Mit der Rentner-Reserve gegen den Fachkräftemangel
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Mangel an Ingenieuren kostet deutsche Wirtschaft 3,5 Milliarden Euro
Bonn/Mainz – Der Mangel an Ingenieuren lässt sich in Cent und Euro berechnen. Er kostet die deutsche Wirtschaft 3,5 Milliarden Euro. Bundesweit konnten im vergangenen Jahr nach Schätzung von Experten 48.000 offene Ingenieurs-Stellen nicht besetzt werden, so der Online-Dienst des ZDF http://www.zdf.de. Unternehmen können Aufträge nicht annehmen, weil ihnen die Ingenieure fehlen. Daher verlagerten deutsche Firmen ganze Abteilungen ins Ausland. Diese Entwicklung ist nicht neu. „Dazu kommt: Immer weniger Abiturienten sind den Anforderungen des Studiums nicht gewachsen. Knapp 30 Prozent der Studenten schaffen es nicht bis zum Vordiplom – und das, obwohl einige Universitäten sogar Nachhilfekurse in Mathematik und Physik anbieten“, so die Autoren Reinhard Laska und Anna Birkenstock.
Entgegen der Doktrin des jahrelang herrschenden Jugendwahns in vielen deutschen Unternehmen, insbesondere Konzernen, greifen Firmen verstärkt auf eine Art Rentner-Reserve zurück. Ältere Ingenieure, die schon in den Vorruhestand gegangen sind, werden noch einmal aktiviert. Und die Technische Universität (TU) Aachen http://www.rwth-aachen.de/go/id/hi/ will gezielt Frauen fördern, die ein Studium der Ingenieurwissenschaften ergreifen wollen. Immerhin 15 Prozent der Ingenieurwissenschaftler an der TU Aachen sind Frauen; bundesweit sind es nur zehn Prozent. „Der Ingenieurmangel wirkt sich schädlich aus auf den Technikstandort Deutschland und auf die Volkswirtschaft. Wenn wegen fehlender Ingenieure bestimmte Aufträge gar nicht erst angenommen oder erst verspätet abgeschlossen werden können, dann hat dies Folgewirkungen auch für andere Berufsgruppen. Nur ein Mix aus mehr und gezielterer Zuwanderung ausländischer Fachkräfte, einer besseren Vermittlung des Fachwissens an den Universitäten, optimierter Förderung von Frauen in diesem Berufsfeld und einer stärkeren Heranziehung von älteren Ingenieuren kann Abhilfe schaffen. Für diese Strategie braucht man jedoch einen langen Atem. Per Knopfdruck lässt sich der Ingenieurmangel sicher nicht beheben“, sagt der Personalexperte Udo Nadolski vom Düsseldorfer Beratungshaus Harvey Nash http://www.harveynash.de.
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Datum: 25.07.2007 - 09:42 Uhr
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