Mausmodell bringt Mukoviszidose-Forschung voran
Forscher der Universität Heidelberg weist mit Mausmodell Wirkung von spezifischer Rezeptorblockade nach
Die erbliche Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose führt bei den Betroffenen zu chronischen Beschwerden und Schäden vor allem in der Lunge, verbunden mit einer stark eingeschränkten Lebenserwartung. Professor Marcus Mall hat mit Dr. Richard Boucher und Kollegen ein Mausmodell für Mukoviszidose während seines Forschungsaufenthaltes an der University of North Carolina in Chapel Hill entwickelt, das dem Wirkungsnachweis von Inhibitoren in einem lebenden Organismus dient (Nat. Med. 2004 April;10(5). Eine interdisziplinäre Forschergruppe hat das Modell verwendet, um den CXCR2-Inhibitor für Mukoviszidose zu untersuchen. Die therapeutischen Versuche fanden in Kooperationen mit den Arbeitsgruppen von Professor Dominik Hartl des Universitätsklinikums Tübingen und von Professor Oliver Eickelberg vom Helmholtz Zentrums München sowie mit Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität des Universitätsklinikums (LMU) und der Universität Salzburg statt.
Bei den entzündlichen Vorgängen der Mukoviszidose sammeln sich neutrophile Granulozyten im erkrankten Lungengewebe an. Diese erzeugen in den Atemwegen von Mukoviszidosepatienten sogenannte DNA-Netze (Neutrophil Extracellular Traps, NETs), welche die Atemfunktion schwächen. "Für die Untersuchung haben wir die Mäuse mit einem CXCR2-Inhibitor behandelt und dessen Effekt auf die Atemwegsentzündung und NETose und die Lungenfunktion untersucht", so Professor Mall. Die Ergebnisse untermauern eine wichtige Rolle von CXCR2-vermittelter NETose in der in vivo Pathogenese und dienen als therapeutischer Angriffspunkt der chronischen Lungenerkrankung bei Mukoviszidose. Die Arbeiten der Forscher wurden als Titelgeschichte in Nature Medicine publiziert (Nat. Med. 2010 Sep;16(9).
"Mit diesem in vivo Modell sind große Fortschritte bei der Bekämpfung von Mukoviszidose möglich", so Dr. Uta Weirich der Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH in Karlsruhe, die die Erfindungen von Professor Mall betreut. TLB leistet das Patent- und Verwertungsmanagement der Erfindung von Professor Mall, die sich mit der frühzeitigen therapeutischen Verwendung von Natrium-Kanal Blockern bei obstruktiven Lungenerkrankungen befasst.
Professor Dr. Marcus Mall hat eine Heisenberg-Professur für Translationale Pädiatrische Pneumologie an der Universitätsklinik Heidelberg und leitet die Sektion für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, in die auch das Mukoviszidose-Zentrum integriert ist.
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Datum: 15.12.2010 - 16:31 Uhr
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Dr. Uta Weihrich
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Forschung und Entwicklung
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