Einrichtung von Umweltzonen - GRÜNE: Land muss Blockadehaltung aufgeben
ID: 446218
Einrichtung von Umweltzonen - GRÜNE: Land muss Blockadehaltung aufgeben
Landesregierung lässt Städte allein
"Die Landesregierung lässt die Kommunen mit der Problematik von Luftschadstoffen allein. Bisher konnte nur in Frankfurt eine Umweltzone eingerichtet werden, Anträge der Städte Wiesbaden und Offenbach scheiterten am Einspruch von Verkehrsminister Posch (FDP). Diese Blockade ist verantwortungslos, da die Landesregierung ein Konzept, das der Luftreinhaltung mindestens genauso gut dient, auch schuldig bleibt. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 25. Juli 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf Aufstellung eines Luftreinhalte- oder Aktionsplans. Es müssen wirkungsvolle Maßnahmen aufgezeigt werden, die die Luftbelastung entsprechend der EU-Richtlinie reduzieren. So muss Stickstoff unter den Grenzwert von 40 µg/m3geführt werden. Es müssen wirkungsvolle Maßnahmen aufgezeigt werden, die die Luftbelastung entsprechend der EU-Richtlinie reduzieren. Mit möglichen Klagen der Bürgerinnen und Bürger gegen die Untätigkeit der Politik lässt die Landesregierung die Städte allein. Solche Klagen sind in Wiesbaden bereits angekündigt", kritisiert die ressourcenschutzpolitische Sprecherin der GRÜNEN, Angela Dorn.
Schadstoffe, Gesundheit und mögliche Gegenmaßnahmen
Hintergrund ist, dass große Gesundheitsstudien zeigen, dass es mit ansteigender Stickstoffdioxid-Konzentration auch zu einer Zunahme an gesundheitlichen Beschwerden und Atemwegserkrankungen kommt. Besonders empfindlich reagieren Risikogruppen wie Asthmatiker, Bronchitiker oder Herzkranke, aber auch Kinder. Bei einem weiteren Schadstoff, dem Feinstaub gibt es einen erfreulichen Trend, denn 2010 wurden die europäischen Grenzwerte in ganz Hessen eingehalten. Noch könne man aber auch hier nicht von einer Lösung des Problems sprechen. Geeignete, schnell wirkende Maßnahmen der Landesregierung zur Reduzierung von Stickstoffdioxid wären Tempolimits auf den hessischen Autobahnen und Maßnahmen zur Verlagerung des Lkw-Verkehrs auf die Schiene. Von Seiten der Kommune können Effekte durch die Verbannung besonders umweltschädlicher Autos aus den Innenstädten erzielt werden, gerade wenn sie mit Durchfahrverboten für LKWs verbunden werden und großflächig angelegt sind.
Frankfurter Erfahrungen
"Wir haben in Frankfurt gute Erfahrungen mit der Umweltzone gemacht", so die Umweltdezernentin Frankfurts, Manuela Rottmann, "Beim Feinstaub ist ein deutlich abnehmender Trend zu erkennen, bei Stickstoffdioxid immerhin erstmals seit vielen Jahren ein leicht abnehmende Tendenz. Außerdem hat die Einführung der Umweltzone in Frankfurt die Modernisierung der Kraftfahrzeugflotte deutlich beschleunigt. Während bei den in Frankfurt gemeldeten Nutzfahrzeugen schon knapp zwei Drittel die grüne Plakette haben, sind es in der gesamten Bundesrepublik nicht einmal die Hälfte aller Nutzfahrzeuge."
Forderung nach regionaler Umweltzone
Manuela Rottmann (GRÜNE) verweist darauf, dass die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Bad Homburg vorschlagen, im Rhein-Main-Gebiet eine regionale Umweltzone einzurichten. Das Rhein-Main-Gebiet sei eine der am stärksten mit Stickstoffdioxid belasteten Regionen in Europa. "Eine spürbare Verbesserung der Luftqualität können die einzelnen Städte im Rhein-Main-Gebiet nur erreichen, wenn auch die umliegenden Autobahnen und Verkehrswege in die Umweltzone einbezogen werden. Das Konzept der Umweltzonen muss weiterentwickelt und darf nicht von der Landesregierung blockiert werden."
Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
Pressesprecherin: Elke Cezanne
Schlossplatz 1-3; 65183 Wiesbaden
Fon: 0611/350597; Fax: 0611/350601
Mail: presse-gruene@ltg.hessen.de
Web: http://www.gruene-hessen.de/landtag
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.07.2011 - 08:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 446218
Anzahl Zeichen: 4564
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 255 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Einrichtung von Umweltzonen - GRÜNE: Land muss Blockadehaltung aufgeben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert Verbraucherschutzministerin Puttrich (CDU) dazu auf, ihren jahrelangen Ankündigungen für mehr Verbraucherschutz in Hessen echte Taten folgen zu lassen und sich konsequent für eine verpflichtende Hygieneampel einzusetzen. Hessen hat in die
GRÜNE fragen nach aktuellem Stand des Partikeltherapiezentrums am Universitätsklinikum Gießen-Marburg ...
Die Tatsache, dass das Partikeltherapiezentrum an der Universitätsklinik in Marburg nicht, wie in den Verträgen vorgesehen, zum 31.12.2012 in Betrieb genommen wurde, veranlasst die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei der zuständigen Ministerin nachzufragen. "Da Ministerin Küh
Kürzung der Ausgleichszulage für Landwirte ? GRÜNE fordern Antworten von der Landesregierung ...
Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag kritisiert, dass die Ausgleichszulage (AGZ), die das Land Hessen mit Beteiligung des Bundes und der EU an Landwirte in benachteiligten Gebieten zahlt, für das vergangene Jahr massiv gekürzt worden ist. Die betroffenen Landwirte wurde
Weitere Mitteilungen von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag
Höchste Väterbeteiligung beim Elterngeld weiterhin in Jena ...
Wiesbaden - Väter in der thüringischen Stadt Jena nahmen am häufigsten Elterngeld für ihre 2009 geborenen Kinder in Anspruch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag die Väterbeteiligung für Nachwuchs, der im Jahr 2009 geboren wurde, dort bei mehr als 42%. Schon im Jahr 2008 ha
Delegationsreise der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe ...
Vom 21. bis 22. Juni 2011 wird sich eine Delegation der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe unter Leitung ihres Vorsitzenden, Thomas Dörflinger (CDU/CSU), in der Schweiz aufhalten. Die weiteren Delegationsmitglieder sind: Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Sabine Leidig (DIE LINKE.), Jo
Gefängnisstrafe für friedlichen Protest?! ...
agen/Zürich, 20.6.2011. Heute standen 11 Umweltaktivisten vor dem Kopenhagener Gericht ? darunter auch zwei Schweizer Greenpeace-Aktivisten. Im Dezember 2009 protestierten sie im königlichen dänischen Palast friedlich gegen das kurz bevorstehende Scheitern der Klimakonferenz (COP 15). Sie betonte
Die unendliche Geschichte der verzagten Eurominister ...
Zum Euro-Gipfeltreffen erklaert der europapolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Michael Roth: Anstatt als Loeschtrupp, der gemeinsam anpackt, agieren die Regierungen der Eurozone als Brandbeschleuniger der Krise. Sie giessen weiter Oel ins Feuer: in Griechenland, aber auch an den Finan
SCHULZ: Neue Vergabepraxis von Top-Level-Domains ist sinnvoll ...
BERLIN. Zu den Entwicklungen in der Domainvergabe erklärt der IT-Sicherheits- und Internetexperte der FDP-Bundestagsfraktion Jimmy SCHULZ: Die FDP-Bundestagsfraktion begrüßt die neuen Entwicklungen in der Domainvergabe. Die Möglichkeit für Unternehmen, sich eine frei wählbare Top-Level-Doma




