LINKE fordert Ende der Militarisierung des Internet
ID: 446049
LINKE fordert Ende der Militarisierung des Internet
"Die heutige offizielle Eröffnung des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums (NCAZ) ist ein weiterer Schritt der Aufrüstung im Internet. Dem NCAZ, wo sich ohne Rechtsgrundlage Polizei, Geheimdienste, Bundeswehr, Katastrophenschutz und Unternehmen operativ austauschen, werden bald weitere Schritte folgen. DIE LINKE fordert dagegen ein sofortiges Ende der weiteren Militarisierung des Internet", erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Eröffnung des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums durch Bundesinnenminister Friedrich in Bonn. Korte weiter:
"Wie groß die Gefahr durch Cyber-Attacken für die Bevölkerung wirklich ist, lässt sich nur schwer beurteilen und wird auch von Experten kontrovers diskutiert. Eine kürzlich vorgelegte Studie der George Mason University kommt zu dem Schluss, dass öffentliche, nachprüfbare Informationen zu den Gefahren nicht vorliegen. Davon jedoch unberührt fährt die Regierung immer schwerere Geschütze auf. Fast wöchentlich werden immer drastischere Schreckensszenarien entworfen, um die massive Aufrüstung im Cyberwar zu legitimieren.
Der Schutz und die Absicherung von kritischen Infrastrukturen, wie beispielsweise Stromnetzen, werden im digitalen Zeitalter immer wichtiger. Anstatt jedoch mit Augenmaß und ohne Panikmache friedliche Alternativen und Initiativen zu suchen, folgt die Bundesregierung der US-Regierung auf ihrem Weg in den grenzenlosen Cyberwar. Die USA bewerten ja mittlerweile eine Attacke im Netz als Kriegsgrund und wollen zukünftig auch mit Waffengewalt gegen Hackerangriffe vorgehen. Gleiches fordern sie von der NATO und ihren Bündnispartnern. Wann Bundeswehr und Sicherheitsbehörden im Netz zum Gegenschlag ausholen, ist also vermutlich nur noch eine Frage der Zeit. Wie schon im von Rot-Grün eingerichteten Gemeinsamen Antiterrorismuszentrum werden auch im NCAZ alle verfassungsrechtlichen Trennungsgebote aufgehoben. Trotz anderslautender Beteuerungen tauschen sich die am NCAZ beteiligten Geheimdienste, Polizeibehörden und die Bundeswehr operativ aus und untergraben somit gezielt unsere Verfassung.
Die Bundesregierung hat sich mit ihrer 'IT-Sicherheitsstrategie' politisch bewusst für eine weitere Eskalation und den Ausbau des Überwachungsstaates entschieden. Das Entstehen eines cyber-industriellen Komplexes von Unternehmen, die der Regierung maßgeschneiderte Software für den Cyberwar verkaufen und gleichzeitig den Bedarf danach kräftig ankurbeln, ist bereits abzusehen. DIE LINKE setzt auf eine Entmilitarisierung des Internet und einen radikal verbesserten Schutz der kritischen Infrastrukturen. Diese dürfen niemals direkt oder indirekt mit dem Internet verbunden werden. Das ist sowohl aus Sicherheits- als auch aus Datenschutzperspektive der bessere Weg."
F.d.R. Susanne Müller
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.de
www.linksfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.07.2011 - 08:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 446049
Anzahl Zeichen: 3359
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 244 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"LINKE fordert Ende der Militarisierung des Internet"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Die Linke. im Bundestag (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Bundesregierung will auf die sogenannte Extremismusklausel bei der Förderung von Anti-Rechts-Initiativen verzichten. Bisher gibt es von Familienministerin Schwesig aber nur eine "interne Dienstanweisung". Dazu erklärt der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Matthias Höhn: Von
Diese SPD für uns nicht koalitionsfähig ...
Vor dem heutigen Bundesparteitag der SPD, erklärt das LINKE-Vorstandsmitglied Dominic Heilig im Hinblick auf den innerparteilichen Proporz und Streit zwischen Ost- und Westlandesverbänden in der SPD: Solange diese Partei ihr Binnenverhältnis nicht geklärt hat, ist sie für uns nicht koaliti
EEG - Industrieprivilegien kosten reguläre Arbeitsplätze ...
"Die unberechtigten Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage müssen umgehend gestrichen werden", fordert Martin Schirdewan, Mitglied des Parteivorstandes der Partei DIE LINKE. Er erklärt weiter: Es muss endlich Schluss damit sein, dass sich Unternehmen durch die Umwandlung regulärer
Weitere Mitteilungen von Die Linke. im Bundestag
Bundesfamilienministerium erreicht weitere Stärkung der Kinderrechte ...
Menschenrechtsrat stimmt Beschwerdeverfahren für Kinder zu Am heutigen Freitag hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen dem Entwurf des Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention zur Errichtung eines Individualbeschwerdeverfahrens für Kinder zugestimmt. Deutschland hat die Resolut
Jugend musiziert': Dr. Hermann Kues würdigt Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger 2011 ...
Bundesfamilienministerium fördert Nachwuchsmusikerinnen und -musiker mit jährlich 1,3 Millionen Euro In Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern werden heute (Donnerstag) die Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs "Jugend musiziert" geehrt. In 146 Regionalwettbewerben in Deutschland so
2010: Mehr Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen ...
WIESBADEN - Im Jahr 2010 sind in Deutschland 678 000 Kinder lebend geboren worden. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mit. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 13 000 Kindern oder 1,9% - allerdings war 2009 auch das Jahr mit der bishe
5,7 Millionen Euro für Rettungsdienste ...
Innenminister Joachim Herrmann: "Freistaat Bayern stellt 5,7 Millionen Euro für ehrenamtliche Rettungsdienste und Betrieb der Rettungsleitstellen bereit" Um die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen Rettungsdienste und den Betrieb der Rettungsleitstellen in Bayern zu sichern, stellt de
Endgültiges Aus für Biblis B - GRÜNE freuen sich über Ende einer jahrzehntelangen Auseinandersetzung ...
Mit großer Freude nimmt die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Kenntnis, dass RWE das Atomkraftwerk Biblis B nicht mehr anschalten wird. "Damit ist eine mehr als 30 jährige Auseinandersetzung endlich beendet und wir können uns endlich mit voller Kraft der Energiewende widmen.




