Immer mehr Frauen erobern die Männerdomäne „Handwerk“
05.03.2008 - 12:29 | 44265
Über 1.800 Handwerkerinnen derzeit im Kammerbezirk tätig
Schrauben, Ausmessen, Sägen ist reine Männersache?
Von wegen: Im Kammerbezirk Cottbus gibt es momentan 1.873
Frauen, die einen Handwerksberuf ausüben. Laut Statistik
der Handwerkskammer Cottbus (HWK) ist nach wie vor das
Friseur- und Kosmetikgewerbe am beliebtesten. Doch auch
in einigen „typischen“ Männerberufen nehmen zunehmend
Handwerkerinnen das Ruder in die Hand.
(firmenpresse) - Dafür ernten sie mitunter überraschte Blicke seitens der Kunden. „Manchmal wird mir etwas Skepsis entgegengebracht, wenn es um das Bedienen der Bohrmaschine oder das Anbringen von Markisen geht“, bestätigt Sandra Lebedies, Raumausstattermeisterin aus Finsterwalde. „Ich habe jedoch selten mit Vorurteilen zu kämpfen – im Gegenteil. Besonders die ältere Kundschaft bringt mir eher Bewunderung entgegen.“
Von den insgesamt 301 Raumausstattern im Kammerbezirk Cottbus sind 45 Frauen – Sandra Lebedies ist sogar Obermeisterin in ihrem Gewerk. Bereits 1998 hat sich die heute 32-Jährige selbständig gemacht und freut sich über ihr diesjähriges Jubiläum. „Seit ich mit 16 meine Lehre in Bielefeld begonnen habe, übe ich diese Tätigkeit nun schon aus – und es ist nach wie vor mein Traumberuf“, sagt Sandra Lebedies.
„Die meisten Handwerkerinnen arbeiten im Friseur- und Kosmetikgewerbe“, erklärt Thomas Knorn, Mitarbeiter Handwerksrolle der HWK. „Sehr beliebt ist auch das Schneiderhandwerk – Damen- und Herrenschneider, Dekorationsnäher, Änderungsschneider. In dieser Berufsgruppe beläuft sich der Frauenanteil auf über 90 Prozent.“
Die HWK Cottbus gratuliert allen Handwerkerinnen des Kammerbezirks zum Frauentag 2008!
Hintergrund:
Laut der aktuellen Statistik der HWK gibt es im Kammerbezirk Cottbus insgesamt 12.237 Handwerker, die einen Betrieb leiten. Davon sind 1.873 Frauen – das entspricht einem Anteil von 15 Prozent. 588 von ihnen tragen einen Meistertitel. Überwiegend gehören dazu Friseur-, Kosmetik- oder Gebäudereinigermeisterinnen. Zu den Berufszweigen, die selten von Frauen ausgeübt werden und in Südbrandenburg mit je einer Meisterin vertreten sind, zählen unter anderem Karosserie- und Fahrzeugbau sowie die Dachdecker- und Gravurbranche.
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