Startschuss für das intelligente Stromverteilnetz von RWE Deutschland
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Startschuss für das intelligente Stromverteilnetz von RWE Deutschland
Mehr Strom aus erneuerbaren Energien ohne Einbußen bei der Versorgungssicherheit Mitten im Eifelkreis Bitburg-Prüm schlagen RWE Deutschland und Partner aus Industrie und Wissenschaft heute ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Stromversorgung auf. Zum ersten Mal wird in Deutschland ein intelligentes Stromverteilnetz in einer ländlichen Region unter Spannung gesetzt. Unter dem Motto "Smart Country" bietet die im Eifelkreis eingesetzte Technik auf einer Fläche von 170 Quadratkilometern eine intelligente Antwort auf die Frage, wie Strom aus Sonne und Wind bei gleichzeitig hoher Versorgungssicherheit genutzt werden kann. Planer, Bauherren und Betriebsführer für das Stromnetz der Zukunft sind die Verteilnetz- und Netzservicegesellschaften von RWE Rhein-Ruhr und RWE Westfalen-Weser-Ems.
Kombiniert mit moderner Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik und einem Biogasspeicher als "Strompuffer" gewährleistet das intelligente Netz jederzeit eine stabile Stromversorgung. Dies gilt auch dann, wenn das natürlich schwankende Angebot an Strom aus Sonnen- und Windenergie nicht dem aktuellen Strombedarf von Verbrauchern entspricht. RWE Deutschland ist federführend in diesem Projekt. Partner sind die Unternehmen ABB und Consentec sowie die Technische Universität Dortmund. Der Aufbau des Demonstrationsnetzes wird vom Bundeswirtschafts-ministerium gefördert. Insgesamt werden 3 Millionen Euro für das intelligente Netz im Eifelkreis ausgegeben. In rund drei Jahren wird Zwischenbilanz gezogen, wie sich das intelligente Netz im Einsatz bewährt hat.
Dr. Joachim Schneider, Technik-Vorstand der RWE Deutschland AG: "Mehr Strom aus erneuerbaren Energien und Netzstabilität sind keine Gegensätze mehr, wenn intelligente Netze dahinterstehen. Bei smarten Lösungen geht RWE vorweg, damit die Energiewende im Stromverteilnetz gelingt." Dr. Knut Kübler, Leiter des Referates "Energieforschung", Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: "Was in der Eifel unter realen Bedingungen getestet wird, kann sich zum Prototypen für einen deutschlandweiten Umbau des Stromverteilnetzes mit Smart Grids entwickeln." Denn hauptsächlich in den ländlichen Regionen entscheidet sich, ob die Energiewende zu mehr erneuerbaren Energien auch im Stromverteilnetz verwirklicht werden kann. 98 Prozent der deutschen Netzinfrastruktur von insgesamt rund 1,7 Millionen Kilometern machen das Stromverteilnetz aus. Knapp 350.000 Kilometer davon werden von RWE Deutschland betrieben.
In Bitburg-Prüm will RWE zeigen, wie die Versorgungssicherheit in ländlichen Regionen auch bei einem mitunter stark schwankenden Angebot aus erneuerbaren Energien gewährleistet werden kann. Unter mehr als 400 Gebieten hat RWE Deutschland den Eifelkreis als Labor für diesen Härtetest eines intelligenten Stromnetzes ausgewählt. Denn hier liegen in mehrerer Hinsicht typische Herausforderungen für die Betreiber von Stromverteilnetzen: Bislang sorgte eine an die bisherige Versorgungsaufgabe angepasste Netzinfrastruktur für Versorgungssicherheit in einer dünn besiedelten Region. 5.500 Einwohner auf 170 Quadratkilometern verbrauchen im Demonstrations-Netzgebiet ungefähr 22 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Zum Vergleich: Eine Stadt wie Essen hat auf 210 Quadratkilometern einen jährlichen Strombedarf von 5,5 Milliarden kWh.
Seit im Eifelkreis die Zahl der installierten Windkraft- und Photovoltaikanlagen stark steigt, muss das Stromverteilnetz mit der Zeit gehen und das schwankende Angebot an Strom aus erneuerbaren Energien so ausbalancieren, dass die Gefahr von Versorgungsunterbrechungen minimiert werden kann. Aktuell speisen im Versorgungsbereich des RWE-Regionalzentrums Trier mit rund 362.000 versorgten Einwohnern über 5.500 Anlagen ? davon 5.200 Photovoltaikanlagen ? mit rund 840 Megawatt (MW) installierter Kapazität in das Mittel- und Niederspannungsnetz ein. Im Jahre 2006 waren es erst rund 800 Erzeuger. Außerdem speisen 57 Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 107 MW direkt in das 110.000-Volt Netz ein. Das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht. Im Jahr 2010 lagen dem RWE-Regionalzentrum Trier über 2.230 Anfragen zur Einspeisung dezentral erzeugter elektrischer Energie vor. Im Jahre 2011 sind es schon weitere 190.
Das Modellprojekt besteht aus vier verschiedenen technischen Bausteinen: Spannungsregler sind vor und hinter intelligenten Ortsnetzstationen oder direkt beim Kunden angebracht. Sie schützen vor Schwankungen in der Versorgungsspannung. Zum ersten Mal in Deutschland wird die Biogasanlage eines Landwirtes als Stromspeicher zum Ausgleich von Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch im Netz mit einbezogen. Der dritte Baustein besteht aus Messpunkten an 20 Stellen im Netz sowie an 48 Photovoltaikanlagen. Kontinuierlich werden hier Spannung und Strom gemessen, um die Netzplanung und -führung optimieren zu können. Baustein Nummer vier ist eine leistungsstarke Kabelstrecke mit Pausenschaltern. Dabei handelt es sich um eine neu errichtete "Strom-Autobahn", die die bisherigen "Strom-Landstraßen" entlastet und damit die Anschlusskapazität für die dezentrale Erzeugung erhöht. Durch den Einsatz von Pausenschaltern wird die Ausbreitung von Fehlern, die von der Strom-Landstraße auf die Strom-Autobahn übergehen könnten, verhindert.
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Datum: 22.07.2011 - 08:10 Uhr
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