The Long Tail: Märkte der Vielfalt und die Blindheit der Massenmedien
ID: 29790

(firmenpresse) - Von Gunnar Sohn
Frankfurt am Main/Lindau - Das Zeitalter des „one size fits all“ geht nach Einschätzung von Chris Anderson http://www.thelongtail.com, Autor des Bestsellers „The Long Tail“, dem Ende zu. An seine Stelle tritt etwas Neues, ein Markt der Vielfalt. Die traditionelle Massenmedien haben das nach Auffassung des Medienwissenschaftlers Norbert Bolz http://www.medienberatung.tu-berlin.de noch nicht verinnerlicht: „Aufgrund ihrer fehlenden Interaktivität sind sie einigermaßen blind gegenüber den Wünschen ihrer Kunden. Wenn diese Wünsche sich schnell verändern, werden die Massenmedien rasch hilflos“, so Bolz im Interview mit der FAZ.
Mit Printprodukten, wie man sie heute produziere, lassen sich keine neuen Märkte erschließen. „Die Digitalisierung macht die Speicherung und den Vertrieb selbst der uninteressantesten Medieninhalte sehr billig möglich. Das ermöglicht die Durchbrechung der sogenannten Pareto-Verteilung, dass also 80 Prozent des Umsatzes mit 20 Prozent der Produkte gemacht wird oder dass 20 Prozent aller Sendungen 80 Prozent der Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Regel wird durchbrochen, weil es sich jetzt plötzlich lohnt, auch Abseitiges auf Informationsmärkten anzubieten und damit Nischen erstmals bewirtschaften zu können“, erklärt Bolz. Dieser Aspekt des langen Schwanzes der Konsumentenwünsche sei wirtschaftlich interessanter als die Welt der Stars. „Prinzipiell gilt: Alles, was digitalisierbar ist, lässt sich nach dem Prinzip des Long Tail auch erfolgreich bewirtschaften“, ist sich Bolz sicher.
Das Internet habe nach Analysen des Marketingexperten Michael Sander so etwas wie eine Schweizer Basisdemokratie in den Medien geschaffen, da es eine erstmals eine Plattform biete für eine aktive Einbindung des Konsumenten. „Für die Medienlandschaft ist allerdings ein Punkt viel beachtenswerter, der fast überhaupt nicht in der Diskussion auftaucht: Die Zielgruppenkompetenz der Medientreibenden. Konnte man früher tatsächlich mit 20 Prozent des möglichen Content-Angebots 80 Prozent der Kunden erreichen und zufrieden stellen, ist dieses Paradigma im digitalen Zeitalter weitgehend außer Kraft gesetzt. Darüber zu lamentieren ist ebenfalls müßig, denn es lenkt nur von einem Mangel ab, der die Medienlandschaft in der Breite zu kennzeichnen scheint. Das ist die mangelnde Fähigkeit, differenziert über die Ansprüche von vielfältigen Zielgruppen nachzudenken und dann entsprechende Angebote zu entwickeln“, kritisiert Sander, Geschäftsführer der Lindauer Unternehmensberatung Terra Consulting Partners http://www.terraconsult.de.
Das sei eine wesentliche Erklärung, die der Musikindustrie den Weg ins digitale Zeitalter versperrt habe. Wenn die TV-Anstalten und Verlage nicht aufpassen, werde es ihnen genauso ergehen: „Im digitalen Zeitalter wird es unerlässlich, Kompetenzen zu entwickeln, um die Zielgruppen in ihrer Vielfalt an demographischen und psychographischen Ausprägungen zu erkennen und zu erreichen. In der Nahrungsmittelindustrie hat man das schon erfolgreich erprobt. So hat Danone mittlerweile Yoghurts für jede Altersgruppe und Lebenslage entwickelt – mit guten Verkaufsergebnissen. Diesen Schritt müssen die Medienhäuser erst noch gehen. Dabei ist die Interaktivität des Mediums eher noch ein Vorteil. Danone muss mit viel Geld erst ein Produkt entwickeln, um dann über die Abverkäufe in den Handelskanälen zu erfahren, ob man richtig lag“, betont Sander. In Deutschland habe die Medienindustrie möglicherweise die Zeit zum Experimentieren mit den neuen Medien vielleicht viel zu spät genutzt und hat viel zu lange lamentiert. „Es geht auch anders. Topeka Capital-Journal http://www.cjonline.com in den USA ist eine Mediengruppe, die sehr früh begonnen hat, TV, Radio, Print und Online in der Content- Erstellung und Vermarktung zu verknüpfen. Diese Versuche, weit vor Web 2.0, sind mehrfach durch bekannte Branchenpreise ausgezeichnet worden und boten eine hervorragende Gelegenheit, mit und am Kunden zu lernen, wie man Content zielgruppengerecht entwickelt, verpackt und vermarktet“, so Sander.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 09.05.2007 - 14:42 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 29790
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gunnar Sohn
Kategorie:
Dienstleistung
Meldungsart: Unternehmensinformationen
Versandart: kein
Freigabedatum: 09.05.07
Diese Pressemitteilung wurde bisher 982 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"The Long Tail: Märkte der Vielfalt und die Blindheit der Massenmedien"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
Telefonische Rechtsberatung ...
Für den Kunden, gerade für Verbraucher aber auch für junge Unternehmen und Gewerbetreibende ist das Thema Rechtsberatung am Telefon sehr interessant. Die Kosten sind gering, vorhersehbar und vom Kunden selbst kontrollierbar. Die Reaktionszeit des Anwalts ist minimal – kein Termin, keine Vor
Butterfly Communications und ruweba.klein vereinbaren grenzüberschreitende Zusammenarbeit ...
Obwohl die Strukturen der beiden Unternehmen unterschiedlich sind, ergänzen sie sich nach Ansicht ihrer Inhaber ausgezeichnet. Die Zusammenführung der Flexibilität eines Familienunternehmens und der Leistungsfähigkeit einer mittelständischen Agentur passe gerade in die heutige Zeit und sei im I
Neuer Dienstleister bietet Outtasking für Rechtsanwaltskanzleien ...
Karsten Berner, Vorstand der BOI AG, verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich von Softwareentwicklung, digitalem Diktat und Kanzleiberatung: „Bislang lagern Anwälte und Steuerberater hierzulande vor allem ihre IT aus“, erklärt er, „doch das Potential ist viel größer und reicht vo
Mit EMIRAT AG auf Nummer sicher: „No Risk, more Fun“ für Promo und Gewinnspiele ...
Gemeinsam mit seinem kreativen Team entwickelt und realisiert Ralph Clemens Martin, der über langjährige Erfahrungen in diesem Segment verfügt, einen professionellen Mix aus erfolgreichen Marketing- und Verkaufsförderungsaktionen sowie deren Absicherung. Vom klassischen Tresorspiel bis hin zu in




