100 Jahre Deutsche Militärfliegerei – Räumliche Aspekte eines Jubiläums
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Potsdamer Köpfe im Kiez, die Mittwochsvorlesung am 01. Dezember 2010 mit Oberstleutnant Dr. Harald Potempa

(firmenpresse) - Am 1. Mai 1910 – vor 100 Jahren - wurde in Döberitz (heute Lkrs. Havelland) das Provisorische Fliegerkommando in einer Stärke von 14 Mann aufgestellt. Die preußische Armee verfügte somit über beinahe alles, was sie zum Betrieb einer Fliegerschule benötigte. Lediglich Fluglehrer und Flugzeuge fehlten. Diese standen erst ab August 1910 zur Verfügung. Somit begann die militärische Eroberung des Luftraumes. Deutsche Streitkräfte waren im Zeitalter der Weltkriege einem großen Wandel unterworfen und hatten die klassischen militärischen Faktoren Kräfte, Zeit und Raum neu zu bewerten.
Die Geschichtswissenschaft thematisiert derzeit den „Raum“ („spatial turn“). Den diversen Ansätzen ist gemein, dass darunter weit mehr zu verstehen ist als der klassische geographisch-topgraphische Begriff. Raum wird eher als kulturelles Konstrukt aufgefasst.
Vor diesem Hintergrund sollte die Aufstellung und der Einsatz deutscher Luftstreitkräfte im Zeitalter der Weltkriege betrachtet werden. Sie zeichneten sich u.a. durch Geschwindigkeit und Reichweite aus.
Die Erdkugel ist zu 30% von Land und zu 70% von Wasser bedeckt. Darüber erstreckt sich zu 100% der Luftraum, der in den Weltraum übergeht. Somit ist die Geschichte der (militärischen) Luftfahrt auch die Geschichte der Eroberung des Luftraumes.
Forschungen zum militärischen Raumkonstrukt der Luftstreitkräfte sind bislang eher rar, was bei der Quellenfülle – insbesondere an Selbstzeugnissen aber auch Sachzeugen– erstaunlich ist. Die Zeitgenossen fassten den Raum – und somit auch den Luftraum – gerade nicht nur geographisch auf. Die Diskurse lassen auf eine Raumdeutung im kulturellen, (human-) geographischen und militärisch-operativem Sinne schließen. Auch die Bereiche Erinnerungs- und Tötungsraum werden deutlich. Der Beitrag versucht – an ausgewählten Beispielen – diese Entwicklungen nachzuzeichnen und zu analysieren.
Oberstleutnant Dr. Harald Potempa ist seit 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Potsdam. Er promovierte 1995 mit einer Arbeit über "Die Königlich-Bayerische Fliegertruppe 1914-1918", war von 1996 bis 2005 Leiter des Luftwaffenmuseums der Bundeswehr in Berlin Gatow und von 1998 bis 2006 Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Museums München. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte der Luftfahrt und besitzt seit 1984/85 den Privatpilotenschein für Segelflugzeuge und Motorsegler.
Zeit der Vorlesung: 01. Dezember 2010, 18.00 Uhr
Ort der Vorlesung: Haus der Generationen und Kulturen, Milanhorst 9 am Schlaatz, 14478 PotsdamUnternehmensinformation / Kurzprofil:
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Datum: 15.11.2010 - 12:27 Uhr
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