„Roadmap Biokraftstoffe“ der Bundesminister Seehofer und Gabriel:
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Ehrgeizige Ziele für Klima- und Energiepolitik - Experten vermissen realistische Planung
Biokraftstoffe können nach Auffassung von Gabriel einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten - allerdings nur, wenn sie signifikant zur Kohlendioxid-Reduktion beitragen. „Das stellen wir gesetzlich sicher. Und außerdem sorgen wir dafür, dass importierte Biomasse zukünftig nur dann eingesetzt werden darf, wenn sie nachhaltig angebaut worden ist. Es kann nicht sein, dass anderswo auf der Welt Wälder gerodet und Moore trockengelegt werden, um Palmöl anzubauen, das dann bei uns als vermeintlich klimafreundlicher Rohstoff eingesetzt wird".
Beide Ministerien verständigten sich beim Runden Tisch „Biokraftstoffe" zusammen mit der Automobilindustrie, der Mineralölindustrie, der Landwirtschaft sowie der Biokraftstoffindustrie auf eine gemeinsame Strategie zur Steigerung des Biokraftstoffanteils in den kommenden Jahren. Das Ergebnis ist die „Roadmap Biokraftstoffe" und damit die Ausbauperspektive für die Biokraftstoffe in Deutschland. Herausragende Ziele der Strategie sind die Erhöhung der Beimischungsgrenze von Bioethanol zu Ottokraftstoff von derzeit maximal 5 Vol Prozent auf 10 Vol Prozent und die Erhöhung der Biodieselbeimischung auf 7 Vol Prozent. Höhere Beimischungen seien derzeit wegen der Qualitätsanforderungen der Autoindustrie an den Kraftstoff technisch nicht möglich.
„Die Minister Gabriel und Seehofer haben sehr ehrgeizige Ziele für den Einsatz von Biokraftstoffen formuliert, bleiben aber eine Antwort schuldig, woher die nachwachsenden Rohstoffe kommen sollen“, kritisiert Tobias Janßen, Energieexperte der Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.de. In der Förderpolitik konzentriere man sich zu einseitig auf die Schaffung von Raffinerie-Kapazitäten von rund 11,3 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2020. In Deutschland fehlten dafür die nötigen Anbauflächen. Auch dürfe die Bundesregierung keine künstliche Verknappung von Getreide für die Lebensmittelbranche zulassen. Schon jetzt sei der Preisdruck für die Verbraucher spürbar. An Kooperationen mit dem Ausland führe deshalb kein Weg vorbei. „Bei der Gewinnung von Rapsöl sollte man sich auf Länder wie Kasachstan konzentrieren, die einen ertragreichen Boden aufweisen, Überschüsse bei der Getreideproduktion erzielen und nicht den hohen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln benötigen, wie es in Deutschland der Fall ist. Sonst fällt die Ökobilanz von nachwachsenden Rohstoffen negativ aus“, warnt Janßen.
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Datum: 22.11.2007 - 10:45 Uhr
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