Viele Selbständige bekommen weniger Geld als Hartz-IV-Empfänger
ID: 33984
Experten kritisieren Schieflage in der Debatte
Bonn – Müssen die Hartz-IV-Leistungen der allgemeinen Teuerungsrate angepasst werden? Darüber diskutieren seit einiger Zeit Union und SPD sowie die anderen politischen Kräfte im Land. Beim Bundesverband der Selbständigen (BDS) http://www.bds-dgv.de stößt die Diskussion allerdings auf Unverständnis. „Die Politiker aller Parteien überbieten sich täglich in ihren Vorschlägen, die Hartz-IV-Zuschüsse zu erhöhen, so als ob nicht die Leistungsträger der Gesellschaft dies finanzieren müssten. Zudem machen sie damit auch Selbständigkeit unattraktiver. Denn mit Miete- und Heizkostenerstattung, Krankenkasse und Regelsatz kommen erwachsene Hartz-IV-Empfänger auf eine Gegenleistung von rund 900 Euro. 100.000 Selbständige haben auch nicht mehr in der Tasche, sie müssen davon allerdings für ihr Alter vorsorgen und haben im Schnitt 59 Stunden pro Woche dafür gearbeitet“, so die BDS-Präsidentin Dorothea Störr-Ritter.
Während sich in der Diskussion um den Hartz-IV-Regelsatz die Politiker um die Leistungsempfänger kümmerten, sorge sich niemand um „arme Selbständige“. Dieses Muster kenne man schon von der Mindestlohndebatte. „Dort hat es auch niemanden interessiert, dass 20 Prozent der Selbständigen weniger als 7,50 Euro pro Stunde verdienen. Natürlich ist Selbständigkeit eine grundsätzliche Lebensentscheidung, die sich rein ökonomischer Betrachtung entzieht. Die geringen Löhne vieler Selbständiger spiegeln aber die harten Marktverhältnisse wider. Durch niedrigere Sozialbeiträge und Bürokratiekosten könnte die Bundesregierung etwas daran ändern."
Markus Mingers, Rechtsanwalt in Bonn http://www.justus-online.de und Vorstand des Vereins Pro Bonn/Rhein Sieg e. V. http://www.probonnrheinsieg.de, hat Verständnis für die Argumentation des BDS: „Bei der Debatte fragt niemand, was dem kleinen Handwerksmeister oder dem einfachen Dienstleister am Ende eines Arbeitstages an Einkommen bleibt. Wenn vom Umsatz die laufenden Kosten inklusive Mitarbeiter und Sozialversicherungsträger abgezogen sind, sind viele Selbständige froh, wenn ihnen gerade mal drei Euro pro Stunde an eigenem Gehalt übrig bleiben.“
Würde sich Bundesarbeitsminister Franz Müntefering die Bruttojahreseinkommen der Selbständigen ansehen, so Mingers, müsste seine Fürsorge auch jedem fünften Freiberufler gelten: 213.000 Selbständige kämen nicht einmal auf fünf Euro. „Diese Selbständigen, die anders als Angestellte auch im Urlaub und im Krankheitsfall keinerlei Lohn bekommen würden, fragen sich angesichts der aktuellen Debatte, wofür sie eigentlich so lange und so viel arbeiten. Es leben derzeit rund 100.000 Selbständige unter der gesetzlichen Pfändungsgrenze und bekommen damit weniger als mancher Hartz IV Empfänger. Vom unternehmerischen Risiko, von drückenden Schulden, psychischen Belastungen und fehlenden Wochenenden ganz abgesehen.“
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 15.08.2007 - 13:53 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 33984
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ansgar Lange
Kategorie:
Dienstleistung
Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 15.08.07
Diese Pressemitteilung wurde bisher 860 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Viele Selbständige bekommen weniger Geld als Hartz-IV-Empfänger"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
woobby.com - das neue Ranking-Portal ...
Es ist ein Grundbedürfnis von Menschen, zu vergleichen und vor allem sich zu vergleichen. Das Interesse an Rekorden und Bestleistungen, nicht nur im Sport, drückt dies aus. In der Offline-Welt gibt es eine Vielzahl von Plattformen für Ranglisten und Vergleiche. Viele Zeitschriften (sowohl allgeme
Allensbach-Umfrage: Weltkonjunktur und Unternehmen sorgen für Aufschwung ...
Von Matthias Schmitz Köln – Kurz vor der Klausurtagung der Großen Koalition auf Schloss Meseberg am 23./24. August ist die Mehrheit der Deutschen überzeugt, dass die Regierung erheblich mehr dazu beitragen kann, um den Aufschwung zu stabilisieren. Das ergab eine repräsentative Umfrage des M
Welt-Linkshändertag mit Questico ...
Wer heute von lächelnden Menschen mit der linken Hand begrüßt wird, sollte sich nicht wundern: Einmal im Jahr bietet der „Internationale Linkshändertag“ Linkshändern die Möglichkeit, im Mittelpunkt zu stehen und auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Und das ist nötig, denn im Mittel
Innovative Web2.0 Community für den Transportmarkt geht in Berlin an den Start ...
Die junge Plattform www.shipbids.de schickt sich an, den Markt der Transportbörsen gründlich aufzuräumen. Das auf aktuellen Technologien basierende Portal nutzt AJAX und JavaScript Technik optimal, um Nutzer, welche Fracht zu verbringen haben, und Speditionen wie Umzugsunternehmen zusammenzubring




