann verhindern, wenn es sich offensichtlich um unbegründete Ansprüche handelt, die leicht nach
Skandalöse Atom-Geheimniskrämerei ...
"Die gerade erschienene geheime Liste mit Nachrüstungen für Atomkraftwerke von Bund und Ländern reiht sich nahtlos in die ominösen Zufallsveröffentlichungen des Regierungstreibens rund um die Laufzeitverlängerung ein. Auch die heutige Anhörung der Regierung im Umweltausschuss fügt sic
Notbremse ziehen und Hasardspiel stoppen ...
"Die Kostenkalkulation, mit der die Deutsche Bahn AG den Beschluss für Stuttgart 21 erwirkt hat, ist eine komplette Fehlplanung. Wenn das ganze Projekt überhaupt irgendwann einmal funktionieren soll, müssen viele hundert Millionen Euro zusätzlich hinein gepumpt werden", so Sabine Leidi
Bundestag entscheidet über mehr Schutz für Mastkaninchen und Wildtiere in Zirkussen ...
Am Donnerstag, 30. September, wird abends der Bundestag über mehrere Anträge der Oppositionsfraktionen zur Verbesserung des Tierschutzes abstimmen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt diese Initiativen und appelliert an die Regierungsfraktionen, den Anträgen zuzustimmen. Tiersc




