Kampf gegen Altersarmut
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Kampf gegen Altersarmut
Frankfurt am Main - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert die Bundesregierung auf, angesichts der zunehmend prall gefüllten Rentenkasse die Rente mit 67 fallen zu lassen. "Die längere Lebensarbeitszeit wurde immer mit den zu erwartenden Löchern in der Rentenkasse begründet. Jetzt zeigt sich, dass diese Befürchtung zu pessimistisch war. Es gibt offensichtlich keinen Grund für die Rente mit 67", sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel.
Die Regierung erwartet für die Rentenkasse im kommenden Jahr Mehreinnahmen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro. Statt sich von der Rente mit 67 zu verabschieden, wird derzeit aber über eine massive Senkung der Beitragssätze diskutiert. Danach könnte 2012 der Beitrag zur Rentenversicherung um 0,4 Prozent sinken.
"Sollte die schwarz-gelbe Koalition die Beiträge senken und gleichzeitig an der Rente mit 67 festhalten, wäre das an Verlogenheit kaum zu überbieten", warnte Wiesehügel. Die Beschäftigten hätten durch eine solche Regelung nur einen Mini-Vorteil, gleichzeitig steige aber ihr Armutsrisiko im Alter. Ein Durchschnittverdiener würde durch die jetzt diskutierte Beitragskürzung um kaum mehr als fünf Euro im Monat entlastet. Eine längere Lebensarbeitszeit bis 67 liefe dagegen für diejenigen, die etwa schon mit 63 aufhören müssen zu arbeiten, auf eine Rentenkürzung in Höhe von 14,4 Prozent hinaus.
So steigt die Altersarmut bei der Rente mit 67. Viele schwerarbeitende Beschäftigte schaffen es nicht, bis 67 zu arbeiten. Sie müssen mit extremen Abschlägen bei ihrer Rente rechnen. "Die kurzfristige Entlastung der Beschäftigten durch eine Beitragssenkung steht in keinem Verhältnis zu den Nachteilen der Rente mit 67", sagte Wiesehügel. "Die Regierung hat jetzt die Chance zu zeigen, ob sie die Existenzsorgen der Menschen ernst nimmt oder ob es ihr lediglich um eine populistische Positivmeldung geht."
Ruprecht Hammerschmidt
Pressesprecher IG Bauen-Agrar-Umwelt
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Datum: 22.07.2011 - 08:11 Uhr
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