Geschlechterpolitik der Bundesregierung ein Armutszeugnis
ID: 362651
Geschlechterpolitik der Bundesregierung ein Armutszeugnis
Anlässlich des 100. Internationalen Weltfrauentages hat die Gender-Arbeitsgruppe des globalisierungskritischen Netzwerks Attac der Bundesregierung ein geschlechterpolitisches Armutszeugnis ausgestellt.
"Gerade was die wirtschaftliche und ökonomische Gleichstellung betrifft, sind sowohl die Bilanz als auch die Perspektive ernüchternd", sagte Julia Roßhart von der Attac-Gender-AG.
Beispielhaft dafür sei, wie wenig die Bundesregierung gleichstellungspolitische Verabredungen auf EU-Ebene berücksichtigt:
Nach den Vorgaben des "Gender Budgeting" müssen bei allen haushaltspolitischen Entscheidungen die unterschiedlichen Auswirkungen von öffentlichen Einnahmen und Ausgaben auf Frauen und Männer ermittelt werden. Dies geschieht in Deutschland jedoch nicht.
Eine Folge: Die politischen Maßnahmen in Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise betreffen Frauen in anderer Weise als Männer. So hängt es als Folge der europaweiten Sparmaßnahmen zunehmend vom eigenen Geldbeutel ab, welche Krankenversorgung und Pflege die Menschen sich leisten können. Wer wenig Geld hat, ist verstärkt auf familiäre oder besonders kostengünstige Unterstützung angewiesen. "Diese Sparpolitik hat also klare Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse, denn Familienarbeit und Pflege werden nach wie vor hauptsächlich von Frauen geleistet", stellte Deborah Ruggieri fest, ebenfalls Mitglied der AG.
Darüber hinaus kritisierte die Attac-AG, dass die meisten zukunftsorientierten Denkmodelle geschlechterpolitische Perspektiven vermissen lassen. Deborah Ruggieri: "Die wichtigen wirtschafts- und finanzpolitischen Entscheidungen werden nach wie vor von einer homosozialen männlichen Elite getroffen." Die einseitige Besetzung der Bundestags-Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" mit ausschließlich männlichen Sachverständigen sei dafür nur ein Beispiel unter vielen.
Die Attac-AG betonte, dass der Internationale Frauentag immer auch für die Erfolge der Frauenbewegung stehe und dafür, dass Verhältnisse veränderbar seien. Julia Roßhardt: "Es ist eine große Herausforderung, die Zukunft geschlechtergerecht, sozial und ökologisch nachhaltig zu gestalten. Globale und geschlechterpolitische Analysen dürfen in der Ökonomie nicht länger ein Schattendasein fristen!"
Im Internet:
http://www.attac-netzwerk.de/gender-ag
Für Rückfragen und Interviews:
* Deborah Ruggieri, Attac-Arbeitsgruppe Gender, Tel. (0163) 7839 800
* Julia Roßhart, Attac-Arbeitsgruppe Gender, Tel. (0177) 7850 380
Frauke Distelrath
Pressesprecherin Attac Deutschland
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; 0179/514 60 79
Mail: presse@attac.de, Fax: 069/900 281-99
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 08.03.2011 - 13:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 362651
Anzahl Zeichen: 3189
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 179 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Geschlechterpolitik der Bundesregierung ein Armutszeugnis"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Attac Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Attac und Aktion Agrar gegen Milchüberproduktion und Billigexport von Milchpulver Bestärkt durch die große Demonstration "Wir haben Agrarindustrie satt"!" am Samstag in Berlin, haben das globalisierungskritische Netzwerk Attac und die Aktion Agrar eine Kampagne für faire M
Attac erlegt CETA-Monster ...
Neujahrsaktion gegen Freihandelsabkommen EU-Kanada + Montag, 4. Januar 2016, 11 Uhr + Vor dem Bundestag, Platz der Republik 1, Berlin Aktivistinnen und Aktivisten von Attac erlegen vor dem Bundestag das CETA-Monster. Mit dieser Aktion setzt das globalisierungskritische Netzwerk am kommenden
WTO-Konferenz: USA und EU erhöhen Druck auf Entwicklungsländer - Attac fordert Debatte über Alternativen zur Welthandelsorganisation ...
ac fordert Debatte über Alternativen zur Welthandelsorganisation Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass auch die gestern in Nairobi begonnene 10. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) das Versprechen nicht einlösen wird, die Interessen der Länder des Südens in den Mittelpunkt zu
Weitere Mitteilungen von Attac Deutschland
Frauen weiterhin in der Mehrzahl: 51% der Bevölkerung sind weiblich ...
WIESBADEN - In Deutschland gibt es mehr Frauen als Männer: Ende 2009 waren 51% oder 41,7 Millionen der insgesamt 81,8 Millionen Einwohner Deutschlands weiblich. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Frauentag am 8. März mitteilt, hat sich das Geschlechterverhältnis in den
Social-Media-Prognose zu bevorstehenden Landtagswahlen: Kurt Beck auf der Suche nach Koalitionspartner. Grüne und Linke stellen ersten Ministerpräside ...
Hamburg, 08. März 2011. Die JOM Jäschke Operational Media hat die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (20. März 2011), Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz (beide am 27. März 2011) im deutschsprachigen Sozialen Netz untersucht. Nachdem alle Parteien auf die Zielgerade in ihre
Ganz Europa zählt seine Einwohnerinnen und Einwohner ...
DEN - Am 9. Mai 2011 wird in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung eine Volkszählung stattfinden: der Zensus 2011. Mit dem Zensus 2011 ermitteln die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, wie viele Menschen in Deutschland leben und wie sie wohnen und arbeiten. Damit beteiligt si
Staatssekretärin Bröcker: Mindestlohn muss kommen ...
Sozial-Staatssekretärin Beate Bröcker hat anlässlich des Internationalen Frauentags ihre Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn bekräftigt. Bröcker erklärte in Magdeburg: "Ich halte es für einen Skandal, dass im Jahr 2011 in Deutschland eine Vollzeitbeschäftigung nicht in jedem F




