ICC-Chef Uwe Röhrig kritisiert in der Automobilwoche die Verbände
08.08.2007 - 14:48 | 33717
Drohende Pleitewelle sorgt für Unruhe
(firmenpresse) - Von Jörg Löbker
Hannover – Die drohenden Arbeitsplatzverluste in den deutschen Autohäusern schlagen große Wellen. Experten wie Uwe Röhrig, Inhaber des Hannoveraner Beratungsunternehmens International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de und erwarten schwere Zeiten für die Branche. Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) http://www.kfzgewerbe.de spricht sogar von einer drohenden Pleitewelle im deutschen Autohandel. ZDK-Präsident Robert Rademacher rechnet damit, dass Ende 2008 die Zahl der Service- und Verkaufsstationen von 40.200 auf 38.500 Betriebe und die Zahl der Mitarbeiter von 473.500 auf 460.000 zurückgehen wird. Angesichts dieser Entwicklung kritisiert Röhrig in der Automobilwoche (http://www.automobilwoche.de/apps/pbcs.dll/article?AID=/20070806/REPOSITORY/70806002/1057) die Kfz-Branchenverbände ZDK, VDA und VDIK.
„Die Verbände haben mehr oder weniger einen guten Draht zu den Herstellern und könnten Einfluss ausüben“, sagt Röhrig im Gespräch mit der Automobilwoche. Nicht nur der Kfz-Gewerbeverband ZDK, auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), sei betroffen. Es sei „schon fast zynisch, ständig Prognosen und Zahlen zum Händlersterben zu veröffentlichen, ansonsten aber passiv zu bleiben“, so Röhrig gegenüber dem Fachblatt. Schließlich gehe es nicht nur um Fakten und Daten, sondern um Mitarbeiter, „die vielleicht in Zukunft ihren Job verlieren". Insgesamt hängt in Deutschland fast jeder siebte Arbeitsplatz von der Autoindustrie ab. Daher seien die Verbände gefordert, sich bei der Mineralölindustrie und der Politik für die Interessen ihrer Mitglieder stark zu machen. „Wir müssen uns alle wieder klar machen, dass ein Hersteller mit seinen Produkten nur so gut ist, wie die Handelsorganisation, die ihm zur Verfügung steht. Daran krankt momentan die deutsche Autoindustrie“, zitiert die Automobilwoche den Experten. Doch auch die Hersteller müssten sich fragen, wie sie die nötige Kundenbindung und Markenloyalität über den Service regeln können. „Sonst kann die Branche gleich tatenlos zuschauen, wie zum Beispiel Lidl und ATU mit Billigangeboten den Markt kannibalisieren“, so Röhrig weiter.
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