NABU: Atomausstieg wichtiges Signal, aber echte Energiewende kommt zu kurz
ID: 447062
NABU: Atomausstieg wichtiges Signal, aber echte Energiewende kommt zu kurz
Berlin ? "Mit der Festlegung auf einen endgültigen Atomausstieg hat der Bundestag heute ein wichtiges Signal für die dringend nötigen Investitionen in eine nachhaltigere Energiepolitik gegeben", kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke die Entscheidung der Parlamentarier zur Änderung des Atomgesetzes. "Angesichts des mehrfachen Super-GAUs in Japan ist es allerdings völlig unverständlich, dass die Bundesregierung weder die Haftung bei Unfällen noch die Sicherheitsstandards für den Betrieb der verbleibenden Atomkraftwerke verschärft hat", kritisiert Tschimpke.
Der jetzt gültige Zeitplan für die Abschaltung der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022 stelle zwar nicht den schnellstmöglichen Atomausstieg dar, doch klimapolitisch wichtiger seien die richtigen Rahmenbedingungen beim Umstieg auf erneuerbare Energien. "Dabei bietet die künftige Förderung zur Stromerzeugung aus Biogas zwar erste Anreize, eine größere Vielfalt an Energiepflanzen und Reststoffen zu verwerten. Gleichzeitig wurde aber die überfällige Begrenzung des Maisanteils in den Biogasanlagen auf Druck der großen Anlagenbetreiber derart verwässert, dass sie nahezu unwirksam ist", erklärt Tschimpke. "Damit hat der Gesetzgeber eine wichtige Chance vertan, die drastischen Folgen von Maismonokulturen auf das Landschaftsbild und den Naturhaushalt zu reduzieren und einen Fruchtwechsel zu fördern", kritisiert der NABU-Präsident.
Insgesamt kommen Anreize zur Verringerung unserer so klimaschädlichen wie volkswirtschaftlich unsinnigen Energieverschwendung viel zu kurz. "Die finanzielle Aufstockung der Förderung für die Gebäudesanierung ist der einzige wirkungsvolle Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz. Deshalb begrüßen wir insbesondere das Gesetz zu steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für anspruchsvolle Energiespar-Investitionen", erklärt Olaf Tschimpke. Da aber gerade diese Maßnahme durch ein Veto des Bundesrates am 8. Juli noch gestoppt werden könnte, fordert der NABU die Länderkammer eindringlich zur Zustimmung auf. "Ein Scheitern würde ausgerechnet den einzig konkreten Beitrag für mehr Energieeffizienz und damit eine echte Energiewende gefährden", betont Tschimpke.
Für Rückfragen:
Carsten Wachholz, NABU-Energieexperte, Mobil 0172/ 4179727.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.07.2011 - 08:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 447062
Anzahl Zeichen: 2660
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 259 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Atomausstieg wichtiges Signal, aber echte Energiewende kommt zu kurz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU - Naturschutzbund Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Miller: Forderung nach Abschaffung des Verbandsklagerechts ist billiges Mittel Berlin - Der NABU beurteilt die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, das Verbandsklagerecht einzuschränken oder gar abzuschaffen, als billiges Mittel, um von seiner desaströsen Amtszeit abzulenken.
Weiße Riesen mit schwarzer Weste - NABU startet Fotowettbewerb zur Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe ...
Berlin - Schwarze Rauchsäulen aus den Schloten von Kreuzfahrtschiffen - Wer dies in diesem Sommer beobachtet, sollte am besten gleich zur Kamera greifen. Denn der NABU ruft dazu auf, die enorme Abgasbelastung durch Kreuzfahrtschiffe zu dokumentieren. "Noch immer pustet jedes vermeintliche Tr
Artenschutz/International: Erster Schneeleopard tappt in NABU-Fotofalle im kirgisischen Tien Shan Tennhardt ...
aaten müssen sich auf globalen Schutzplan verständigen Berlin/Bischkek - Ein stattlicher Schneeleopard ist in eine der 18 Fotofallen getappt, die der NABU erst vor wenigen Wochen im kirgisischen Tien Shan installiert hat. Das bis zu 7439 Meter hohe im Norden des Landes gelegene Hochgebirge ist
Weitere Mitteilungen von NABU - Naturschutzbund Deutschland
Angst vor Fukushimas Folgen ...
ZDF-Magazin "Abenteuer Forschung" über die Risiken der Radioaktivität Das ZDF-Wissenschaftsmagazin "Abenteuer Forschung" beschäftigt sich am Dienstag, 5. Juli 2011, 23.15 Uhr, in der Folge "Strahlende Aussichten: Die Kraft des Atoms" mit dem kontrovers diskutier
NABU-Zentralstelle freut sich über große Nachfrage für Bundesfreiwilligendienst ...
Miller: Engagement im Umwelt- und Naturschutz ist attraktiv für Junge wie Ältere Berlin ? Pünktlich zum Start des neuen Bundesfreiwilligendiensts ist die Nachfrage im Bereich Umwelt- und Naturschutz groß. Vermittelt von der NABU-Zentralstelle haben heute die ersten engagierten Bürger ihren
Kommissionsvorschlag zum EU-Haushalt: Alles andere als Grün ...
WWF vermisst Umwelt-Aspekte in heute präsentierten Vorschlag der EU-Kommission Berlin - Der WWF ist enttäuscht über den heutigen Vorschlag der EU-Kommission zum künftigen EU-Haushalt. Der Vorschlag sei visionslos und alles andere als ein Schritt Richtung Grüner Wirtschaft. Der WWF fordert
Neuer Superrechner von Bull beflügelt Wetter- und Klimaforschung beim Königlich Niederländischen Meteorologischen Institut (KNMI) ...
Amsterdam, Köln 01. Juli +++ Das KNMI und Bull werden bei einem neuen Supercomputerprojekt zusammenarbeiten. Gemeinsam werden die beiden Partner eines der leistungsstärksten und umweltfreundlichsten Rechenzentren Europas zur Optimierung von Wettervorhersagen und Klimaprognosen schaffen. Bei d
Gesetzespaket zum Atomausstieg verspielt Chance zur konsequenten Energiewende ...
Bundesländer und Bundestag haben zusammen mit Kommunen und Stadtwerken die schlimmsten Einschnitte in den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien verhindert Mit künstlich geschaffenem Zeitdruck hat die Bundesregierung gestern nicht nur den Atomausstieg beschlossen, sondern auch eine ganze Rei




