Europa sollte nicht Autos „von der Stange“ produzieren
ID: 29822
Für einen „Maßanzug“ zahlt der Kunde gern mehr
Im September dieses Jahres entscheide sich, ob das 3CoD Realität werde und zu den acht von dem neuen Kompetenzzentren-Programm Comet der FFG http://www.ffg.at/content.php?cid=340 geförderten Projekten gehören werde. Im Erfolgsfall nimmt das 3CoD am 1. Januar 2008 seine Arbeit auf. In den kommenden sieben Jahren sollen zusammen mit Partnern aus der Industrie Projekte im Wert von insgesamt 15 Millionen Euro realisiert werden, so Pressetext. Bereits jetzt zählten neben führenden Forschungseinrichtungen international tätige Zulieferer und Automobilhersteller wie Miba, eybl International, Pankl Racing Systems, Kuehne + Nagel, General Motors, BMW und Volkswagen zum Team.
„Die Zukunft des Automobilbaus in Europa hängt davon ab, ob es uns gelingt, das europäische Produktionsnetzwerk aus Herstellern, Logistikdienstleistern und Lieferanten so zu gestalten, dass wir schnell, individuell und effizient auf Kundenwünsche eingehen können", sagte Sihn. Dabei solle Europa auf die Ausbildung und die Fähigkeiten der Mitarbeiter setzen und intelligente Prozesse und Strukturen schaffen. Mit der Produktion von Billigautos werde Europa dagegen immer Nachteile gegenüber Niedriglohnländern haben. „Für ein Fahrzeug, das den eigenen Wünschen und dem individuellen Geschmack entspricht, ist der Kunde auch bereit, etwas mehr zu zahlen", sagte Sihn.
„In der Tat ist es der Schlüssel zum Erfolg, wenn man schnell, individuell und dazu noch effizient auf Kundenwünsche eingeht“, so Stephan Dorner, Projektleiter beim Hannoveraner Beratungsunternehmen International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de. Dorner ist ein Experte für Vertriebsstrategien, Verkaufsprozesse, Produkt- und Preismanagement sowie Wettbewerbsanalysen. „Eine hohe ‚Built to Order Rate’, also Fahrzeuge zu produzieren, hinter denen bereits Kundenaufträge stehen, ist das Ziel aller Hersteller und natürlich auch des Handels. Denn dort werden im Schnitt die höchsten Deckungsbeiträge und geringsten Kapitalkosten erwirtschaftet“, betonte der ICC-Berater. Pfiffige Hersteller hielten zudem einen kleinen Anteil der Produktionskapazitäten zur Abdeckung des schnellen Bedarfs vor. Es handele sich hierbei um kurzfristig zur Verfügung stehende Positionen im Werk. Der Handel habe somit die Möglichkeit, den akuten Fahrzeugbedarf seiner Kunden schnell und trotzdem individuell zu befriedigen. „Ein Wettbewerbsvorteil von unschätzbarem Wert“, so Dorner. Die Erfahrung zeige, dass sich hierüber auch höhere Transaktionspreise beim Kunden durchsetzten lassen.
„Man denke zum Beispiel an einen gewerblichen Kunden, in dessen Flotte ein Fahrzeug verunfallt ist, Kundenaufträge aber abzuarbeiten sind. Eine Wartezeit von mehreren Monaten für Produktion und Spezial-Innenausbau können in diesen Fällen nicht abgewartet werden. Die Abwanderung zum Wettbewerb droht. Aber auch der private Kunde in Europa erwartet heute eine schnellere Befriedigung seines Mobilitätswunsches. Der hinter diesem Prozess stehende logistische Aufwand im Werk ist natürlich enorm, die Quote dieser freien Positionen auf die gesamte Produktion gesehen folglich eingeschränkt umsetzbar. Aber eines ist sicher: der Schnellere frist den Langsamen“, sagte der Automobilexperte.
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Datum: 10.05.2007 - 10:38 Uhr
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Paul Humberg
Kategorie:
Auto & Verkehr
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Freigabedatum: 10.05.2007
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