Potenzial für smarte Logistikkonzepte: Deutsche Unternehmen beim RFID-Einsatz noch zögerlich
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Volker Lange, Leiter Verpackungs- und Handelslogistik beim Fraunhofer-Institut http://www.iml.fraunhofer.de, zeigte neue technische Möglichkeiten auf: So würden schon heute Unternehmen mittels RFID falsche Beladungen von LKWs nahezu ausschließen. In erfolgreichen Versuchen hat das Fraunhofer-Institut im OpenID-Center unter Praxisbedingungen bereits 200 Behälter auf einer Palette im Pulk ausgelesen. In diesem Demonstrationszentrum finden Pakete und Behälter im so genannten „Internet der Dinge“ selbstständig ihren Weg zum Ziel. Künftig würde diese Selbststeuerung intelligenter Objekte weiter zunehmen, indem Ziele und Strategien auf RFID-Tags gespeichert werden und Internetportale die Informationshistorie abbilden. Allgemein bemängelte Lange jedoch zögerliche Entscheidungsprozesse: „Wir brauchen in den Unternehmen mehr Mut zur Veränderung und weniger Bedenkenträger.“ So würden in Großbritannien dreimal mehr RFID-Anwendungen in Betrieb gehen als in Deutschland.
Auch der Dienstleistungsökonom Michael Müller, Geschäftsführer der a&o-Gruppe http://www.ao-services.de in Neuss und Potsdam, fordert mehr Engagement bei der Entwicklung von softwaregesteuerten Produkten, die zu neuen Dienstleistungen führen: „Unternehmen können Kontrollaufgaben auslagern für die Diebstahlsicherung, Fälschungssicherung, Rückverfolgung und Nachbestellung. Versicherungsunternehmen können Methoden entwickeln zur Einschätzung und Verrechnung des entstehenden Risikos. RFID im Auto kann Daten zu Fahrstrecke, Tageszeit oder Geschwindigkeit ermitteln und die Grundlage zur Berechnung der monatlichen Versicherungskosten darstellen. Der smarte Werkzeugkasten übernimmt die Aufgabe der Vollständigkeitskontrolle etwa bei der Flugzeugwartung und benachrichtigt Mechaniker, falls Werkzeuge fehlen oder sich an der falschen Stelle befinden“, betont Müller. Der Einsatz von Mitarbeitern, Bauteilen und Werkzeugen erfolge zielgerichteter und verringere unproduktive Tätigkeiten wie Suchaktionen oder Wartezeiten.
In Kombination mit Sprachdialogsystemen sieht Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business http://www.voicedays.de, gute Möglichkeiten bei der Entwicklung von smarten Logistikkonzepten: „Der Handelskonzern Rewe http://www.rewe.de hat bereits sein Personal im Zentrallager Westfalen mit sprachgesteuerten Endgeräten ausgestattet. Statt wie vorher mit Handhelds umherzulaufen, Listen abzuarbeiten und zu bestätigen, haben sie nun einen Kopfhörer und bekommen Schritt für Schritt angesagt, was sie zu konfektionieren haben. Man bestätigt den Ladevorgang per Sprache. Durch die Umstellung von Touchpad-Steuerung der Lagerarbeit auf Sprachsteuerung können die Konfektionierungszeiten erheblich verkürzt werden“, weiß Steimel. Analysten wie Praktiker sehen Potenziale auch bei mobilen Servicekräften. „So lassen sich Teile der Prozesskette von der Auftragsannahme bis hin zur Rechnungsstellung per Sprachsteuerung ebenso automatisieren wie Help Desk-Services. Und auch Bestell- oder Buchungsprozesse lassen sich hervorragend automatisieren. Mit der automatischen Vermittlung der Lufthansa Cargo http://www.lufthansa-cargo.com etwa können Mitarbeiter einer Spedition sich über das Sprachdialogsystem zum jeweils zuständigen Lufthansa-Ansprechpartner direkt verbinden lassen“, erklärt Steimel.
Thorsten Anding, Leiter Produktmanagement, DB Telematik http://www.db-telematik.de, erläuterte auf dem Bonner Kompetenztag mögliche RFID-Einsatzfelder bei der Deutschen Bahn. Hierzu zählen beispielsweise Anwendungen bei der Fahrzeug- und Frachtverfolgung, Instandhaltungsoptimierung, Inventarisierung sowie Mobile Ticketing. „Auch international besteht das Ziel der Deutschen Bahn darin, verkehrsträgerübergreifend die Qualität verschiedenster Mobilitäts- und Logistik-Services ständig weiter zu verbessern“, so Anding.
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Datum: 22.05.2007 - 14:59 Uhr
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