Bonn - In einem neuen Beitrag in der Reihe IWG-Impulse untersucht Adrian Ottnad, Wissenschaftler am Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) Bonn http://www.iwg-bonn.de, welche Renditen Versicherte künftig mit ihren gesetzlichen Rentenbeiträgen erzielen, wenn die Rechenannahmen der gesetzlichen Renteninformation zugrunde gelegt werden. Das Ergebnis sei ernüchternd und bestätige frühere Studien des Instituts, so das IWG in einer Pressemitteilung.
Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung verzinsen sich seit Jahren immer schlechter. Dennoch versichern Bundesregierung und gesetzliche Rentenversicherung, die Renditen blieben auch künftig „deutlich positiv“. „Darauf sollten sich künftige Rentner allerdings nicht verlassen. Nominal dürfte ihre Beitragsrendite zwar positiv bleiben. Entscheidend für den Lebensstandard der künftigen Rentner ist jedoch die Kaufkraft ihrer Renten. Bei realer Betrachtung aber drohen künftigen Rentnerjahrgängen durchaus Verluste – und zwar im Rahmen von Annahmen, die Bundesregierung und gesetzliche Rentenversicherung selbst gesetzt haben“, warnt die Bonner Forschungsstätte.
Das IWG Bonn hat nachgerechnet, welche Renditen ledige westdeutsche Standardrentner (Durchschnittsverdiener mit bislang 45 und ab 2029 47 Beitragsjahren) erwarten können, wenn die Eckwerte der aktuellen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung Bund zugrunde gelegt werden. Berücksichtigt wurden dabei bis 1980 geborene Versicherte, also Beitragszahler jener Jahrgänge, die im laufenden Jahr eine gesetzliche Renteninformation erhalten. Das Ergebnis: Entwickeln sich Löhne und Renten gemäß der unteren Dynamisierungsannahme, drohen nach 1960 geborenen Männern reale Einbußen. Für den Jahrgang 1980 betragen diese bis zu 0,3 Prozent jährlich.
Für den Verfasser der Analyse, Adrian Ottnad, kommt dies nicht überraschend. „Aus den amtlichen Annahmen folgt, dass reale Verluste für künftige Rentner keineswegs ausgeschlossen sind. Das bestätigt im Kern frühere Untersuchungen des IWG Bonn.“ Vermeiden könnte die Politik solche Verluste zwar durch weitere Erhöhung des Bundeszuschusses. Doch entlastet das die Versicherten nur vordergründig. Denn einen großen Teil der dafür benötigten Steuern müssen von ihnen selbst aufgebracht werden.
Ottnad kritisiert in seinem Beitrag, dass die Versicherten darüber im Unklaren gehalten werden, was die Annahmen der Renteninformation für die Rentabilität ihrer Beiträge bedeuten. Bundesregierung und Rentenversicherung sollten künftig regelmäßig entsprechende Berechnungen vorlegen und sich dabei nicht nur auf die obere Dynamisierungsvariante beschränken.
Meldungsart: Unternehmensinformationen Versandart: kein Freigabedatum: 22.03.07
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