Fremdkapital erreicht kaum mehr Handwerk und Gewerbe

Fremdkapital erreicht kaum mehr Handwerk und Gewerbe

ID: 40336

Krise am Kapitalmarkt wirkt sich auf viele Betriebe aus



Dieter Wulf, Diplom-Betriebswirt (FH)Dieter Wulf, Diplom-Betriebswirt (FH)

(firmenpresse) - Dortmund, 19.12.2007 - Es ist schon verwunderlich: Da wächst Medienberichten zufolge das Bruttoinlands-produkt (BIP) um bis zu 2,6% im Jahr 2007 (1,9% sind für 2008 vorausgesagt) und die Unternehmens-Insolvenzen gingen um rd. 25% gegenüber dem Vorjahr auf ca. 26.000 erwartete Anmeldungen zurück.

Und dennoch ist es für viele Betriebe deutlich schwieriger geworden, Fremdkapital bei Banken und Kreditinstituten zu erhalten. Erstaunlicherweise ist sowohl ein großer Teil des Mittelstandes betroffen als auch in besonderem Maße Handwerk, Handel und Gewerbe.

Folgt man einschlägigen Berichten, so sind hierfür vor allem die Auswirkungen der Hypotheken-Krise in den USA verantwortlich. Nicht zuletzt waren neben der West-LB, die Sachsen-LB, die Industriebank IKB und mit rd. 10 Mrd. Euro Abschreibungspotenzial die schweizerische UBS-Bank betroffen.

Doch das ist meiner Einsicht nach nicht alleine der Grund für die Restriktion im Kreditgewerbe. Immer wieder nehme ich mit Mandanten an Kreditgesprächen teil und stelle dabei fest, dass auch der Ton im Umgang viel rauher geworden ist. Sicher, die verschärften Kreditvergabe-Richtlinien nach Basel-II legen eine hohe Messlatte an: mindestens 15% Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme.

Im Kleingedruckten der Kredit-Verträge, den so genannten Covenants, wird dazu immer öfter der Verschuldungsgrad festgeschrieben, ebenso wie der Cash-Flow, der sich aus dem erwirtschafteten Gewinn abzüglich Entnahmen und Tilgung, zuzüglich Abschreibungen und langfristigen Rückstellungen, errechnet.

Dennoch dürften sich Umgang und Ton nicht verändert haben. Haben sie doch: Eine junge Kundenberaterin fordert schnippisch erst einmal die Planung für 5 Jahre ein. Nicht 2 oder 3 Jahre, nein 5 müssen es sein. Ein fachliches Gespräch kommt hier erst gar nicht zustande.

Ein Sachgebietsleiter spricht zynisch und ohne eigentliche Information über erkennbare Probleme für den neuen Kredit und fordert im Anschluss an seine Ausführungen zusätzlich eine hohe Lebensversicherung ein. Vorgelegte Unterlagen werden nicht zur Kenntnis genommen sondern weitere Auflagen ohne erkennbaren Hintergrund gestellt.



Einzelfälle? Keineswegs, die Erfahrung lehrt da eine andere Sicht. Im Inland zeigt sich die Konjunktur in keinem stabilen Zustand, zu wenig Wachstum im Vergleich zum Export im Metall-, Elektro- und Chemie-bereich. Und die Preise sind weiterhin am Boden, bieten in der Breite keine Ertragsverbesserung.

Somit steht die Kapitaldienstfähigkeit bei vielen Betrieben auf wackeligen Füßen, bietet so kaum eine Basis für positive Kredit-Entscheidungen. Und wenn dann noch eine schlechte Eigenkapitalquote hinzu kommt, ist eine Verhandlung schnell zu Ende. Etwa 50% der KMU-Betriebe sind hiervon betroffen. Keine wirklich schöne Situation, oder?

Das Top-Seminar zur Betriebs-Jahresplanung gibt dem Management weitere praktikable Informationen zur Stärkung des Eigenkapitals an die Hand und schafft damit auch beste Voraussetzungen, die eigene Situation sicherer zu analysieren, geeignete neue Ziele zu setzen, einen passenden Handlungsplan aufzustellen und diesen zeitgerecht umzusetzen, immer mit dem Ziel, die Rendite zu stärken (www.dieter-wulf.de).
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Dieter Wulf, 60 Jahre, Gesellenbrief, Techniker-Ausbildung, Diplom-Betriebswirt (FH); Erfahrung in allen Betriebsbereichen bis hin zur Geschäftsführung; seit 15 Jahren selbständig, über 500 betreute KMU-Betriebe bei Gründung – Wachstum – Sicherung – Nachfolge in Handel, Handwerk, Gewerbe (www.dieter-wulf.de)



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Datum: 19.12.2007 - 16:18 Uhr
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