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Nash Technologies: „Wir sollten den gesunden Ingenieursverstand einschalten“ - Smart Grid kann mehr Sicherheit schaffen als ein Cyber-Abwehrzentrum

ID: 429177
(firmenpresse) - Bonn/Stuttgart - Mit dem etwas hochtrabend benannten nationalen Cyber-Abwehrzentrum
in Bonn soll Deutschland angeblich vor Angriffen aus dem Netz geschützt werden. Aber
macht das überhaupt Sinn? „Man sollte besser den gesunden Ingenieursverstand
einschalten und den Spieß umdrehen", sagt Bernd Stahl, IT-Experte vom
Netzwerkausrüster Nash Technologies. http://www.nashtech.com/ „Die Frage ist doch nicht,
wie wir abertausende Angriffe abwehren können, sondern wie wir ein neues, intelligentes
Netz aufbauen, dass von vorne herein Cyberattacken ausschließt", argumentiert der
Stuttgarter IT-Experte. „Sonst laufen wir wie der Hase dem Igel hinterher und kommen
doch bei jedem Angriff zu spät."


Sicherheitsexperten sollten weniger im Konjunktiv reden
Die vorhandene Infrastruktur des Internets werde noch immer als unveränderbar
angesehen, kritisiert Stahl. „Das Internet leidet auf technischer Ebene unter einer
Komplexitätsblase. Es ist vom Ursprung her als offenes Netz gedacht, über das
Universitäten kommunizieren konnten und nicht als ein multifunktionales
Beförderungssystem für alle Arten der Kommunikation. Jetzt stehen wir vor gigantischen
Bedrohungen, die uns praktisch erdrücken." Auch andere IT-Experten zweifeln an der
grundsätzlichen Herangehensweise, per Abwehrzentrum Cyberangriffe abzuwehren und
schlagen andere Wege vor. Sandro Gaycken, Technik- und Sicherheitsforscher an der
Freien Universität Berlin, forderte im Interview mit tagesschau.de sogar eine „Entnetzung":
„Die Netzwerke müssten zurückgebaut und verkleinert werden. Während der letzten 20
Jahre wurde schleichend überall IT eingebaut. Man sollte am besten das ganze Zeug
wegschmeißen, es neu bauen und mit einfachen Lösungen arbeiten", sagt Gaycken.
Auch IT-Experte Stahl plädiert für einfache Lösungen, lehnt eine Entnetzung jedoch ab:
„Wir brauchen eine kontrollierte, durchdachte Vernetzung der kritischen Infrastruktur mit


dem Internet, also eine technisch und kommerziell ausgewogene Lösung. Eine
Entnetzung ist ein Schnellschuss und würde viele Innovationen zerstören."


Doch der Fokus liegt aktuell auf der Cyberabwehr. Die zehn Mitarbeiter des nationalen
Abwehrzentrums werden viel zu tun haben, wenn man den Bericht zur Lage der IT-
Sicherheit 2011 liest. http://bit.ly/iq5n28 Von Botnetzen über Phishing bis zu Drive-By-
Exploits - die Liste der Bedrohungen wird angeblich immer länger. „Wir können
differenzieren zwischen Angriffen auf die breite Masse und gezielten Cyber-Attacken. Für
letztere werden bislang unentdeckte Schwachstellen eingesetzt, wie es zum Beispiel bei
der Schadsoftware Stuxnet der Fall war", sagt Michael Hange, Chef des Bundesamtes für
Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das den IT-Bericht parallel zur Eröffnung des
Abwehrzentrums veröffentlicht hat. Welche betriebs- und volkswirtschaftlichen Schäden
dabei wirklich eingetreten sind, ist allerdings unklar. „Die Sicherheitsexperten sollten
weniger im Konjunktiv reden, sondern klar benennen, wo ein wirklicher Schaden
aufgetreten ist und was dabei lahmgelegt wurde. Und Stuxnet war ja nicht gerade das
Werk von klassischen Cyber-Kriminellen. Wer ständig auf der Metaebene warnt und durch
nebulöse Horrormeldungen sich in Szene setzt, bewirkt für die IT-Sicherheit genau das
Gegenteil. Die Sensibilität nimmt ab", kritisiert Peter B. Záboji, Chairman des After Sales-
Spezialisten Bitronic. http://www.bitronic.eu/mission-statement/ Einer Entnetzung das Wort
zu reden, sei genauso fahrlässig. Ohne intelligente Netze sei beispielsweise die
Energiewende nicht zu realisieren. Ein Ausbau der Stromtrassen reiche nicht aus, so
Záboji.


„Smart Grid ist der Schlüssel zur Energiewende"
Das sieht auch IT-Experte Stahl so: „Durch die schwankende Einspeisung von Windkraft
und Solarenergie muss die Netzauslastung durch ein intelligentes Netz ständig analysiert
und gesteuert werden. Das Smart Grid wird also Stromausfälle verhindern und für Stabilität
sorgen. Es ist der Schlüssel zu einer sicheren Energiewende."


Doch bis dahin ist es ein weiter Weg: Denn das Internet in seiner bisherigen Form ist
letztlich ein Flickenteppich tausender Netze von ganz verschiedenen Eigentümern, unter
ihnen internationale Internet Service Provider, aber auch regionale Anbieter. Die
Technologie für ein Smart Grid fähiges Internet muss noch entwickelt werden - inklusive
der Dienstgüte und Sicherheit, die Teil der „Natur" des Netzes sein müssen. Für IT-
Experten Stahl steht fest: „Beim Telefonieren macht man sich auch nicht ständig Sorgen,
dass sich ein Virus in der Telefonanlage einnistet oder ein Botnetzwerk die Kontrolle
übernimmt und für den Totalausfall sorgt. Diese Stabilität brauchen wir auch für das
zukünftige Internet."


Siehe auch: 
Der vermeintliche Cyberwar und die Sicherheitskeule.
http://gunnarsohn.wordpress.com/2011/06/16/der-vermeintliche-cyberwar-und-die-
sicherheitskeule/
Kein Platz an der Sonne. http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/7099-oligopol-im-
energiesektor
Atomausstieg ohne Besserisserei.  http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/6332-
atomausstieg-ohne-besserwisserei
Intelligentes Netz für die Energiewende. http://soundcloud.com/gsohn/intelligentes-netz-f-r-
die
Auch für die Energiewende braucht man Internetkompetenz, liebwerteste Gichtlinge der
Politik. http://ne-na.de/ich-sag-mal-blog-auch-f-r-die-energiewende-braucht-man-
internetkompetenz-liebwerteste-gichtlinge-der-politik/Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

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Datum: 22.06.2011 - 17:12 Uhr
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