Investitionen für die Container-Flut – Die großen Welthäfen werden kräftig ausgebaut
18.07.2007 - 10:35 | 32736
(firmenpresse) - Von Jörg Löbker
Bonn/Berlin – Die Wirtschaft boomt in zahllosen Ländern nach wie vor. China und Indien entwickeln sich im Eiltempo zu globalen Wirtschaftsgiganten, Asien allgemein ist gar die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft. Der Export spielt eine immer größere Rolle. Demnach wächst auch der weltweite Containerverkehr auf dem Wasserweg – und die großen Häfen überall auf der Erde stoßen an ihre Grenzen.
Vor allem in Asien werden die Häfen kräftig ausgebaut. Beispiel Thailand. Dort hat die Regierung bereits einen „Nationalen strategischen Plan zur Erweiterung des logistischen Potentials“ aufgestellt. Demnach soll unter anderem der Hafen Laem Chabang ausgebaut werden. Erst 1991 gegründet ist er bereits jetzt der bedeutenste Hafen des Landes. Doch nicht nur die Asiaten bauen Häfen aus. In Europa werden nicht nur Kapazitäten vergrößert, es entstehen auch neue Mitbewerber. Beispiel Wilhelmshaven. Bis zum Jahr 2010 soll der dortige Hafen als Tiefseehafen in Betrieb gehen. Das bedeutet Konkurrenz für die in direkter „Nachbarschaft“ gelegenen Häfen in Rotterdam, Hamburg und Bremen. „Hierzulande sind die Häfen gar unter Wachstumszwang. Der Handel mit Asien wächst stetig, somit werden auch Seewege und Binnenwasserstraßen mehr und mehr belastet. Um dieser Container-Flut Herr zu werden muss investiert werden“, sagt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de. In Deutschland sind nach Angaben des Zentralverbandes der Seehäfen bis zum Jahre 2012 Investitionen in Höhe von mehr als zwölf Milliarden Euro fällig, um nicht nur die Kapazität zu erweitern, sondern auch die Umschlagsanlagen und die Verkehrswege den wachsenden Gütermengen anzupassen. Aufbringen müssen die Gelder die Wirtschaft, der Bund und die Küstenländer.
In die Offensive gehen die großen Redereien an den Welthäfen. Sie wollen dort ihre eigenen Terminals mit modernster Technik betreiben. Sind die örtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben oder verweigern Hafenbetreiber diese Wünsche, zögern die Redereien nicht lange mit einem Wechsel. So hatte im Jahr 2000 der Hafen in Singapur das Nachsehen, als die Redereien Maersk Sealand und Evergreen kurzerhand nach Malaysia umzogen. Dem singapurischen Hafenbetreiber entging somit ein äußerst lukratives Geschäft. „Es ist wichtig für die Redereien, ideale Standortbedingungen vorzufinden. Das Containergeschäft boomt, eine Anbindung an den Schienenverkehr ist unerlässlich. Viele Häfen platzen derzeit aus allen Nähten und drohen bei nicht getätigten Investitionen nicht nur die Bedeutung auf dem Markt, sondern sogar den Anschluss zu verlieren“, so Ohoven.
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