Jan Peifer vor Gericht: Prozesstermin nach Medienresonanz gleich zweimal verschoben
Der Journalist und Filmemacher Jan Peifer soll schlicht durch seine Anwesenheit den Tod vonüber 1300 Nerzen verursacht haben. Ein Pelzfarmer verklagte Peifer auf Schadenersatz in Höhe von 22.000 EUR. Die Medienresonanz war enorm - der Gerichtstermin, welcher schon im vergangenen Jahr hätte stattfinden sollen, wurde nun zum zweiten Mal verschoben.
Jan Peifer vor Gericht: Prozesstermin nach Medienresonanz gleich zweimal verschoben(firmenpresse) - 2007 hatte der Enthüllungsjournalist eine bundesweite Recherche durchgeführt, um auf das Leiden der Tiere für die Pelzindustrie aufmerksam zu machen. Das entstandene Bild- und Videomaterial zeigte die grausamen Zustände ungeschönt und ohne Rücksicht. Neben einem guten Dutzend weiterer Farmen dokumentierte der Filmemacher auch eine Pelztierfarm nahe Münster, NRW. Tierschützer, mit den Bildern konfrontiert, trauten ihren Augen kaum. In Begleitung des Filmemachers wollten sie dem Pelzfarmer Gelegenheit geben, zu den dokumentierten Zuständen auf seiner Farm Stellung zu nehmen. Es kam jedoch zu einer Auseinandersetzung, sogar die Polizei musste zu Hilfe gerufen werden. Peifer wird nun vorgeworfen, durch seine bloße Anwesenheit die vor Ort befindlichen Pelztiere dermaßen in Aufregung versetzt zu haben, dass insgesamt 1385 der empfindlichen Tiere an den Auswirkungen von Stress verstorben seien. Der Schadenersatz, auf den Peifer verklagt wurde, beziffert sich auf 22.000,00 EUR. Dieser Betrag sei der Restwert der verendeten Tiere, nachdem man ihre Pelze habe verwerten können, heißt es in den Unterlagen. Offenbar waren die angeblich toten Tiere noch Gegenstand eines lukrativen Geschäftes: Weitere 22.000 EUR habe man mit dem Verkauf der Felle "erwirtschaften" können. Auch die Tatsache, dass zwischen der Begegnung der Beteiligten auf der Farm und dem Versuch der Geltendmachung von Schadenersatz mehr als ein halbes Jahr liegt, ohne dass Peifer zuvor für einen Schaden verantwortlich gemacht worden ist, lässt aufhorchen.
"Aus meiner Sicht ist die Argumentation völlig absurd, denn durch mein bloßes Auftreten auf der Nerzfarm sollen die Tiere umgekommen sein", so Peifer. Vertreten wird der Journalist von der Kölner Medienkanzlei Höcker, hier wundert sich auch Dr. Sven Dierkes über die Klage: "Ich sehe keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit auf der Nerzfarm und dem Tod der Tiere, ich bin gespannt, wie der Pelzfarmer dies dem Gericht glaubhaft machen will." Ohnehin vermuten Peifer und sein Verteidiger hinter dem Verfahren einen weiteren Versuch, den Kritiker mundtot zu machen: Der Pelzfarmer wird von einem der bekanntesten Anwälte der Agrarlobby vertreten, der schon mehrfach auftrat, wenn von Peifer gelüftete Geheimnisse der Agrarindustrie an die Öffentlichkeit gelangt waren.
Der Fall Peifer stieß bereits bundesweit auf Gehör, zahlreiche Medien berichteten. Unter Tierschützern und Journalisten ist die Solidarität enorm, auch das Internet spielt eine wichtige Rolle - offenbar hatten Klägerseite und Gericht dies nicht erwartet -, der Prozess wurde zunächst um mehrere Monate verschoben; jetzt wurde der Termin ein weiteres Mal ausgesetzt, verhandelt werden soll nun im Sommer 2011.
Auf der Internetseite www.nackte-wahrheit.com/ berichtet der Journalist ausführlich zu den Hintergründen des aktuellen Prozesses gegen ihn.
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Seit über 10 Jahren recherchiert und dokumentiert der Journalist Jan Peifer Missstände im Bereich der industriellen Massentierhaltung. In dieser Zeit hat er viele Skandale aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit gebracht. Offensichtlich zu viele, denn die großen Lobbyisten setzen ihn seit einigen Monaten massiv unter Druck, überziehen ihn mit Klagen und versuchen offensichtlich, den freien Journalisten auf diese Weise mundtot zu machen; dabei berichtet er nur die nackte Wahrheit.
Jan Peifer / MBE
Jan Peifer
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Sankt Augustin
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Datum: 09.02.2011 - 16:02 Uhr
Sprache: Deutsch
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Der Tierfilmer Jan Peifer recherchiert und dokumentiert seit über zehn Jahren Tierschutz-Missstände und bringt diese in die Öffentlichkeit. Hauptsächlich finden seine Recherchen in der Nacht statt - im Schutz der Dunkelheit schleicht er sich in Schweinemastbetrieb
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